Geoportal  



 

Umweltatlas Berlin

08.05 Elektromagnetische Felder

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück weiter

Natürliche Felder

Statische elektrische und magnetische Felder (Gleichfelder) von nennenswerter Feldstärke hat es schon immer auf der Erde gegeben.

a805_04
Abb. 4: Natürliche elektrische und magnetische Gleichfelder

Luftbewegungen in der Atmosphäre sowie die ionisierende Wirkung kosmischer Strahlung in den höheren Luftschichten (Ionosphäre) erzeugen ein elektrisches Gleichfeld zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre. Unter normalen Wetterbedingungen beträgt die Feldstärke in Bodennähe 100-500 V/m, während diese bei Gewitteraktivität bis auf über 20 000 V/m (20 kV/m) ansteigen kann. Wechselfeldanteile bei Frequenzen, wie sie in der Energieversorgung Verwendung finden, treten praktisch nicht auf. Die natürliche Hintergrundfeldstärke bei 50 Hz beträgt lediglich 0,1 mV/m.

Das statische magnetische Feld ist von seiner Wirkung auf eine Kompaßnadel bekannt. Es ist zeitlich nahezu konstant und beträgt in Deutschland ca. 42 µT. Ursache des Gleichfeldes sind Kreisströme im Erdinneren. Extrem hohe Feldstärken können in der Nähe von Blitzen auftreten (bis zu 1 T, was zu Herzstillstand beim Menschen führen kann). Geringe Schwankungen der Flußdichte werden durch den Sonnenwind hervorgerufen, dessen geladene Teilchenströme das Erdmagnetfeld deformieren. Weiterhin existieren hochfrequente Komponenten des magnetischen Feldes, als Auswirkung der globalen Gewitteraktivität. Diese sind jedoch derart gering, daß bei 50 Hz nur ein Wechselfeldanteil von 10-6 µT vorliegt (WHO 1984).

Technische Felder

Im niederfrequenten Bereich sind die technischen Feldquellen häufig erheblich stärker als die in der Umwelt natürlich auftretenden Felder. Es handelt sich dabei überwiegend um Energieversorgungseinrichtungen, die zur Erzeugung und zur Verteilung elektrischer Energie dienen bzw. um die technischen Verbraucher selbst. Hierzu gehören industrielle Anlagen, private Installationen und Verbraucher (z.B. Haushaltsgeräte) sowie öffentliche Transportsysteme (z.B. U-Bahn, Fernbahn).

Zusätzlich zu den Feldimmissionen großtechnischer Anlagen ist der Mensch heute im Haushalt und an Arbeitsplätzen von einer Vielzahl von Quellen elektrischer und magnetischer Felder umgeben, deren Feldanteile sich summieren und deren Feldstärken die der zuvor genannten Anlagen übertreffen können. Die Feldstärke ist dabei ganz wesentlich von der Entfernung zum Gerät abhängig sowie von dessen technischer Ausführung, welche für die große Streuung des Wertebereichs einzelner Gerätetypen verantwortlich ist. In der Legende der Karte sind bereits die Feldstärken von Elektrogeräten im üblichen Gebrauchsabstand aufgelistet ("Repräsentative Werte magnetischer Flußdichten von Haushaltsgeräten in unterschiedlichen Abständen"). Der Vergleich mit den in der Karte eingetragenen Feldstärken von Hochspannungsfreileitungen zeigt, daß die Feldstärken an gewöhnlichen Haushaltsgeräten tatsächlich häufig höher liegen.

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück weiter

umweltatlas_logo_klein