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Umweltatlas Berlin

03.06 Bodennahes Ozon (Ausgabe 1996)

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Karte 03.06.2: Verteilung der Ozon-Maxima 1995

Die Karte zeigt die Verteilung der höchsten Ein-Stunden-Maximalwerte 1995 an allen Meßstationen der Bundesländer und des Umweltbundesamtes. Um eine flächendeckende Darstellung zu erhalten, wurden die Werte zwischen den einzelnen Stationen räumlich interpoliert.

Mit Ausnahme einiger Gebiete in Südbayern und im Osten Deutschlands wurden überall Werte über 180 µg/m³ registriert. Insbesondere im Südwesten und Westen gibt es auch Regionen, wo Konzentrationen von über 240 µg/m³ gemessen wurden. Diese Gebiete finden sich meist in der Nähe industrieller und dichtbesiedelter Ballungsgebiete, wie dem Ruhrgebiet, dem Rhein-Main-Gebiet um Frankfurt, der Region Mannheim und Karlsruhe sowie dem Stuttgarter Raum, wo der Maximalwert von 297 µg/m³ auftrat (vgl. UBA 1996).

Es besteht demnach ein deutliches Belastungsgefälle von Westen und Südwesten in Richtung der östlichen Landesteile. Allerdings korrespondierte diese Situation in den vergangenen Sommern meist mit einer ähnlichen Verteilung der Sonnenscheindauer und der Temperatur, so daß damit eine rein klimatologische Erklärung nahelag. Im Sommer 1995 war die Verteilung der Tageshöchsttemperatur in Deutschland jedoch sehr gleichmäßig (vgl. Bruckmann et al. 1994 und FU Berlin 1995). Im Nordosten wurden sogar gebietsweise mehr Sonnenstunden gezählt als im Westen. Allerdings lag in den Hochsommermonaten der Schwerpunkt hohen Luftdrucks oftmals nordwestlich und nördlich von Deutschland, das bei ansonsten hochsommerlichen Bedingungen häufig im Bereich einer nordöstlichen bis östlichen Luftströmung lag. Dies birgt gerade für den Nordosten den Vorteil der Zufuhr von Luftmassen, die Gebiete mit relativ geringer Emissionsdichte ozonbildender Substanzen überstrichen haben (z.B. Baltikum, Nordhälfte Polens). Das führte schon in der Vergangenheit zu relativ niedrigen Ozonwerten im Berliner Raum (vgl. Lutz 1994), obwohl für die Ozonbildung günstige Wetterverhältnisse vorherrschten. Der Westen und Südwesten sind in diesen Fällen benachteiligt, weil sich auf dem weiteren Weg bis dorthin die Luft bereits stärker mit ozonbildenden Stoffen aufgeladen hat. Zusammen mit dem durch die Orographie (z.B. Oberrheingraben) bedingten lokalen Beitrag kommen daher höhrere Ozonniveaus zustande. Die Frage, welchen Einfluß die Schadstoffemissionen vor Ort auf die Ozonbildung haben, wird bei der Beschreibung der Ergebnisse der FluMOB-Meßkampagne behandelt.

Karte 03.06.3: Überschreitung von Ozon-Schwellenwerten 1995

In dieser Karte kommt die mittlere räumliche Verteilung der Ozonbelastung in Berlin zum Ausdruck, dargestellt als Häufigkeit der Überschreitung von Schwellenwerten an den einzelnen Stationen des Berliner Luftgütemeßnetzes. Angegeben ist die Anzahl der Halbstundenmittel über dem "Maximalen Immissionskonzentrationswert" (MIK) nach VDI 2310 von 120 µg/m³. Zusätzlich sind die Tage mit Überschreitungen der EG-Schwellenwerte zur Information der Bevölkerung und zum Schutz der Vegetation dargestellt (vgl. Tab. 1).

Um die Abhängigkeit der Ozonbelastung von der Stickoxidemission vor Ort deutlich zu machen, wurden die Überschreitungshäufigkeiten mit der Verteilung der Stickoxidemission aus dem Verkehr hinterlegt. Beim Vergleich der beiden Angaben wird deutlich, daß hohe Stickoxidemissionen in der Umgebung einer Meßstelle zu deutlich weniger Überschreitungen der Ozonschwellenwerte führen. So wird an der Stadtautobahn der MIK-Wert 20- bis 40mal seltener überschritten als an den Stationen am Stadtrand, wo im Sommer der Wert von 120 µg/m³ Ozon an über 300 Stunden gemessen wurde. Die Belastung an den übrigen, nicht unmittelbar an Hauptverkehrsstraßen liegenden Meßstellen in der Innenstadt, liegen mit 70 bis 200 Stunden Überschreitungsdauer dazwischen. Die jeweiligen Überschreitungszahlen an den Meßstellen sind in erster Näherung auch auf andere Stadtgebiete mit vergleichbaren Stickoxidemissionen übertragbar.

Für die Überschreitung des EG-Schwellenwertes von 180 µg/m³ ergibt sich ein ähnliches Bild. An den innerstädtischen Wohngebietsmeßstellen kam dies überhaupt nicht bzw. in Neukölln dreimal vor, während am Stadtrand bis zu neun Überschreitungen auftraten.

In den Stadtrandgebieten und damit im Einwirkungsbereich liegen aber in der Regel die Berliner Wälder, wo die Belastung an der Waldmeßstelle Grunewald mehrere in der Tabelle 1 aufgeführten Richt- und Leitwerte zum Schutz der Vegetation übersteigt. So wurde z.B. der Tagesmittelwert der EG-Richtlinie von 65 µg/m³ an 75 Tagen an der Probenahme in 10 m Höhe über den Bäumen und an 57 Tagen in 4,5 m Höhe im Wald, wo Ozon sich an den Pflanzenteilen abbauen kann, überschritten. Damit ist aber zugleich eine pflanzenschädliche Wirkung verbunden, die zudem einen wesentlichen Bestandteil für die Beeinträchtigung des gesamten Waldökosystems darstellt (vgl. Ergebnisse des Monitoringprogramms Naturhaushalt/Ökologische Dauerbeobachtung Waldökosysteme).

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