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Umweltatlas Berlin

06.01 Reale Nutzung der bebauten Flächen /
06.02 Grün- und Freiflächenbestand (Ausgabe 1995)

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Kartenbeschreibung

Das Berliner Stadtgebiet umfaßt eine Fläche von 889 km². Davon werden 55 % als bebaute Fläche und 45 % als Grün- bzw. Freifläche genutzt (vgl. Abb. 1).

Abbildung 1
* in Frankfurt/M. sind sonstige Flächen unter Park, Friedhof eingeschlossen
Abb. 1: Flächennutzung Berlins im Städtevergleich
(nach Statistisches Jahrbuch der Stadt München 1991 und Statistisches Jahrbuch 1991 der Stadt Berlin)

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Der Anteil der bebauten Fläche inklusive Straßenland an der Stadtfläche ist mit 55 % im Vergleich zu anderen Städten hoch. Ähnliche Verhältnisse zwischen bebauter und unbebauter Fläche sind in den Städten München (57 % bebaute Fläche) und Bochum (58 % bebaute Fläche) anzutreffen. In anderen Städten liegt der Freiflächenanteil über 50 %. Mit einem besonders hohen Anteil fallen die Städte Frankfurt a.M. (61 %) und Augsburg (66 %) auf.

Beschreibung Karte 06.01 Reale Nutzung der bebauten Fläche

Die Karte 06.01 Reale Nutzung der bebauten Fläche zeigt die verschiedenen Nutzungsarten in ihren Anteilen an der bebauten Fläche Berlins und ihre Verteilung über die Stadtfläche. Abbildung 2 verdeutlicht die Verteilung der Nutzungsanteile weiter.

Abbildung 2
Abb. 2: Anteile der verschiedenen Nutzungsarten an der bebauten Fläche Berlins

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Mehr als die Hälfte der bebauten Fläche Berlins wird zum Wohnen genutzt. Gewerbe- und Industriegebiete wie auch Gemeinbedarfsflächen nehmen mit 14,2 % bzw. 16,8 % noch einen relativ großen Teil der bebauten Fläche Berlins ein. Ihnen folgen Verkehrsflächen (ohne Strassen) inklusive der Bahnflächen mit 5,4 % und die Mischgebiete I und II mit zusammen 5,7 %. Sehr wenig Raum nehmen Kerngebiete, Flächen der Ver- und Entsorgung, Verkehrsflächen, Wochenendhausgebiete und Baustellen ein.

In der Verteilung der Nutzungsarten der bebauten Flächen auf das Stadtgebiet lassen sich charakteristische Strukturen erkennen. So gibt es reine Wohn- und Gewerbegebiete im Stadtrandbereich deutlich häufiger als innerhalb des S-Bahnringes, während dort die Misch- und Kerngebietsnutzungen stärker vertreten sind. Insbesondere konzentrieren sich auf Grund günstiger Transportbedingungen Gewerbegebiete entlang von Wasserwegen und Bahnlinien. Mischgebiete und einzelne Kerngebiete findet man als Folge gewachsener Strukturen oft in den alten Ortskernen der verschiedenen Stadtteile. Auffällig ist die Konzentration der Kerngebiete in den beiden Citybereichen von West- und Ost-Berlin um Kurfürstendamm / Tauentzienstraße bzw. um den Bereich Alexanderplatz / Friedrichstraße. Gemeinbedarfsflächen sind über das gesamte Stadtgebiet relativ gleichmäßig verteilt. Flächen der Ver- und Entsorgung treten hauptsächlich im Stadtrandbereich, häufig in Nachbarschaft von Gewerbeflächen, auf.

Die beschriebenen Strukturen spiegeln sich auch im Vergleich der Verteilung der Flächennutzungsarten innerhalb der einzelnen Bezirke wider (vgl. Abb. 3).

Abbildung 3
Abb. 3: Anteile ausgewählter Nutzungsarten an der bebauten Fläche aller Berliner Bezirke

Beispiele für die charakteristische Nutzungsverteilung im Stadtrandbereich sind die Bezirke Tempelhof und Pankow mit 52 % bzw. 50 % Wohnnutzung und 18 % bzw. 15 % industrieller Nutzung, während sich im Bezirk Mitte mit nur 23 % Wohnnutzung, aber 15 % Kerngebietsnutzung und einem hohen Anteil an Gemeinbedarfstandorten (39 %) deutlich seine seit je her vorhandene zentrale Funktion widerspiegelt. Das West-Berliner Zentrum um Kurfürstendamm / Tauentzienstraße weist diese Funktion mit einem Kerngebietsanteil von bis zu 3 % nicht so deutlich auf, da sich das Kerngebiet auf drei Bezirke - Charlottenburg, Tiergarten und Schöneberg - verteilt. Die Innenstadtbezirke Kreuzberg und Tiergarten weisen mit 30 % einen relativ niedrigen Anteil an Wohnfläche auf. Dafür ist der Anteil an gewerblich genutzter Fläche mit 30 % bzw. 20 % hier sehr hoch. Kreuzberg und Mitte sind die Bezirke mit den größten Mischgebietsanteilen (18 %). Die ursprünglich vorhandene Nutzungsmischung ist in den Bezirken Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg noch am deutlichsten zu erkennen.

Als Wohnbezirke mit geringer gewerblicher Nutzung (2 bzw. 5 %) fallen Zehlendorf (63 % Wohnnutzung) und Hellersdorf (76 % Wohnnutzung) auf.

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