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Umweltatlas Berlin

08.06 Solare Flächenpotenziale (Ausgabe 2008)

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Kartenbeschreibung

Als langfristig mögliche Beiträge solarer Anlagen zur Energieversorgung Berlins wurden im Rahmen der Untersuchung folgende Werte ermittelt:

  • Solarthermie für die Wärmeversorgung 12% (vgl. Tabelle 3)
  • Photovoltaik für die Stromversorgung 9%.

Es handelt sich dabei um einen Ausblick auf das Jahr 2050.
Für die aktuelle Mobilisierung von Flächen für die solare Nutzung bieten sich weder die für Berlin typischen innerstädtischen Baublöcke noch die Zweckbauten der Nachkriegszeit und auch nicht die seit den 80er Jahren entstandenen Gewerbegebiete an, weil hier wirtschaftliche Lösungen zunächst nur schwer realisiert werden können.

Abbildung 2 zeigt die Verteilung der für die Solarenergienutzung z.V. stehenden Flächen im Vergleich der Stadtraumtypen untereinander.
Berlin hatte im Jahr 2005 circa 3.390.000 Einwohner. Das solarurbane Flächenpotenzial beträgt in Berlin auf den Dächern 10,40m² pro Einwohner und 3,38m² pro Einwohner an Fassaden, insgesamt also 13,78m² pro Einwohner. Die Einfamilienhäuser der Nachkriegszeit (Stadtraumtyp 11) nehmen in der Hauptstadt mit einem solarurbanen Flächenpotenzial (Dach und Fassade) von 6.480 Tausend m² eine Spitzenposition ein. Beim solarurbanen Dachflächenpotenzial ragen die Gewerbe und Industriegebiete der Nachkriegszeit (Stadtraumtypen 13, 16, 20), die Wohnsiedlungen der 50er und 70er Jahre (Stadtraumtyp 7 und 9) sowie die Zweckbauten der 50er, 60er und 70er Jahre (Stadtraumtyp 12) hervor.

Abbildung 2
Abb. 2: Verteilung der zur Solarenergienutzung zur Verfügung stehenden Flächen auf die Stadtraumtypen

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Schwerpunkte für weitere intensivere Untersuchungen zur Konkretisierung möglicher Realisierungschancen der Installierung solartechnischer Anlagen bieten sich bei folgenden Stadtraumtypen an:

  • Siedlungen des Sozialen Wohnungsbaus der 50er Jahre in Zeilenbebauung
  • Geschosswohnungsbau der 70er Jahre
  • Einfamilienhausgebiete der 50er, 60er und 70er Jahre und
  • Gewerbe- und Industriegebiet der 50er, 60er und 70er Jahre.

Darüber hinaus bieten sich besonders günstige Möglichkeiten zur Einbindung solarenergetischer Ziele bei allen Projekten der Baulanderschließung an; die Untersuchung hebt hier vor allem zukünftige Einfamilienhaus- und Geschosswohnungsbau-Gebiete, aber auch großflächige Dienstleistungsstandorte hervor.

Tabelle 3 stellt zusammenfassend den langfristig möglichen Beitrag der Solarthermie zur Wärmeversorgung in Berlin getrennt nach Stadtraumtypen dar.

Tabelle 3
[Ca. 26 KB groß.]

Tab. 3: Langfristiges Nutzungspotenzial der Solarthermie in Berlin nach Stadtraumtypen

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Bedeutung des solaren Flächenpotenziales für die Klimaschutzziele Berlins

Über die Ergebnisse der Untersuchung zu den solaren Flächenpotenzialen lassen sich indirekt auch Rückschlüsse auf das CO2-Minderungspotenzial durch den Einsatz von Solarenergie ziehen.
Das Potenzial für die solare Stromgewinnung beträgt insgesamt 1.093.720 Megawattstunden jährlich. Bei einer kompletten Ausschöpfung des ermittelten Solarstrom-Potenzials errechnet sich eine CO2- Einsparung von rund 732.792 Tonnen jährlich. Das sind fast 8,5 Prozent der im Jahr 2000 durch den gesamtstädtischen Stromverbrauch von 12.934.000 MWh entstandenen CO2-Emissionen von rund 8.665.780 Mio. Tonnen.

Zwar beruht die berechnete Reduktionswirkung von 8,5 Prozent auf einem Vergleich, der sich auf den heutigen Kraftwerkspark in der Bundesrepublik Deutschland, seine Effizienz und seine Anlagenstruktur bezieht, jedoch wird deutlich, dass die Solarenergie einen relevanten Beitrag zur CO2-Minderung leisten kann.

Die Höhe der potenziellen CO2-Einsparung durch Nutzung solarthermischer Anlagen hängt von den CO2-Emissionsfaktoren des durch Solarenergie ersetzten Brennstoffes ab. Setzt man Erdgas als hauptsächlichen Brennstoff an, so beträgt der äquivalente CO2-Wert einer mit Erdgas produzierten Wärmemenge von einer Kilowattstunde 310 Gramm.
Das Gesamtpotenzial für solarthermische Wärmegewinnung von 17.160.612 Megawattstunden ermöglicht somit eine CO2-Einsparung von rund 5.319.790 Tonnen jährlich.

Um das Solarenergie-Potenzial (Photovoltaik und Solarthermie) ausschöpfen zu können, müssen bei vielen Gebäudebeständen, die von der Ausrichtung ihrer Dächer und Fassaden her für die solare Nutzung geeignet sind, zunächst die baulich-technischen Voraussetzungen für die Installation von Solaranlagen geschaffen werden. Dies kann nur in Zusammenhang mit notwendigen Sanierungsmaßnahmen geschehen, die sich an den Erneuerungszyklen der Bauteile orientieren.

Zur Ausschöpfung speziell des solarthermischen Potenzials sind weitere Voraussetzungen notwendig. Die Heizungsanlagen müssen mit solarthermischen Anlagen kombinierbar und für die Warmwasserspeicher Aufstellflächen vorhanden sein. Ihre Effizienz entfaltet die Solarthermie bei der Raumwärmeversorgung in Verbindung mit reduzierten Wärmebedarfen der Gebäude und mit Flächenheizungen.

Um das langfristige Klimaschutzziel einer 80% CO2-Minderung bis zum Jahr 2050 zu erreichen, würden sowohl die Erschließung der Potenziale der Solarthermie als auch der Photovoltaik benötigt, und zwar in Verbindung mit hochwertigen energetischen Sanierungen und energieeffizienten neuen Baugebieten.

Bei den Sanierungszyklen hat Berlin den Vorteil, dass große Teile seines Gebäudebestandes in den letzten beiden Jahrzehnten bereits modernisiert wurden, sei es in Stadterneuerungsgebieten, sei es in Siedlungen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus und auch in den Plattenbausiedlungen.

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