Geoportal  



 

Umweltatlas Berlin

01.11 Kriterien zur Bewertung der Bodenfunktionen (Ausgabe 2013)

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück kein weiter

01.11.10 Bindungsstärke für Schwermetalle

Beschreibung

Die Bindung von Schwermetallen erfolgt durch Adsorption an Huminstoffe, Tonminerale und Sesquioxide. Die Löslichkeit der Schwermetalle ist von deren Gesamtgehalt und vom pH-Wert der Bodenlösung abhängig. Generell nimmt bei zunehmender Versauerung die Löslichkeit der Schwermetallverbindungen zu. Dies hängt damit zusammen, dass die Metalle dazu neigen, bei höheren pH-Werten stabile Oxide zu bilden, oder durch Fällung schwer lösliche Bindungsformen, z.B. PbCaCO3 einzugehen.

Als ein Kriterium zur Bewertung der Filter- und Pufferfunktion (vgl. Karte 01.12.3) wird die relative Bindungsstärke von Schwermetallen herangezogen.
Die einzelnen Schwermetalle werden sehr unterschiedlich gebunden (DVWK 1988). Cadmium geht vergleichsweise schnell in Lösung und ist als Hintergrundbelastung in Berlin verbreitet und relevant. Deswegen und in Anlehnung an die von der Behörde für Umwelt und Gesundheit Hamburg (2003) vorgeschlagene Methode wird hier die Bindungsstärke des leicht löslichen Cadmium als Maß der Bindungsstärke für Schwermetalle verwendet

Methode

Zur Beurteilung der Empfindlichkeit der Böden gegenüber Metallbelastungen wurde von Blume & Brümmer (1987, 1991) ein Konzept entwickelt, das nun flächendeckend für Berlin angewandt wurde. Prinzip der Prognose ist die relative Bindungsstärke einzelner Metalle in Abhängigkeit vom pH-Wert der Bodenlösung, ausgehend von den Verhältnissen eines sorptionsschwachen, humusarmen Sandbodens. Über Zu- und Abschläge werden höhere Humus- und Ton- sowie Eisenhydroxidgehalte berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt bis 1 m Tiefe. Hierzu werden schrittweise Kennwerte für den Ober- und Unterboden in Abhängigkeit vom pH- Wert, vom Humusgehalt und vom Tongehalt ermittelt, deren Summe die Bindungsstärke BSSM ergibt. Dieser Wert erfährt noch eine Korrektur durch den Grobbodenanteil und die Horizontmächtigkeit und kann Werte zwischen 0 und 5 annehmen, die keine bis zu sehr hoher Bindungsstärke für Schwermetalle darstellen.

Tabelle 1: Bewertung der relativen Bindungsstärke für Schwermetalle
Stufe der Bindungsstärke für Schwermetalle Bezeichnung
0 keine
1 sehr gering
2 gering
3 mittel
4 hoch
5 sehr hoch
Tabelle 1: Bewertung der relativen Bindungsstärke für Schwermetalle in Abhängigkeit vom pH-Wert, Humus- und Tongehalt, vom Grobbodenanteil und von der Horizontmächtigkeit (nach Blume und Brümmer 1987, 1991)

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück kein weiter

umweltatlas_logo_klein