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Umweltatlas Berlin

06.10 Gebäude- und Vegetationshöhen (Ausgabe 2014)

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Problemstellung

Die städtebauliche Entwicklung Berlins mit ihren Auswirkungen sowohl auf die Siedlungsstruktur als auch auf die Verteilung und Nutzung der unbebauten Flächen wird im Umweltatlas in verschiedenen Karten differenziert beschrieben:

Die Karten zur Städtebaulichen Dichte 06.09 "Städtebauliche Dichte" ergänzen diese Informationen mit Bewertungen zum Maß der baulichen Nutzung.

Aus all diesen Einzelinformationen lassen sich jedoch nur indirekt Aussagen zur vertikalen Erstreckung der natürlichen bzw. künstlichen Strukturen in der Stadt ableiten. Dabei steht für den Bereich der Hochbauten mit der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) als darstellendem Teil des so genannten Liegenschaftsbuches eine kartographische Grundlage für die Gebäude einschließlich ihrer Geschossanzahl flächenscharf eine aktuelle Basis zur Verfügung, die auch näherungsweise die Ableitung von Höhen in m über Geländeoberfläche zulässt (vgl. Abb. 1).

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Abb. 1: Ausschnitt aus der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) (Angabe der Gebäudegeschosse in römischen Zahlen)

Genaue und kleinräumige Aussagen zur Höhe und Struktur von Gebäuden und Vegetationsflächen können für verschiedene Anwendungszwecke von großer Bedeutung sein. Der Nutzen eines solchen Datenbestandes besteht z.B. in der Bereitstellung von Informationen für

  • die flächendeckende Kartierung begrünter Dächer,
  • genauere stadtklimatische Modellierungen,
  • die weitere Differenzierung der Nutzungskartierung im Grünbereich oder
  • eine detailliertere Beurteilung von Luftschadstoff- und Lärmausbreitungen im Wohnumfeld.

Die Aussagegenauigkeit jeder Modellierung hängt verständlicherweise stark von der Qualität der Eingangsdaten ab. Um beispielsweise eine detaillierte Berechnung des Verlaufs von Luftleitbahnen und Durchlüftungsbedingungen zu ermöglichen, muss die aerodynamische Oberflächenrauhigkeit mit ihren geometrischen Abmessungen möglichst genau bekannt sein. Erhöhte Objekte, wie Gebäude oder ganze Gebäudeblöcke, aber auch hohe und dichte Baumstrukturen stellen Hindernisse dar, die sich bremsend bis hin zur Windstille oder aber kanalisierend und damit beschleunigend auf die Windströme auswirken können.

Mit Hilfe der flugzeuggestützten Fernerkundung lassen sich, neben Thermalbildverfahren, auch auf indirektem Wege objektbezogene Informationen über stadtklimatische Zustände ableiten. Die Gestaltung der urbanen Oberfläche durch künstliche Versiegelung (Wohn- und Geschäftsbebauung, Industrie, Verkehrs- und Kfz-Parkflächen) ist dabei ein wesentlicher Faktor. Die Versiegelungsarten, sowie die Gebäude- und Vegetationsstrukturen können mit Methoden der Fernerkundung (detailliert) bestimmt werden.

Das maßgebliche Ziel der vorliegenden Karte ist die Ableitung von Gebäudehöhen sowie die Extraktion von Vegetationshöhenstufen für Berlin und das nähere Umland. Ein weiteres Ziel ist die Erstellung einer Geodatenbank mit spezifischen Objektinformationen sowie die Bereitstellung dieser Daten als Grundlage für weiterführende urbane Analysen.

Alle notwendigen Arbeitsschritte wurden durchgeführt am Institut für Optische Sensorsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und gliederten sich in zwei Projektphasen. Die Ergebnisse des ersten Teils beinhalten einen rund 450 km² großen Teilbereich der Stadt, der neben der gesamten Innenstadt vor allem Teile der südlichen Stadthälfte umfasst. Die Erfassung des restlichen Stadtgebietes innerhalb einer zweiten Projektphase wurde Mitte 2014 ebenfalls abgeschlossen. Aufgrund der unterschiedlichen Datenqualität bleiben beide Bereiche in der weiteren Bearbeitung und Darstellung voneinanerder getrennt (siehe auch Kartenbeschreibung). Der nachfolgende Text basiert in wesentlichen Teilen auf dem Projektbericht (pdf; 10,1 MB) zur ersten Phase.

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