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Umweltatlas Berlin

01.06 Bodenkundliche Kennwerte (Ausgabe 2006)

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01.06.4 Nutzbare Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes


Beschreibung

Eine differenzierte Betrachtung des pflanzenverfügbaren Wassers für den jeweiligen Standort ergibt die Beurteilung des Wasserhaushaltes über die nutzbare Feldkapazität im effektiven Wurzelraum (nFKWe). Dabei werden entsprechend der Bodenart und der Nutzung die unterschiedlichen Durchwurzelungstiefen und Wurzelräume berücksichtigt. So haben Wald- und Baumstandorte einen wesentlich größeren Wurzelraum als zum Beispiel Gartennutzungen. In Sandböden ist der effektive Wurzelraum geringer als in Lehmböden. In den Lehmböden kann das Niederschlagswasser länger als in den Sandböden gespeichert werden, so dass es für die Pflanzenwurzeln hinsichtlich des Wasser- und Nährstoffhaushaltes lohnend ist, sich einen etwas größeren Wurzelraum zu erschließen als in sandigen Substraten. Bei den moorigen Böden reicht der effektive Wurzelraum nur bis zu den grundwasserbeeinflussten Horizonten, so dass meist nur die obersten 20 - 30 cm als Wurzelraum dienen. Ursache für den geringen Wurzelraum ist der Luftmangel in den ständig wassergesättigten Horizonten. Die Pflanzenwurzeln, mit Ausnahme einiger Spezialisten, beschränken sich daher auf die oberen Horizonte, die sowohl ausreichend Luft als auch Wasser führen.

Die zusätzliche Wasserversorgung der Pflanzen in der Vegetationszeit aus dem kapillaren Aufstieg des Grundwassers, die die nFKWe bei geringen Flurabständen entscheidend beeinflusst, wurde hier bei der Ermittlung nicht berücksichtigt.

Methode

Die Ermittlung der nFKWe für die Bodengesellschaften in Abhängigkeit von der realen Flächennutzung erfolgte durch das Fachgebiet Bodenkunde der TU Berlin im Rahmen eines Gutachtens (Plath-Dreetz / Wessolek / Renger 1988).

Dabei wurde zunächst der effektive Wurzelraum für Berliner Standorte entsprechend unterschiedlichen Nutzungen aus Tabelle 1 entnommen. Ausgehend von der Tiefe des effektiven Wurzelraumes wurden für die bei Grenzius (1987) dokumentierten Musterprofile die horizontweise ermittelten nutzbaren Feldkapazitäten zur nFKWe addiert. Für die organische Substanz wurden entsprechende Zuschläge berücksichtigt. Da innerhalb einer Bodengesellschaft unterschiedliche Bodentypen auftreten, ergibt sich eine Spanne, die mit dem Minimal- und Maximalwert der nFKWe je Bodengesellschaft beschrieben werden kann. Zusätzlich wurde der typische nFKWe -Wert nutzungsabhängig für die jeweilige Bodengesellschaft bestimmt, der in der Karte dargestellt ist.

Tabelle 1: Tiefen des effektiven Wurzelraumes (in dm) in Abhängigkeit von Bodenart und Nutzung
  Acker
Garten
Friedhof
Grünland Forst Park Kleingarten
Sande 6 5-6 10 7 6
Lehme 7 6-7 12 8 7
moorige Böden (grundwasserbeeinflusst) - 2-3 4 4 4
Tabelle 1: Tiefen des effektiven Wurzelraumes (in dm) in Abhängigkeit
von Bodenart und Nutzung (Plath-Dreetz et al. 1988)

Die Ergebnisse werden in fünf Stufen zusammengefasst (Tab. 2):

Tabelle 2: Stufung der nutzbaren Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes
nFKWe [mm] Stufe Bezeichnung
<60 1 sehr gering
60 - <140 2 gering
140 - <220 3 mittel
220 - <300 4 hoch
≥300 5 sehr hoch
Tabelle 2: Stufung der nutzbaren Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes
(Bodenkundliche Kartieranleitung 1994)

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