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Umweltatlas Berlin

04.11 Klimamodell Berlin - Planungshinweise Stadtklima (Ausgabe 2016)

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Öffentliche Straßen, Wege und Plätze

Rund 55 % der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze Berlins lassen sich den beiden höchsten Belastungsklassen zuordnen (vgl. Abbildung 4). Für die Straßenabschnitte und Plätze der Klasse 4 wird empfohlen, bereits kurzfristig Maßnahmen zur Verbesserung der thermischen Situation umzusetzen. Diese sollten eine Wirkung für die Tagsituation entfalten (vor allem verschattende Maßnahmen). Wenn eine in der Nachtsituation als thermisch belastete Siedlungsfläche unmittelbar angrenzt, sind zusätzliche Maßnahmen sinnvoll (vor allem solche, die die Wärmespeicherung reduzieren). Ein besonderer Fokus sollte dabei auch auf solche Abschnitte gelegt werden, auf denen sowohl eine ungünstige thermische Situation als auch eine erhöhte oder sehr hohe verkehrliche Luftbelastung modelliert wurde.

Mittelfristig sind Maßnahmen aber auch schon auf Teilflächen zu empfehlen, denen die Klasse "weniger günstig" zugeordnet wurde. Während Hitzeperioden können hier noch deutlich höhere Belastungen erreicht werden als in der Modellierung abgebildet wird. Zudem wird der Klimawandel das Belastungsniveau eines durchschnittlichen Sommertages allmählich auch im Öffentlichen Straßenraum anheben.

Auf den übrigen 45 % der Fläche der Raumeinheit kann die thermische Situation gegenwärtig als günstig oder sehr günstig eingestuft werden. Maßnahmen zur weiteren Verbesserung sind nicht zwingend notwendig, sollten aber in Betracht gezogen werden, wenn etwaig angrenzende Siedlungsräume eine Belastung aufweisen und Maßnahmen dort nicht oder in nicht ausreichendem Umfang umgesetzt werden können.

Abbildung 4
Abb. 4: Prozentuale Verteilung der Bewertungsklassen zur thermischen Gesamtsituation auf Öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen in Berlin

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Die räumlichen Schwerpunkte der thermischen Belastung auf den Öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen weisen einen engen Zusammenhang mit dem Grünvolumen bzw. dem Anteil von durch Straßenbäume bedeckten Grundfläche der Straßenabschnitte auf (beide Größen liegen als berechnete Werte aus den erfassten Vegetationsstrukturen vor (SenStadtUm 2014). Die Grundflächenüberdeckung durch Straßenbäume liegt etwa im Bezirk Marzahn-Hellersdorf bei lediglich durchschnittlich 8 %. Auch beim Grünvolumen im Öffentlichen Straßenraum weist der Bezirk die geringsten Anteile auf; Steglitz-Zehlendorf dagegen als Bezirk mit den niedrigsten Anteilen (24,5 %) "weniger günstiger" bzw. "ungünstiger" thermischer Verhältnisse auf Öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen besitzt in dieser Raumeinheit in etwa das 2,5 fache Grünvolumen gegenüber Marzahn-Hellersdorf (vgl. Abbildung 5 und Abbildung 6).

In den meisten übrigen Bezirken liegt der Flächenanteil der kumulierten Werte für die Belastungssituation zwischen 55 % und 65 %. Das angenehmste Bioklima im Öffentlichen Straßenraum herrscht nach der vorliegenden Bewertung in den Bezirken Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf. Hier betragen die kumulierten Flächenanteile der Klassen 3 und 4 nur zwischen knapp 25 bis unter 40 %. Dass aber selbst in diesen Bezirken noch Potential zur Verbesserung existiert, zeigen die Anteile der von Straßenbäumen bedeckten Grundfläche der Straßenabschnitte: sie liegen für die beiden letztgenannten Bezirke zwischen 14 % und 16 %.

Abbildung 5
Abb. 5: Gesamtbewertung der thermischen Situation auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen in Berlin

Abbildung 6
Abb. 6: Bilanzierung der thermischen Gesamtsituation auf den Öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen der 12 Bezirke Berlins

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

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