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Umweltatlas Berlin

04.04 Temperaturverhältnisse in mäßig austauscharmen Strahlungsnächten (Ausgabe 2001)

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Kartenbeschreibung

Karte 04.04.4 Meßrouten und Meßstationen

In diesem Kartenteil sind alle Meßrouten und Klimastationen enthalten, die für die Klimakarten im Umweltatlas als Datengrundlage verwendet wurden, d. h. neben den aktuellen Meßrouten des Zeitraums September bis November 1999 sind auch die in den Jahren 1981 - 83 in West-Berlin sowie 1991/92 vorrangig in Ost-Berlin und dem Umland gefahrenen Routen enthalten. Aus Gründen der Übersichtlichkeit fehlen lediglich kleinere Ergänzungsstrecken.

Mit dem Meßwagen des Fachgebietes Bioklimatologie der TU Berlin wurden die Lufttemperatur und die Luftfeuchte in 2 m Höhe und die Windgeschwindigkeit und Windrichtung in 2,70 m und 6,70 m Höhe gemessen.

Die Betriebsdauer der Stationen war nicht einheitlich. Im Ostteil der Stadt wurde von Juni 1991 bis Mai 1992 gemessen. Die Daten am Alexanderplatz und am Ostkreuz wurden vom Deutschen Wetterdienst zur Verfügung gestellt. Im Westteil von Berlin fanden die meisten Messungen von 1981 bis 1983 statt, wobei aber zum Vergleich mit den Daten aus 1991/92 einige Stationen im Westteil reaktiviert bzw. neu eingerichtet wurden. Für die Untersuchungen 1999 wurden insgesamt 13 Stationen des TU-Messnetzes (Forschung) und der Berliner Wetterkarte einbezogen sowie 3 Stationen aus Anlaß der Arbeit neu betrieben.

Karte 04.04.1 Verteilung der Lufttemperatur

Die Temperaturunterschiede innerhalb des Stadtgebietes fallen in Strahlungsnächten bei schwachen bis mäßigen Winden erheblich höher aus als im langjährigen Mittel (vgl. Karte 04.02, SenStadtUm 2000a). Da es sich um eine Auswahl bestimmter Wetterlagen handelt, ist die Höhe der Temperaturen nicht übertragbar auf die gesamte Jahreszeit. Jedoch kann davon ausgegangen werden, daß die räumliche Verteilung der Isothermen vergleichsweise repräsentativ ist.

Die überwärmtesten Bereiche mit Mitteltemperaturen über 19 °C sind dort zu finden, wo die Bebauung am dichtesten ist, also vor allem in Charlottenburg, Mitte, Kreuzberg, Schöneberg und dem nördlichen Teil von Wilmersdorf. Gegenüber den Darstellungen in der Ausgabe von 1993, in der der Einfluß der Baumaßnahmen des letzten Jahrzehntes noch nicht bewertbar war, zeigen sich jetzt deutlich diese Wirkungen. Der Meßpunkt Unter den Linden / Friedrichstraße wies bei allen Erhebungen 1999 die höchsten Temperaturen auf. Die 1993 noch getrennten innerstädtischen Wärmeinseln City-West und City-Ost müssen heute als ein gemeinsamer Bereich betrachtet werden. Der "Lückenschluß" findet seine Ursache in den neuen Bauten südlich des Großen Tiergarten, insbesondere im Bereich des Potsdamer Platzes. Detaillierte Untersuchungen von Vogenbeck 2000 belegen dies zusätzlich zu den Arbeiten des Umweltatlas. Bildeten die kaltluftproduzierenden Flächen des Potsdamer Platzes ehemals eine Verbindung zwischen dem klimatischen Vorranggebiet des Großen Tiergarten und den südlich angrenzenden Bezirken, so führt die bauliche Verdichtung nun zu einer Blockade dieser Brücke.

Auch im Bereich des Pariser Platzes wirkt die geschlossene neue Randbebauung als Riegel, so daß nunmehr die Zone der höchsten Temperaturklasse unmittelbar am Brandenburger Tor beginnt. Nach Norden bleibt die bisherige Einschätzung der Temperaturverteilung weitgehend erhalten, obwohl auch hier durch den Hochbau auf dem Moabiter Werder und dem angrenzenden Spreebogen große Baumassen entstanden sind.

Trotzdem stellen sich jedoch die wärmsten Gebiete nach heutigem Kenntnisstand nicht als so geschlossene Bereiche dar, wie es die Bebauungsdichte vermuten ließe. So liegen im dicht bebauten Moabit, aber auch in Friedrichshain und Prenzlauer Berg die Temperaturen unter 19 °C. Temperaturen über 18 °C kennzeichnen neben dem Gebiet innerhalb des S-Bahn-Ringes im wesentlichen Spandau, Tegel, die Altstadt von Köpenick und die Hochhaussiedlungen Märkisches Viertel und Gropiusstadt. Die demgegenüber geringeren Temperaturen der Großsiedlungen in Marzahn und Hellersdorf sind auf die Nachbarschaft der großen offenen Freiräume zurückzuführen.

Weitere Korrekturen in den Zuordnungen zu den Temperaturklassen fanden auch in den randstädtischen Neubaugebieten statt. So wurden z.B. die Siedlungsräume Buchholz, Karow, Blankenburg und Rudow um eine, teilweise zwei Temperaturklassen hochgestuft, da hier erkennbare Erwärmungen in Folge der Baumaßnahmen zu verzeichnen waren. Demgegenüber konnten aufgrund der verbesserten Kenntnisse vereinzelt auch "Rückstufungen" vorgenommen werden, so z.B. im Bereich des ehemaligen Flughafens Johannisthal (heute Technologiepark WISTA in Adlershof).

Deutlich heben sich Grünanlagen und Kleingartengebiete gegenüber der Innenstadt durch Temperaturen unter 17 °C ab, während größere Freiräume in Stadtrandnähe (z. B. Teile der Königsheide und der angrenzenden Kleingärten) Werte von unter 16 °C aufweisen. Die großen Gewässer liegen im Bereich zwischen 16 und 17 °C.

Waldgebiete zeichnen sich im allgemeinen durch Temperaturen unter 15 bzw. 16 °C aus. Tiefgelegene Waldlichtungen wie Saubucht und Teufelsfenn liegen sogar unter 14 °C. Besonders kühl mit Werten um 13 °C sind Teile der Krummendammer Heide nordöstlich des Großen Müggelsees.

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