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Umweltatlas Berlin

04.10 Klimamodell Berlin - Analysekarten (Ausgabe 2009)

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Datengrundlage

Die Anwendung numerischer Simulationsmodelle erfordert eine über das eigentliche Untersuchungsgebiet hinausgehende räumliche Erfassung der Grundlagendaten und meteorologischen Randbedingungen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass sich das Modell 'einschwingen' kann, um am Rande des eigentlichen Projektgebietes möglichst realitätsnahe Zustände simulieren zu können (zur Methodik des hier verwendeten Klimamodells FITNAH vgl. (Methode). Daher untergliederte sich das Untersuchungsgebiet in das etwa 890 km² große Stadtgebiet von Berlin sowie einen rund 900 km² großen Bereich des Umlandes (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1 - Thumbnail
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Abb.1: Klassifizierung der Landnutzung für die Modellanwendung.
Es kommt ein Schlüssel mit 12 Nutzungsklassen zum Einsatz,
der an die Erfordernisse des Modells FITNAH angepasst ist.

Nur wenige der verwendeten Parameter für das Stadtgebiet Berlin wurden speziell für dieses Projekt erhoben, es handelte sich vielmehr um Datengrundlagen aus jahrelangen Arbeiten zum Umweltatlas und zum ISU Berlin, die für vielfältige Auswertungen und Berechnungen zur Verfügung stehen. Das Informationssystem Stadt und Umwelt (ISU) der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung enthält ca. 25.000 Einzelflächen in einem räumlichen Bezugssystems, die für die Berechnung der Klimagrößen des ISU zur Verfügung gestellt wurden:

  • Flächennutzung. Die Daten der Flächennutzung geben den Nutzungsstand von Ende 2005 wieder und beruhen auf der Auswertung von Luftbildern, bezirklichen Flächennutzungskarten, Ortsbegehungen und weiteren Unterlagen für den Umweltatlas (vgl. Karte 06.01 und Karte 06.02, SenStadt 2008a). Es werden etwa 30 Nutzungsarten unterschieden.
  • Stadtstrukturtypen (Karte 06.07, SenStadt 2008b). Eine weitere Verfeinerung dieser Daten fand über die Nutzungsdatei des ISU statt, die u.a. typenspezifische Angaben zur Höhe der Gebäude und Vegetationsstrukturen innerhalb der einzelnen Stadtstrukturtypen enthält
  • Versiegelung (Karte 01.02, SenStadt 2007).
  • Als Geländemodell stand ein Digitales Geländemodell (DGM5) im Innenstadtbereich und teilweise im Norden und Südosten der Stadt, für die restlichen Bereiche ein DGM25 zur Verfügung.

Aus den Vorarbeiten zur Umsetzung der EU-Richtlinie zum Umgebungslärm konnte eine mit Höhenangaben aufbereitete Gebäudedatei eingespeist werden, welche mit Datenstand 2005 sämtliche 550.000 Gebäude der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) des Landes Berlin sowie in einem Abstand von 3 km um das Stadtgebiet 231.445 Gebäude aus dem Land Brandenburg enthält.

Die Liegenschaftskarte ALK bildet als darstellender Teil des so genannten Liegenschaftsbuches neben den Flurstücken vor allem die Gebäude einschließlich ihrer Geschossanzahl flächenscharf ab und ist daher als Basisinformation zur Abbildung von Hochbaustrukturen gut geeignet (vgl. Abbildung 2).

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Abb. 2: Ausschnitt aus der Automatisierten Liegenschaftskarte (Angabe der Gebäudegeschosse in römischen Zahlen)

Gegenüber der ersten Anwendung des Klimamodells 2003/2004 wurde in dieser Ausgabe die lufthygienische Komponente auch in einer flächenhaften Auswertung aufgenommen. Dazu wurden Daten des Emissionskatasters Verkehr 2005 der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz genutzt (SenGesUmV 2008).

Zur Einbindung der Flächen außerhalb Berlins wurden folgende Datengrundlagen genutzt:

  • ATKIS (Amtlich-kartographisches Informationssystem). Das Kartenwerk umfasst die erste Realisierungsstufe des Basislandschaftsmodells - DLM 25/1. Der Grunddatenbestand enthält verschiedene Objektarten und Attribute. Die Straßen, Wege, Eisenbahnen, Gewässer und Grenzen bilden eine geometrisch exakte Linienstruktur der Landschaft. Sie ist durch die flächenhaften Landschaftsteile, wie Wohnbauflächen usw., ausgefüllt.
  • Die Geländehöhen wurden dem Datenbestand des CORINE-Projektes entnommen. Corine ist ein Synonym für "koordinierte Erfassung von Informationen über die Umwelt" und stellt ein von der Kommission der Europäischen Union im Jahr 1985 gegründetes Programm zur Erfassung von Umweltdaten dar.

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Abb. 3: Datenbasis und Datenfluss für die Anwendung des Klimamodells FITNAH

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