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Umweltatlas Berlin

05.06 Natur- und Landschaftsschutzgebiete (Ausgabe 1995)

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Naturdenkmale

Die Naturdenkmale Berlins bestehen zum größten Teil aus alten, seltenen oder wertvollen Bäumen oder Baumgruppen (vor allem Linden und Eichen), wobei Schwerpunkte in den Bezirken Spandau und Neukölln liegen. Das vermutlich älteste lebende ND Berlins ist eine über 800jährige Traubeneiche (Quercus petraea) - die ”Dicke Marie” am Schloßpark Tegel, die bereits seit 1939 als ND geschützt ist. Weitere, relativ häufig vorkommende Einzelschöpfungen der Natur sind die als ND festgesetzten Findlinge. Die Bäume und Findlinge sind durch eine Sammelverordnung für Einzelobjekte von 1993 als ND ausgewiesen. Des weiteren gibt es in Berlin sogenannte flächenhafte Naturdenkmale, die nicht größer als 5 ha sein dürfen. Oftmals sind dies Pfuhle, die als Reste der ehemals zahlreichen Kleingewässer und als charakteristisches Landschaftselement Berlins vielen Pflanzen und Tieren Lebensräume bieten und zur Biotopvernetzung beitragen. Im Stadtbezirk Neukölln stehen besonders viele Pfuhle unter dem Schutzstatus des Naturdenkmals, wie ”Roetepfuhl”, ”Klarpfuhl”, ”Lolopfuhl”, ”Krugpfuhl”, ”Papenpfuhl”, ”Katzenpfuhl”, ”Priesterpfuhl”, ”Pfuhl am Neudecker Weg” und die ”Rohrpfuhle”. Ein flächenhaftes ND ist auch die "Düne Wedding" als Relikt einer früher in Berlin weit verbreiteten Landschaft. In den östlichen Bezirken der Stadt existieren derzeit keine Naturdenkmale. Vor der Vereinigung gab es in Ost-Berlin 126 Flächennaturdenkmale; 661 Bäume bzw. Baumgruppen und 3 Findlinge waren als Naturdenkmale ausgewiesen. Allein 252 der ND lagen im Stadtbezirk Pankow. Nach einer Überprüfung der Schutzwürdigkeit dieser Objekte ist eine Änderungsverordnung zu der für den Westteil der Stadt bestehenden Naturdenkmal-Verordnung von 1993 geplant.

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Tab. 4: Naturdenkmale in Berlin (Stand April 1995)

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§ 30a Biotope

Ein Schwerpunkt des Naturschutzes liegt in Berlin auf dem Erhalt eines von Gewässern und Waldflächen geprägten Landschaftsbildes und der Reste der naturnahen Vegetationsbestände. Diese konnten vor allem in den Randbezirken erhalten werden. Hier findet man auch die Mehrzahl der insgesamt 565 nach § 30a NatSchGBln geschützten Biotope. Die in Berlin ermittelten Biotope sind in Tabelle 5 aufgeführt.

Tab. 5: § 30a Biotope in Berlin (Stand Juli 1995)
(Bitte den gewünschten Bezirk anklicken)

Tab. 5: § 30a Biotope in Berlin (Stand Juli 1995)

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Die Röhrichte nehmen in Berlin den größten Teil der geschützten Biotope ein. Neben allen Röhrichtbeständen an Gewässern sind auch Landröhrichte, wenn die überwiegende Anzahl der Pflanzenarten aus typischen Röhrichtarten besteht und/oder eine oder mehrere typische Arten mehr als 50 % der vegetationsbedeckten Fläche einnehmen, geschützt (vgl. Hemeier und Steinlein 1995). Nach § 30a NatSchGBln geschützte Röhrichtbestände gibt es beispielsweise an den Inseln Scharfenberg, Baumwerder und Valentinswerder im Tegeler See, am Süd- und Westufer des Großen Müggelsees sowie an zahlreichen Kleingewässern im Stadtgebiet.

Im Stadtzentrum sind durch den starken Nutzungsdruck nur wenige § 30a Biotope zu finden. Hier konnten sich vor allem Magerrasen erhalten bzw. entwickeln. Magerrasen sind die in Berlin am zweithäufigsten anzutreffenden § 30a NatSchGBln Biotoptypen. Es kommen fast ausschließlich Sandtrockenrasen vor. Ruderale Halbtrockenrasen und Dominanzbestände mit Rotstraußgras (Agrostis tenuis) fallen nicht unter diesen Schutz (Ausnahme: unmittelbar an geschützte Sandtrockenrasen grenzende Bestände) (vgl. Hemeier und Steinlein 1995). In der Innenstadt sind Magerrasen auf Bahndämmen, dem ehemaligen Grenzstreifen und anderen Brachflächen nachgewiesen. Einige Restbestände treten auch in Parkanlagen, wie dem Volkspark Prenzlauer Berg, auf. Daneben kommen sie auf Flughäfen (Flughäfen Tegel, Tempelhof, Gatow, ehemaliger Flugplatz Johannisthal), in Kies- und Sandgruben (Sandgrube Seddinberg) und in den Berliner Wäldern (Eiskeller, Jungfernheide, Wuhlheide) vor. Auch einige mit Sandtrockenrasen bedeckte Dachflächen (Wasserwerke Friedrichshagen und Wuhlheide, Ökowerk Teufelssee) wurden aufgenommen.

Von den geschützten naturnahen Waldbeständen sind die Kiefern-Eichenwälder in Berlin am häufigsten. Gut ausgeprägte Kiefern-Eichenwälder finden sich auf fast allen Waldflächen der Berliner Forsten, insbesondere im Grunewald und in Köpenick. Nicht geschützt sind unter anderem Bestände mit fehlender oder von nitrophilen Arten bestimmter Krautschicht, mit dominantem Auftreten der Spätblühenden Traubenkirsche (Prunus serotina) in der Strauchschicht und Drahtschmielen-Kiefernforsten (vgl. Hemeier und Steinlein 1995). Sehr selten in Berlin vorkommende § 30 Biotope sind offene Binnendünen, Zwergstrauchheiden, Sumpfwälder, Quellbereiche sowie naturnahe und unverbaute Bach- und Flußabschnitte.

Die nach § 30a NatSchGBln geschützten Biotope zeigen Schwerpunkte für zukünftige Schutzgebietsausweisungen auf. Ein Beispiel sind die Vollkropfwiesen im Bezirk Köpenick, von denen Teile zu DDR-Zeiten FND waren. Dort gibt es Bereiche mit Feuchtwiesen, Röhrichte und Magerrasen. Es wurden 209 Pflanzenarten nachgewiesen, von denen 14 in der Roten Liste stehen.

Landschaftspläne

In Berlin gibt es derzeit vier festgesetzte Landschaftspläne: XX-L-4 Flughafensee, IX-L-1/1A Grunewaldseenkette, XII-L-3 Gärtner-/Kaulbachstraße, XIV-L-4 St.-Jacobi-Kirchhof II. In ihnen sind Schutz- sowie Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für Natur und Landschaft gesetzlich festgelegt. Derzeit befinden sich 116 Landschaftspläne in dem nach NatSchGBln vorgeschriebenen Verfahren (vgl. Abb. 2).

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Abb. 2: Übersichtskarte der Landschaftspläne von Berlin (Stand Dezember 1994) und angrenzenden Teilen Brandenburgs (Stand Juni 1995)

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