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Umweltatlas Berlin

01.11 Kriterien zur Bewertung der Bodenfunktionen Ausgabe 2006)

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01.11.2 Besondere naturräumliche Eigenart

Beschreibung

Die eiszeitlichen Ablagerungen haben dem Berliner Raum eine besondere naturräumliche Eigenart verliehen, die sich von anderen Landschaften Deutschlands deutlich unterscheidet. Auffällig im Landschaftsbild sind vor allem geomorphologische Besonderheiten wie Toteissenken, End- und Stauchmoränen, Dünen und ehemalige glaziale Schmelzwasserrinnen.
Toteissenken entstanden durch später ausschmelzende Resteisblöcke der letzten Eiszeit und stellen heute runde, zum Teil noch wassergefüllte Vertiefungen dar, die grundwasserbeeinflusste Böden und Moorgesellschaften aufweisen. Lehmige Böden mit Sandkeilen, bei denen in der Späteiszeit Trockenrisse durch eingewehten Flugsand verfüllt wurden, liegen auf ungestörten Geschiebemergelhochflächen und sind im Luftbild als regelmäßiges Polygonnetz erkennbar.
End- und Stauchmoränen sind Aufschüttungsmoränen, die sich bei einem Gleichgewicht von Nachschub und Abschmelzen des Eises an seinen Rändern bildeten. In der Landschaft stellen sie heute Höhenrücken und Hügel dar.
Die spät- und nacheiszeitlichen Dünen sind noch deutlich in ihrer Form erkennbar, aber durch die Bedeckung mit Vegetation kaum noch in Bewegung.
Die glazialen Schmelzwasserrinnen sind zum Teil erhalten und bilden Seenketten und Feuchtgebiete. Die Bodenentwicklungen und vorkommenden Bodengesellschaften, die eng mit der Morphologie und dem Ausgangsmaterial verknüpft sind, spiegeln hier die naturräumlichen Besonderheiten und Eigenarten wieder.

Methode

Es werden ausschließlich Bodengesellschaften berücksichtigt, die an eiszeitlich geprägte geomorphologische Besonderheiten gebunden sind und sich ungestört aus den eiszeitlichen Ablagerungen entwickeln konnten. Böden mit besonderer Eigenart dürfen anthropogen nur wenig beeinträchtigt sein, daher wurden nur naturnahe Bodengesellschaften berücksichtigt (vgl. Legende zu Karte 01.01). Böden aus Auffüllungen und Aufschüttungen oder umgelagertem Bodenmaterial erhalten keine Kennzeichnung der naturräumlichen Eigenart. Eine Zusammenstellung der Bodengesellschaften, die aufgrund ihres Ausgangsmaterials, ihrer besonderen Morphologie und der weitgehend ungestörten Bodenentwicklung eine naturräumliche Eigenart darstellen, ist in Tabelle 1 zusammengefasst. Es sind dies vor allem Moränenhochflächen mit Sandkeilen, Moränenhügel, Schmelzwasserrinnen mit Grundwasserböden und Mooren, Flussauen mit Auenböden, Mudden und Torfen, sowie Dünen.

Die in der Tabelle 1 aufgeführten Bodengesellschaften erhalten eine positive Bewertung hinsichtlich der naturräumlichen Eigenart. Alle anderen Bodengesellschaften weisen keine besondere naturräumliche Eigenart auf.

Tabelle 1: Bodengesellschaften mit besonderer naturräumlicher Eigenart
neue Nummer
alte Nummer
Bodengesellschaft Geomorphologie
1080 8 Fahlerde - Sandkeilrostbraunerde - Rostbraunerde Dünen
1090 9 Podsol-Braunerde - Podsol - kolluviale Rostbraunerde Dünen
1100 10 Podsol-Braunerde - Rostbraunerde - kolluviale Rostbraunerde Dünen
3020 SG 9, 10 Podsol - Rostbraunerde - kolluviale Rostbraunerde Dünen
1050 7 Rostbraunerde - Ockerbraunerde -kolluviale Braunerde Glaziale Schmelzwasserrinnen
1230 22 Rostbraunerde - Nassgley - Anmoorgley Glaziale Schmelzwasserrinnen
1231 22 a Gley-Braunerde - Gley - Niedermoor Glaziale Schmelzwasserrinnen
1270 27 Vererdetes (Auen-) Niedermoor - vererdeter Anmoorgley - Gley Glaziale Schmelzwasserrinnen
1280 28 Eutrophes Auennniedermoor- Auenanmoorgley - Gley-Rostbraunerde Glaziale Schmelzwasserrinnen
1290 29 Rostbraunerde - Kolluvium/fossiler Gley - vererdetes Niedermoor Glaziale Schmelzwasserrinnen
1300 30 Rostbraunerde - Nassgley/Niedermoor - vererdetes Niedermoor Glaziale Schmelzwasserrinnen
1030 3 Rostbraunerde - kolluviale Braunerde End- und Stauchmoränen, Moränenhügel
1040 4 Rostbraunerde - Regosol-Braunerde - kolluviale Braunerde End- und Stauchmoränen, Moränenhügel
1060 5 Rostbraunerde - Regosol - kolluviale Braunerde/Gley End- und Stauchmoränen, Moränenhügel
1110 72 Podsol - Regosol-Braunerde - kolluviale Braunerde End- und Stauchmoränen, Moränenhügel
1180 17 Rostbraunerde - Hanggley - Kalkhangmoor End- und Stauchmoränen, Moränenhügel
1164 15 d Vergleyte Braunerde - Gley - Niedermoor Niedermoorböden
1240 23 Vergleyte Rostbraunerde - Kalkgley - eutrophes Niedermoor Niedermoorböden
1251 58 c Übergangsniedermoor - Moorgley - Podsol-Gley Niedermoorböden
1260 26 Vererdetes (Auen-) Niedermoor - (Auen-) Kalkniedermoor Niedermoorböden
1270 27 Vererdetes (Auen-) Niedermoor - vererdeter Anmoorgley - Gley Niedermoorböden
1280 28 Eutrophes Auennniedermoor- Auenanmoorgley - Gley-Rostbraunerde Niedermoorböden
1290 29 Rostbraunerde - Kolluvium/fossiler Gley - vererdetes Niedermoor Niedermoorböden
1300 30 Rostbraunerde - Nassgley/Niedermoor - vererdetes Niedermoor Niedermoorböden
1320 24 Auengley - Auennassgley - eutrophes Auenniedermoor Niedermoorböden
3030 SG 24, 32,35,36 Auengley - Auenniedermoor Niedermoorböden
1250 25 Rostbaunerde-Gley - Anmoorgley - mesotrophes Niedermoor Toteissenken
1010 1 Parabraunerde - Sandkeilbraunerde Sandkeile
1130 12 Parabraunerde (zeitweilig grundwasserbeeinflusst) - Sandkeilrostbraunerde (zeitweilig grundwasserbeeinflusst) Sandkeile
1310 31 Pararendzina - Gley-Pararendzina - Pararendzina-Gley Kalkmudden
Tabelle 1: Bodengesellschaften mit besonderer naturräumlicher Eigenart

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