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Umweltatlas Berlin

04.09 Bioklima - Wärmebelastung in der Nacht (Ausgabe 2009)

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Textkurzfassung

Ausgangslage

Die im Rahmen der Anwendung des Klimamodells FITNAH gewonnenen Ergebnisse haben zu einer umfassenden aktuellen Bestandsaufnahme der klimatischen Situation im Stadtgebiet und im näheren Umland geführt (vgl. Karte 04.10 Klimamodell Berlin - Analysekarten, Ausgabe 2009). In einer Phase II konnte diese Erkenntnisse in Bewertungskarten umgesetzt werden (vgl. Karte 04.11 Klimamodell Berlin - Bewertungskarten, Ausgabe 2009).
Ein wesentliches Beurteilungskriterium für eine planungsrelevante Gesamteinschätzung ist dabei das Human-Bioklima.

Verfahren

Die häufigste Anwendung zur Bestimmung der möglichen Wärmebelastung des menschlichen Organismus findet die skalierte Bewertungsgröße Predicted Mean Vote (PMV), das heißt ‘vorhergesagter durchschnittlicher Wert’, durch den eine Einschätzung des thermischen Umgebungsmilieus angegeben wird. Nähere Einzelheiten zur Anwendung des Verfahrens sind der VDI Richtlinie 3787 Blatt 2 "Methoden zur human-biometeorologischen Bewertung von Klima und Lufthygiene für die Stadt- und Regionalplanung" zu entnehmen, welche den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse widerspiegelt und dieses Verfahren als Regelanwendung empfiehlt (VDI 1998).

Die Klassifikation und Legendeneinstufung des bioklimatischen Belastungspotenzials einer sommerlichen Strahlungsnacht orientiert sich an dem in der VDI-Richtlinie 3785 Blatt 1 (VDI 2008) beschriebenen Standardisierungsverfahren zur Z-Transformation. Dieses statistische Vorgehen legt allgemein das lokale/regionale Werteniveau einer Klimaanalyse zugrunde und bewertet die Abweichung eines Klimaparameters von den mittleren Verhältnissen in einem Untersuchungsraum. Die VDI-Richtlinie definiert zur Einordnung der Ergebnisse vier Bewertungskategorien (sehr günstig / günstig / weniger günstig / ungünstig), an denen sich auch die Klassifizierung der Modellergebnisse orientiert.

Eine wesentliche methodische Weiterentwicklung ist zukünftig dann zu erwarten, wenn das auf europäischer Ebene in Bearbeitung befindliche Projekt (UTCI Universal Thermal Climate Index) (universelles Klimabewertungsmaß) als "state of the art" vorgestellt sein wird.

Ergebnisse

Als Grundlage für die Ermittlung der bioklimatischen Belastung wurde eine Z-Transformation des 50m*50m-PMV-Ergebnisrasters durchgeführt. Dafür wurde der PMV zum Zeitpunkt 04.00 Uhr herangezogen, welcher sich als am besten geeignet für die Ermittlung der bioklimatischen Belastung im Siedlungsraum herausstellte. Aufgrund der Heterogenität des Modellgebietes stellt dieser Zeitpunkt einen Kompromiss dar zwischen der Situation im innerstädtischen Raum einerseits und den peripheren Stadtteilen andererseits.

Die Belastungsklassen entsprechen den vier Kategorien gem. VDI-Richtlinie 3785 (ungünstig / weniger günstig / günstig / sehr günstig) (vgl. Tabelle 1).

Belastungsklasse Z-Wert pro 50m*50m-PMV-Rasterfläche
4 ungünstig > 1 (obere S1-Schranke)
3 weniger günstig 1 bis 0
2 günstig < 0 bis –1
1 sehr günstig < -1 (untere S1-Schranke)
Tab. 1: Bioklimatische Klassifikation der PMV-Ergebnisraster

Bei der Belastungsklasse 4 "ungünstig" liegt eine überdurchschnittliche Wärmebelastung mit einem Z-Wert von mehr als 1 vor. Eine gewisse bioklimatische Belastung ist auch noch bei der Belastungsklasse 3 "Weniger günstig" gegeben. Günstige Verhältnisse liegen hingegen bei den Klassen 2 und 1 vor und können aus bioklimatischer Sicht als positiv beurteilt werden.

Eine ausführlichere Beschreibung hinsichtlich der betroffenen Siedlungsräume findet sich im Erläuterungstext zu den Karten 04.11 (Ausgabe 2009) Methode und Kartenbeschreibung.

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