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Umweltatlas Berlin

06.05 Versorgung mit öffentlichen, wohnungsnahen Grünanlagen (Ausgabe 2017)

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Kartenbeschreibung

Die Karte stellt die Grünanlagen, Wälder und die Wohngebiete dar. Je nach block- bzw. blockteilflächen-bezogenem Versorgungsgrad mit öffentlichen Grünanlagen und dem örtlichen Anteil an privaten bzw. halböffentlichen Freiräumen werden insgesamt 12 Farbklassen unterschieden (siehe Matrix der Legende, Abb. 3). Die Spanne reicht von der Kombination "versorgt mit öffentlichem Grün in Verbindung mit einem hohen Anteil an privatem bzw. halböffentlichen Freiräumen" bis zur Kombination von "nicht versorgt mit öffentlichem Grün in Verbindung mit einem geringen Anteil an privatem bzw. halböffentlichen Freiräumen".

Tabelle 2
Tab. 2: Versorgung mit versorgungswirksamen Grünflächen pro Bezirk (unter Bezug auf die jeweiligen Planungsräume (PLR)),
Quelle: Bericht VAG 6.2017 gesamtstädtische Versorgungsanalyse Grünflächen

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Die Tabelle zeigt die Einwohnerzahlen für die Berliner Bezirke, die im Verfahren berechnet wurden, und differenziert diese nach Gesamteinwohnerzahl sowie der Anzahl der nicht berücksichtigten Einwohner in Blöcken mit Einwohnerzahlen unter dem Schwellenwert von 10 Einwohnern pro ha. Die weiteren Spalten unterteilen sich in die vier Versorgungsgrade "versorgt" bis "nicht versorgt" und die davon jeweils betroffenen Einwohner (vgl. Berechnung des Versorgungsgrades). Nicht versorgte Einwohner sind diejenigen, die in Wohngebieten leben, die nicht in Wohnungsnähe mit – im Sinne der Versorgungsanalyse – nutzbaren Grünanlagen versorgt werden.

Innenstadtbereiche

In der Karte wird die Versorgungssituation blockbezogen differenziert dargestellt. Besonders schlecht stellt sich die Situation erwartungsgemäß in den Innenstadtbereichen mit gründerzeitlicher Bebauung dar.

Generell überwiegt in diesen Innenstadtquartieren die geschlossene Blockbebauung. Auch Kerngebietsbereiche, die jeweils durch einen geringen Anteil an privaten bzw. halböffentlichen Freiflächen gekennzeichnet sind, weisen eine sehr hohe bauliche Dichte auf. In diesen Gebieten bestehen sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich gravierende Freiraumdefizite.

In der Innenstadt überwiegen die kleinen, isoliert voneinander gelegenen Grünanlagen. Sie sind häufig als Stadtplätze angelegt und können den dort vorhandenen Bedarf an wohnungsnahem Grün bedingt durch die hohe Einwohnerdichte bei weitem nicht decken.

Außenbezirke

In den Außenbezirken stellt sich die Situation insgesamt besser dar. Die vorhandenen Grünanlagen sind häufig flächenmäßig größer, teilweise reichen Waldgebiete direkt an Wohnquartiere heran. Aufgrund der weniger dichten Bebauungsstruktur ist die Einwohnerzahl deutlich geringer.

In der Regel ist in den Außenbezirken der Anteil an privatem Grün aufgrund der vorherrschenden Einzel- bzw. Reihenhausbebauung relativ hoch, so dass Defizite aus dem öffentlichen Bereich zum Teil kompensiert werden.

Anders stellt sich die Situation der am Stadtrand gelegenen, durch Punkthochhäuser oder Hochhausketten charakterisierten Großsiedlungen dar. Während in Marzahn und Hellersdorf die Freiflächen des Wuhletals und der Hönower Weiherkette überwiegend eine gute Versorgung mit Grün gewährleisten, bestehen im Märkischen Viertel und in der Gropiusstadt erhebliche Defizite. Dort fehlen öffentliche Grünflächen, so dass eine Unterversorgung trotz großer Wohnhöfe und Anbindung an den Freizeitpark Lübars bzw. das Rudower Wäldchen zu verzeichnen ist.

Entwicklung der Versorgungssituation zwischen 2011 und 2016

Das Bevölkerungswachstum der Stadt Berlin führt seit 2010 zu einem deutlichen Anstieg der Einwohnerzahl des Landes um etwa 300.000 und liegt heute (30.06.2017) bei rund 3.690.000 Menschen. Dabei verteilt sich die Zunahme der Einwohnerinnen und Einwohner nicht gleichmäßig über die einzelnen Bezirke, sondern schwankt zwischen knapp 50.000 Menschen in Mitte und etwa 14.000 zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohnern in Steglitz-Zehlendorf (Amt für Statistik (AfS) Berlin Brandenburg 2017).

Soweit diesen zusätzlichen Einwohnern im Hinblick auf die Versorgung mit wohnungsnahen, öffentlichen Grünflächen kein Ausgleich durch Neuanlage von Parks geboten wird, verschlechtert sich die Versorgungssituation örtlich mehr oder weniger stark. Maßnahmen der baulichen Innenverdichtung von Blöcken reduzieren dabei zusätzlich den Anteil an privaten und halböffentlichen Freiräumen in den Wohngebieten.

Am Beispiel von drei Ortslagen sollen typische Einflußfaktoren auf die Veränderung der Versorgungssituation beschrieben werden.



Veränderung der Versorgungsgrade mit wohnungsnahen, öffentlichen Grünflächen
zwischen den Jahren 2011 und 2016 in Berlin
Abbildung 3, Beispiel 1 2017

2016
Beispiel 1: Bezirk Treptow-Köpenick, Ortsteil Altglienicke: hier hat sich die Versorgungssituation aufgrund der Anlage einer Parkanlage nördlich der Straße "Zum Alten Windmühlenberg" im umgebenden Stadtquartier um drei Stufen verbessert.


Abbildung 3, Beispiel 2 2017

2016
Beispiel 2: Die Versorgungssituation im Bereich der Panke östlich der Chausseestraße und westlich der S-Bahn im Bezirk Mitte hat sich durch die Erhöhung der Einwohnerdichte um eine Stufe verschlechtert.


Abbildung 3, Beispiel 3 2016

2016
Beispiel 3: Die Blöcke nördlich der Urbanstraße im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg haben sich in der Versorgungssituation um eine Stufe verschlechtert im Vergleich der Jahre 2013 und 2017, bedingt duch die Zunahme der Einwohnerzahl, u.a. durch Umwandlung des alten Krankenhaus-Areals Am Urban zu Wohnzwecken.

Abb. 3: Entwicklung der Versorgungssituation mit wohnungsnahen, öffentlichen Grünanlagen zwischen 2011 und 2016

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