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Umweltatlas Berlin

01.13 Planungshinweise zum Bodenschutz (Ausgabe 2015)

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Höchste Schutzwürdigkeit

Diese Kategorie leitet sich aus hohen Bewertungen für die "Lebensraumfunktion für naturnahe und seltene Pflanzengesellschaften" und / oder für die "Archivfunktion für die Naturgeschichte" ab.

Diese Kategorie weist den höchsten Schutzstatus auf und umfasst lediglich ca. 5 % der bewerteten Fläche. Mit Blick auf mögliche Planungen bestehen besondere Anforderungen an die Prüfung von Standortalternativen und die Vermeidung von Eingriffen, da die Lebensraumfunktion für naturnahe und seltene Pflanzenarten kaum und die Archivfunktion für die Naturgeschichte gar nicht wiederherstellbar sind (Smettan & Litz 2006). Daher sollten Projekte oder Vorhaben, bei denen Eingriffe in Böden mit höchster Schutzwürdigkeit nicht vermieden werden können, nur im Einvernehmen mit der Bodenschutzbehörde genehmigt werden.

Sehr hohe Schutzwürdigkeit

Die Kategorie "Sehr hohe Schutzwürdigkeit" leitet sich aus mehreren Bewertungsmöglichkeiten ab:

  1. Die "Lebensraumfunktion für naturnahe und seltene Pflanzengesellschaften" und gleichfalls die "Archivfunktion für die Naturgeschichte" sind mittel, oder
  2. die "Ertragsfunktion für Kulturpflanzen" ist auf Flächen mit landwirtschaftlicher Nutzung (Acker, Grünland oder Baumschule / Gartenbau) hoch oder
  3. die "Regelungsfunktion für den Wasserhaushalt" und gleichfalls die "Puffer- und Filterfunktion" sind hoch bewertet worden.

Die Mehrheit der Flächen in dieser Schutzkategorie wurde wegen der Lebensraum- und Archivfunktion dort eingeordnet, ein etwas kleinerer Teil wegen der Regelungs- bzw. und Puffer- und Filterfunktion und nur ganz wenige Flächen wegen der Ertragsfunktion für Kulturpflanzen.

Bei der Flächenkategorie "Sehr hohe Schutzwürdigkeit" sollten aus Bodenschutzsicht geplante Eingriffe prioritär vermieden bzw. in Vereinbarkeit mit anderen Anforderungen geeignete Standortalternativen gesucht werden. Weiterhin sollte kein Nettoverlust an unversiegeltem Boden und an Funktionen zugelassen werden.


Hohe Schutzwürdigkeit

Die Kategorie "Hohe Schutzwürdigkeit" leitet sich ab aus hoher Bewertung für die "Regelungsfunktion für den Wasserhaushalt" oder für die "Puffer- und Filterfunktion".

Die Abschwächung des Schutzstatus zur sehr hohen Schutzwürdigkeit ergibt sich durch eine deutlich geringere Anzahl betroffener Bodenfunktionen. Es reicht, dass nur ein Kriterium (entweder Regelungsfunktion für den Wasserhaushalt oder Puffer- und Filterfunktion) als hoch bewertet wird. Trotz des geringeren Schutzstatus sollte auch hier versucht werden, im Benehmen mit der Bodenschutzbehörde einen Nettoverlust an Flächen und Funktionen möglichst zu vermeiden oder auszugleichen.

Mittlere Schutzwürdigkeit

Die Kategorie "Mittlere Schutzwürdigkeit" leitet sich ab aus mittleren Bewertungen für die "Regelungsfunktion für den Wasserhaushalt" und gleichzeitig für die "Puffer- und Filterfunktion".

Die betroffenen Funktionen lassen sich in dieser Ausprägung ggf. auch mit technischen Maßnahmen, wie z.B. Niederschlagswasserretention oder der Verwendung wasser- und luftdurchlässiger Bodenbeläge, verbessern, so dass hier der Fokus darauf liegt, unter Beteiligung der Bodenschutzbehörde einen Nettoverlust an Funktionen zu vermeiden und den Nettoverlust an Flächen so gering wie möglich zu halten.

Geringe Schutzwürdigkeit (Böden ohne besondere Anforderungen)

Die restlichen Böden (26.453 ha) werden der Kategorie "Geringe Schutzwürdigkeit" zugeordnet.

Hier gelten die allgemeinen gesetzlichen Anforderungen des Bodenschutzes (Bundes-Bodenschutzgesetz 1998, Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung 1999, Berliner Bodenschutzgesetz 2004, BauGB 2004).


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