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Umweltatlas Berlin

03.03 Stickoxide - Emissionen und Immissionen (Ausgabe 1997)

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Entwicklung der Stickoxidimmissionen

In Berlin wurden Stickoxidmessungen seit 1979 vom Bundesgesundheitsamt im Westteil der Stadt an der Schloßstraße in Steglitz und von der Bezirkshygieneinspektion Berlin im Ostteil an der Parochialstraße im Bezirk Mitte durchgeführt. Im Rahmen des Berliner Luftgüte-Meßnetzes (BLUME) wurde 1984 mit Stickoxidmessungen auch an einer Station in Wedding begonnen.

Während die verkehrsnahe Messung an der Schloßstraße stark durch wechselnde Verkehrsverhältnisse geprägt ist und keine Trendaussage zuläßt, zeigen die Messungen an der verkehrsabgewandten Parochialstraße, die als repräsentativ für die mittlere Innenstadtbelastung gelten kann, bis 1987 im Mittel eine jährliche Zunahme der Konzentration um etwa 3,5 % (von 35 auf 45 µg/m³ in acht Jahren). Seit 1987 deutet sich sowohl hier als auch an den anderen Meßstellen im Stadtgebiet ein Rückgang an (vgl. Abb. 2).

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Abb. 2: Verlauf der Jahresmittelwerte von Stickstoffdioxid 1979 - 1995

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[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Als Ursachen für die Abnahme kommt die Einführung von Entstickungsmaßnahmen an den großen Kraft- und Heizwerken (vgl. Tab. 2) sowie die Einführung des geregelten Dreiwege-Katalysators bei Personenkraftwagen in Frage. Die Umstellung auf Katalysatorfahrzeuge ist in Berlin besonders schnell vorangeschritten. 1995 lag der Anteil der mit Katalysator ausgerüsteten PKW in Berlin bei 65 %.

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Tab. 2: Inbetriebnahme von Entschwefelungs- und Entstickungsanlagen in den Berliner Heizkraft- und Kraftwerken (Stand August 1996)

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[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Im Vergleich zur sehr positiven Entwicklung beim Schwefeldioxid (vgl. Karte 03.01, SenStadtUmTech 1997) ist die Immissionsentwicklung bei den Stickoxiden bisher unbefriedigend verlaufen. Ursache ist, daß das Verkehrsaufkommen ständig zunimmt und daß die bodennahe Stickoxidemission etwa zur Hälfte von Lastkraftwagen und Bussen hervorgerufen wird. Für diese Fahrzeuge sind erhebliche Verbesserungen erst seit dem 1.10.1996 wirksam geworden, die den Ausstoß von Stickoxiden und anderen Schadstoffen reduzieren. Wegen der zu erwartenden Verkehrszunahme muß davon ausgegangen werden, daß der Beitrag der Emittentengruppe Verkehr auch in Zukunft den entscheidenden Faktor bei der Entwicklung der Berliner Luftbelastung durch Stickoxide darstellen wird.

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