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Umweltatlas Berlin

01.15 Ingenieurgeologische Karte (Ausgabe 2017)

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Hydrogeologische Situation

Die Urstromtalsande bilden einen mächtigen Grundwasserleiter (Hauptgrundwasserleiter) innerhalb des gesamten Süßwasserstockwerkes, in dem mehrere Einzelgrundwasserleiter hydraulisch in Verbindung stehen. Das Grundwasser liegt in den Sanden in ungespanntem Zustand vor (vgl. Karten 02.07 und 02.12).
Der Grundwasserflurabstand beträgt allgemein 2 - 4 m, häufig auch mehr als 4 m, in Niederungen ist er kleiner als 2 m (vgl. Karte 02.07).
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Einflussbereich von Wasserwerken die Grundwasserstände durch die Förderung der Wasserwerksbrunnen für die Trinkwasserversorgung zum Teil stark beeinflusst sind.

Der Grundwasserleiter im Urstromtal ist unbedeckt, er ist gegenüber flächenhaft eindringenden Schadstoffen nicht geschützt.
Die Fließgeschwindigkeit kann mit ≤ 0,25 m/d angenommen werden. In der Nähe von Brunnenfassungen kann sie deutlich höher sein.

Im Bereich der Hochflächen wird der Hauptgrundwasserleiter meist von mächtigem saale- und weichselkaltzeitlichem Geschiebemergel überdeckt. Im Allgemeinen ist hier von gespannten Grundwasserverhältnissen auszugehen, wobei der Flurabstand meist mehr als 10 m beträgt. Mit Annäherung an das Urstromtal verringert sich der Flurabstand entsprechend der Abnahme der Geschiebemergelmächtigkeit.

Abbildung 1
Abb. 1: Hydrogeologische Begriffe

In kleinen rinnen- und beckenartigen Einsenkungen im weichselkaltzeitlichem Geschiebemergel, in denen Schmelzwassersande und auch Abschlämmprodukte des Geschiebelehms bzw. Geschiebemergels auftreten, ist oft ein geringmächtiger, oberer Grundwasserleiter ausgebildet. Hier muss in Abhängigkeit vom Niederschlagsangebot mit oberflächennahem Grundwasser gerechnet werden, das auch als sogenanntes Schichtenwasser bezeichnet wird (Abb. 1). Außerdem ist nicht auszuschließen, dass innerhalb des Geschiebemergels in Sandlinsen ebenfalls Grundwasser ("Schichtenwasser") vorkommt.

Diese Verhältnisse sind bei Tiefbauarbeiten und bei der Errichtung unterkellerter Bauten zu berücksichtigen.

In den Talsanden des Panketals auf der Barnim-Hochfläche hat sich ein ungespannter, unbedeckter, eigenständiger Grundwasserleiter ausgebildet, der getrennt durch die liegende Grundmoräne über dem gespannten Hauptgrundwasserleiter liegt (Abb. 2).

Abbildung 2
Abb. 2: Hydrogeologische Situation im Panketal

Weitere Informationen finden Sie auch in Karte 02.12 Grundwasserhöhen, Karte 02.19 Zu erwartender höchster Grundwasserstand (zeHGW) und Karte 02.20 Zu erwartender mittlerer höchster Grundwasserstand (zeMHGW).

Nähere Informationen zum Grundwasser sind bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Arbeitsgruppe II B 3 Landesgeologie, im Internet zu erhalten.

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