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Umweltatlas Berlin

08.06 Solare Flächenpotenziale (Ausgabe 2008)

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Datengrundlage

Die Erarbeitung einer Übersicht über das Potenzial an für Solaranlagen geeigneten Dach- und Fassadenflächen setzt die Einbeziehung verschiedener Parameter voraus, davon sind am bedeutendsten:

  • die topografischen, meteorologischen und baulichen Besonderheiten der Stadt
  • die Typologie der 20 bundesweit relevanten Stadtraumtypen mit unterschiedlichen solaren Potenzialen
  • solare Gütezahlen, die als Planungskennziffern und zur Potenzialermittlung nutzbar sind
    sowie
  • energetische Lösungsmodelle, d.h. optimierte Kombinationen von Wärmebedarfsreduzierung und umweltfreundlicher Wärmeversorgung für die einzelnen Stadtraumtypen.

Hinsichtlich der meteorologischen Ausgangssituation weist Berlin ein vergleichsweise sonnenscheinreiches Klima auf.
Ihrer Lage in der norddeutschen Tiefebene verdankt die Stadt ein annähernd kontinentales Klima. Dies führt dazu, dass im Überblick der langjährig aufgezeichneten Dauer des jährliches Sonnenscheins die Station Berlin-Tempelhof von rund 430 Stationen des Deutschen Wetterdienstes mit etwa 1670 Stunden an 72. Stelle liegt (Online-Angebot des Deutschen Wetterdienstes DWD).

Grundlage der Arbeiten war die Einteilung des gesamten Gebäudebestandes der Bundesrepublik Deutschland in 20 sogenannte Stadtraumtypen entsprechend der schon genannten Kriterien (vgl. Tabelle 1).

Tab.1: Bundesweit verbreitete Stadtraumtypen mit unterschiedlichen Potenzialen zur Nutzung von Solarenergie
Stadt-
raumtyp
Typologische Beschreibung
1 Altstadtquartiere (vorindustrielle Stadtkerne, auch bei späterer Überlagerung)
2 Innerstädtische Baublöcke, oft City-Randlage (Quartiere der Gründer- und Vorkriegszeit mit Mischnutzung)
3 Gewerbe- und Industriekomplexe der Gründer- und Vorkriegszeit mit überwiegend gewerblicher Nutzung
4 Zweckbau-Komplexe und öffentliche Einrichtungen der Vorkriegszeit
5 Werks- und Genossenschaftssiedlungen (einheitlich geplante Wohnquartiere der Gründer- und Vorkriegszeit)
6 Einfamilienhausgebiete, Villen- und Beamtenviertel (lockere Wohnbebauung der Gründer- und Vorkriegszeit)
7 Wiederaufbau-Ensembles der 50er und 60er Jahre (auf altem Stadtgrundriss und in geschlossener Bauweise)
8 Siedlungen des Sozialen Wohnungsbaues der 50er Jahre (Zeilenbauten)
9 Siedlungen des Sozialen Wohnungsbaues der 60er Jahre
10 Geschosswohnungsbau der 70er Jahre
11 Geschosswohnungsbau in den neuen Bundesländern
12 Einfamilienhausgebiete (Siedlungen der 50er, 60er und 70er Jahre)
13 Zweckbau-Komplexe und öffentliche Einrichtungen der 50er, 60er und 70er Jahre
14 Gewerbe- und Industriegebiete der 50er, 60er und 70er Jahre
15 Geschosswohnungsbau seit den 80er Jahren
16 Einfamilienhausgebiete seit den 80er Jahren
17 Gewerbe- und Industriegebiete seit den 80er Jahren
18 Zweckbau-Komplexe und öffentliche Einrichtungen seit den 80er Jahren
19 Einkaufszentren seit den 80er Jahren
20 Freizeitanlagen seit den 80er Jahren
Tab.1: Bundesweit verbreitete Stadtraumtypen mit unterschiedlichen Potenzialen zur Nutzung von Solarenergie

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Stadträumen mit ähnlichen baulichen und technischen Gegebenheiten sowie ähnlichen städtebaulichen Entwicklungen lassen sich auch vergleichbare solare Potenziale zuordnen, so dass auf diese Weise lokale Schwerpunkte für den Einsatz solarer Technik erkennbar werden können.

Beispiele für einzelne Referenzstadträume dieser Stadtraumtypen in Berlin enthält eine Dokumentation des Auftragnehmers (Fa. Ecofys), die auch zum Download bereitgestellt wird (Stadtraumtypenkatalog Berlin, Referenzflächen mit Fotos und Tabellen als PDF-Dokument (2,5 MB)).
Abbildung 1 stellt ein Beispiel aus dieser Dokumentation dar.

Referenzstadtraum in Berlin:
Ort: Bornitzstraße, Lichtenberg
Baujahr: 1959 (Merkur)
Geschossigkeit: III-V
Dichte 0,8
Dachform: Satteldach
Anteil in Berlin 6,2

Besonderheiten:
Modernisierungen erfolgten vorrangig nur an nachgefragten Standorten, häufig in Verbindung mit der Zusammenlegung von Wohnungen, Instandhaltungsstau an wenig gefragten Standorten, teilweise Eigentümerwechsel bei Wohnungsbaugesellschaften, nur geringe Aufteilung

Solare Gütezahlen:
Gütezahl Dach 0,11
Gütezahl Fassade 0,00
a806_01
Abb.1: Beispiel aus dem Stadtraumtypenkatalog Berlin (hier: Stadtraumtyp 7 - Siedlungen des Sozialen Wohnungsbaues der 50er Jahre)

Da die Kenntnisse über die Verteilung und Lage dieser Stadtraumtypen in Berlin jedoch nicht flächendeckend vorhanden sind, war es notwendig, die Datenlage auf die spezifische Berliner Situation anzupassen.

Dazu wurden verschiedene Informationsquellen herangezogen, von denen die Zuordnung der Flächentypen des Informationssystems Stadt und Umwelt (ISU) zu den Stadtraumtypen die zentrale Aufgabe war. Die umfangreichen Ergebnisse zu dieser Nutzungskartierung Berlins sind unter Karte 06.07 Stadtstrukturtypen (Ausgabe 2007) veröffentlicht.

Als weitere Datengrundlagen wurden genutzt:

  • Blockkarte 1: 5000 (ISU 5) 31.12.2003,
  • Orthophotos 2004, SenStadt Abt. III,
  • Gebäudealterkarte einzelner Bezirke, SenStadt Stand 1988,
  • Öffentliches Verzeichnis der Denkmale in Berlin (Denkmalliste Berlin) (Amtsblatt für Berlin, 51. Jahrgang, Nr. 29 vom 14.06.2001, Senatsverwaltung für Inneres
  • Umweltatlas, Karten 08.01 Versorgungsbereiche Gebäudewärme und 08.02 Überwiegende Heizungsarten, SenStadt (Ausgabe 2005)
  • Karte "Flächen mit gesamtstädtischen Veränderungspotenzialen", SenStadt IA1, Stand Ende 2005
  • Einzelne Themenkarten der Anwendung FIS-Broker, SenStadt, Stand der Zugriffe: August 2005 - März 2006.

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