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Umweltatlas Berlin

05.06 Natur- und Landschaftsschutzgebiete (Ausgabe 1995)

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Brandenburg

In Brandenburg sind 2,1 % der Landesfläche als NSG und 19,1 % als LSG ausgewiesen (Stand Oktober 1994). Weitere Gebiete befinden sich in einstweiliger Sicherung bzw. im Unterschutzstellungsverfahren, nach deren Abschluß der Anteil der NSG im Land auf 6,6 % und der der LSG auf 33 % steigen wird. Im dargestellten Teil Brandenburgs gibt es fünf festgesetzte NSG und LSG. Die ältesten, das NSG ”Sacrower See und Königswald” und das LSG ”Erpetal”, wurden bereits 1938 zu Schutzgebieten erklärt. In den letzten Jahren wurde in Brandenburg mit der Unterschutzstellung zahlreicher Gebiete begonnen. Derzeit sind im näheren Umfeld Berlins 20 NSG und 9 LSG einstweilig sichergestellt oder im Unterschutzstellungsverfahren (vgl. Tab. 6 und Tab. 7).

Tabelle 6
Tab. 6: Naturschutzgebiete Brandenburgs im Berliner Umland (Stand März 1995)

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Tabelle 7
Tab. 7: Landschaftsschutzgebiete Brandenburgs im Berliner Umland (Stand März 1995)

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Einige Gebiete, wie das zukünftige NSG ”Eichwerder Moorwiesen” und das LSG ”Nauen - Brieselang - Krämer” grenzen unmittelbar an Schutzgebiete Berlins (”Tegeler Fließ”/”Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ” bzw. ”Eiskeller”/”Spandauer Forst”). Sie schaffen einen Biotopverbund zwischen Berlin und seinem Umland. Ein weiterer Schritt zu einer Verflechtung zwischen Berlin und Brandenburg ist die geplante Ausweisung eines gemeinsamen Naturparks. Der Barnim-Naturpark würde sowohl festgesetzte als auch zukünftige NSG bzw. LSG in beiden Ländern einschließen. Hierzu zählen u.a. der ”Bucher Forst” und die ”Karower Teiche” in Berlin und die ”Schönerlinder Teiche” und Teile des LSG ”Westbarnim und Tegeler Fließ” in Brandenburg.

Eine Vielzahl von Lebensräumen für gefährdete Pflanzen- und Tierarten bieten in Brandenburg die ehemaligen Truppenübungsplätze. Hier konnten sich großflächige Heide- und Dünenlandschaften von überregionaler Bedeutung bilden. So nehmen die Sandoffenlandschaften und Sandheiden auf brandenburgischen Militärübungsplätzen ca. 1,4 % und die Calluna-Heiden ca. 0,4 % der Landesfläche ein (vgl. Beutler 1993). In der Nähe Berlins konnte sich auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Döberitz ein einmaliges Naturpotential entwickeln. 1991 wurden weite Flächen dieses Gebietes einstweilig sichergestellt und befinden sich derzeit im Unterschutzstellungsverfahren zum NSG ”Döberitzer Heide” mit einer Fläche von annähernd 3 387 Hektar. Bedingt durch die ca. 95 Jahre dauernde, ausschließlich militärische Nutzung des Gebietes (erste militärische Manöver bereits 1713) kam es zu wiederholten Bränden und damit auf großen Flächen zu einer Nährstoffverarmung. Hierdurch und auch durch fehlende Forstwirtschaft konnten sich auf dem Truppenübungsplatz in den letzten Jahrzehnten verschiedene Sukzessionsstadien bilden. Auf den geomorphologisch reich strukturierten Flächen entwickelten sich vielfältige, miteinander vernetzte Lebensräume wie Offenland, Trockenrasen, Heiden, Feucht- und Frischwiesen, Moore, Erlenbrüche, verschiedene Vorwaldstadien und relativ junge Mischwaldbestände überwiegend aus Eiche und Birke (auf sandigen Standorten auch Kiefer). Bisher wurden 601 Pflanzenarten (davon ca. 1/4 Rote Liste-Arten) und 124 Brutvogelarten (z.B. Bekassine, Eisvogel, Wiedehopf, Ziegenmelker) auf dem Truppenübungsplatz nachgewiesen. Der Truppenübungsplatz Döberitz soll ein Naturschutzgroßprojekt des Bundes im Rahmen des Förderprogramms der Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie zur Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlicher Bedeutung werden (vgl. Schoknecht 1993).

Die folgenden, nach § 32 (bzw. § 31) BbgNatSchG gesetzlich geschützen Biotope befinden sich im Umland Berlins (vgl. Tab. 8).

Tabelle 8
Tab. 8: Brandenburger Biotoptypen im Berliner Umland (nach: Zimmermann 1994a)

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In Brandenburg waren im Juni 1995 39 Landschaftspläne in Bearbeitung durch die zuständigen Gemeinden (72 in Vorbereitung) und 40 Landschaftspläne lagen im Entwurf vor. Die direkt an Berlin grenzenden Landschaftspläne ”Falkensee, Stadt” und ”Schönwalde” sowie die Landschaftspläne ”Rangsdorf”, ”Bloischdorf”, ”Pritzwalk, Stadt” und Teile von ”Forst, Stadt” wurden bereits festgesetzt (vgl. Abb. 2).

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