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Umweltatlas Berlin

01.06 Bodenkundliche Kennwerte (Ausgabe 2013)

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01.06.8 Summe austauschbarer basischer Kationen des Oberbodens (S-Wert)


Beschreibung

Die austauschbaren Kationen eines Bodens werden üblicherweise in saure und basische Kationen unterteilt. Zu ersteren gehören neben den Wasserstoff-Ionen (H-Ionen) auch solche, die beim Austritt in die Bodenlösung eine Hydrolyse hervorrufen und damit H-Ionen freisetzen, wie vor allem Al; ihre Summe wird H-Wert genannt. Die basischen Kationen sind in erster Linie Ca2+, K+ Mg2+ und Na+, in Kulturböden (nach einer Düngung) auch NH4+ (wobei Ca meist mit mehr als 80 % dominiert); ihre Summe bildet den S-Wert. Ihre Konzentration kann in cmolc/kg, die Menge in molc/m² angegeben werden. Der %-Anteil des S-Wertes an den Austauschkationen insgesamt wird als Basensättigung bezeichnet.

Der S-Wert beschreibt somit die Menge des vom Boden zur Verfügung gestellten und für die Pflanzenernährung relevanten Kationen und ist somit ein wichtiges Maß der Bodenfruchtbarkeit.

Methode

Die Menge der basisch wirkenden austauschbaren Ionen (S-Wert) für den Oberboden (hier: 0-3 dm) wird durch Multiplikation der effektiven Kationenaustauschkapazität (KAKeff) mit der Basensättigung (BS) unter Einbeziehung der Lagerungsdichte und des Grobbodenanteils berechnet.

Die Berechnung der effektiven Kationenaustauschkapazität wird in Karte 01.06.09 dargestellt. Die Basensättigung kann aus dem pH-Wert (CaCl2) abgeleitet werden.

Zur Ermittlung wird der für den Standort typische pH-Wert des Oberbodens (vgl. Karte 01.06.07) herangezogen und nach Tabelle 1 die Basensättigung bestimmt. Zwischen den pH-Stufen dieser Tabelle wird linear interpoliert.

Tabelle 1: Beziehung zwischen Basensättigung (BS) in % und pH (CaCl2) von mineralischen Bodenhorizonten Berlins
pH
(CaCl2)
BS
[%]
3 2
3,1 3
3,2 4
3,3 5
3,4 6
3,5 7
3,6 9
3,7 11
3,8 13
3,9 15
 
pH
(CaCl2)
BS
[%]
4 18
4,1 20
4,2 23
4,3 25
4,4 28
4,5 31
4,6 34
4,7 38
4,8 41
4,9 44
 
pH
(CaCl2)
BS
[%]
5 47
5,1 50
5,2 53
5,3 56
5,4 60
5,5 63
5,6 66
5,7 69
5,8 72
5,9 75
 
pH
(CaCl2)
BS
[%]
6 77
6,1 80
6,2 82
6,3 85
6,4 87
6,5 89
6,6 91
6,7 93
6,8 95
6,9 96
 
pH
(CaCl2)
BS
[%]
7 97
7,1 98
7,2 98
7,3 98
7,4 99
7,5 99
7,6 99
7,7 100
7,8 100
7,9 100
Tabelle 1: Beziehung zwischen Basensättigung (BS) in % und pH (CaCl2) von mineralischen Bodenhorizonten Berlins (Grenzius 1987)

Die Stufung des S-Wertes erfolgt in den Stufen 1 - 10 (extrem gering - sehr hoch) nach Tabelle 2.

Tabelle 2: Stufung des S-Wertes
S-Wert
[molc/m²]
Stufe Bezeichnung
<1 1 extrem gering
1 - <2 2 sehr gering
2 - <3,5 3 mäßig bis sehr gering
3,5 - <5 4 mäßig gering
5 - <10 5 gering
10 - <25 6 mittelbasisch
25 - <50 7 mäßig
50 - <100 8 mäßig hoch
100 - <200 9 hoch
>200 10 sehr hoch

Die Einteilung der geringen Werte erfolgt in sehr engen Stufen, um die für die Bewertung der Funktion "Lebensraum für naturnahe und seltene Pflanzengesellschaften" notwendige feine Abstufung nähstoffarmer Böden zu erkennen.

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