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Umweltatlas Berlin

01.12 Bodenfunktionen (Ausgabe 2013)

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Problemstellung

Mit Inkrafttreten des Bundesbodenschutzgesetzes im Jahre 1999 ist neben den Umweltmedien Wasser und Luft sowie dem Naturschutz der Boden durch ein eigenes und spezielles Gesetz geschützt worden. Zweck des Gesetzes ist es, "nachhaltig die Funktionen des Bodens zu sichern oder wiederherzustellen. Hierzu ... (ist) Vorsorge gegen nachteilige Einwirkungen auf den Boden zu treffen. Bei Einwirkungen auf den Boden sollen Beeinträchtigungen seiner natürlichen Funktionen sowie seiner Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte so weit wie möglich vermieden werden " (BBodSchG § 1). Das Bundesbodenschutzgesetz unterscheidet dabei folgende Funktionen des Bodens:

  1. natürliche Funktionen als
    1. Lebensgrundlagen und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen,
    2. Bestandteil des Naturhaushalts, insbesondere mit seinen Wasser- und Nährstoffkreisläufen,
    3. Abbau-, Ausgleichs- und Aufbaumedium für stoffliche Einwirkungen auf Grund der Filter-, Puffer- und Stoffumwandlungseigenschaften, insbesondere auch zum Schutz des Grundwassers.
  2. Funktionen als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte.
  3. Nutzungsfunktionen als
    1. Rohstofflagerstätte,
    2. Fläche für Siedlung und Erholung,
    3. Standort für land- und forstwirtschaftliche Nutzung,
    4. Standort für sonstige wirtschaftliche und öffentliche Nutzungen, Verkehr, Ver- und Entsorgung.

Da die natürlichen Bodenfunktionen und die Archivfunktion durch die Wahrnehmung der Nutzungsfunktionen eingeschränkt oder ganz unterbunden werden, steht der Schutz der natürlichen Bodenfunktionen somit im Mittelpunkt der Bestrebungen für nachhaltigen Bodenschutz.

Zielgerichtete Maßnahmen zum Bodenschutz setzen die Kenntnis der Leistungsfähigkeit, der Schutzwürdigkeit und der Empfindlichkeit der Böden in ihren Funktionen voraus. Mit der Bewertung der Bodenfunktionen, d.h. der Leistungsfähigkeit der Böden im Naturhaushalt, sollen diejenigen Böden in Berlin dargestellt werden, die es vorrangig zu erhalten gilt.

Die Auswahl der in den Karten 01.12.1 bis 01.12.5 dargestellten Funktionen ergibt sich entsprechend der Tab. 1 aus den im Bundesbodenschutzgesetz gelisteten Funktionen:

Tab. 1: Bodenfunktionen nach Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG) und ihre Bewertung mittels Teilfunktionen für Berlin
Bodenfunktion nach § 2 BBodSchG Bodenteilfunktion
(Umweltatlas Karte Nr.)
Kriterien zur konkreten Umsetzung in Berlin
A. Lebensgrundlage und Lebensraum
für Menschen: Schadstoffbelastung wird in diesem Zusammenhang mangels flächendeckender Daten nicht bewertet
für Tiere: eng korreliert mit der Vegetation; keine eigene Bewertung  
für Pflanzen: A. Lebensraum für naturnahe und seltene Pflanzengesellschaften (Karte 1.12.1)
 
B. Ertragsfunktion für Kulturpflanzen (Karte 1.12.2)
Naturnähe und berlintypisch besondere Extremstandorte
 
Wasserversorgung und Nährstoffspeichervermögen
für Bodenorganismen: z.Zt. aus methodischen Gründen nicht bewertbar
B. Bestandteil Naturhaushalt
im Wasserhaushalt: Regelungsfunktion für den Wasserhaushalt (Karte 1.12.4) Austauschhäufigkeit des Bodenwassers
Nährstoffhaushalt: enge Verbindung zum Lebensraum für Pflanzen (natürliche Bodenfruchtbarkeit); dort bereits abgebildet.
Abbau-, Ausgleichs- und Aufbaufunktion: Puffer- und Filterfunktion (Karte 1.12.3) Stoffbindungsvermögen und Flurabstand des Grundwassers
C. Archivfunktion
für die Naturgeschichte: Archivfunktion für die Naturgeschichte (Karte 1.12.5) Besondere naturräumliche Eigenart und regionale Seltenheit
für die Kulturgeschichte: keine Relevanz für Berlin
Tab. 1: Bodenfunktionen nach Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG) und ihre Bewertung mittels Teilfunktionen für Berlin

Die Bewertung der Leistungsfähigkeit der Böden ist ein wichtiges Kriterium bei der Berücksichtigung des vorsorgenden Bodenschutz in der Bauleitplanung.

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