Geoportal  



 

Umweltatlas Berlin

05.06 Natur- und Landschaftsschutzgebiete (Ausgabe 1995)

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück weiter

Kartenbeschreibung

Berlin

Naturschutzgebiete

In Berlin gibt es derzeit 29 Naturschutzgebiete, welche 1,4 % (West: 0,7 %, Ost: 3,1 %) der Fläche des Stadtgebietes einnehmen (1 237 ha). Ein großer Teil der NSG Berlins liegt inmitten von als LSG ausgewiesenen Wäldern. Zu den Naturschutzgebieten im ehemaligen West-Berlin gehören z.B. die ”Fließwiese Ruhleben”, das Gelände der ”Bäkewiese” oder die Gebiete ”Teufelsbruch und Nebenmoore” und ”Großer und Kleiner Rohrpfuhl” im Spandauer Forst. Unter Naturschutz stehen auch die Havelinseln Imchen und die Pfaueninsel, welche bereits seit 1941 geschützt ist. In den östlichen Bezirken wurden 1994 die ”Karower Teiche”, die ”Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ” und der ”Faule See” zum NSG erklärt. 1995 folgten weitere acht Gebiete.

Ein Schwerpunkt der Schutzgebietsausweisung liegt in Köpenick. Hier befinden sich die flächenmäßig größten Naturschutzgebiete Berlins - die Naturschutzgebiete ”Krumme Laake/Pelzlaake”, ”Gosener Wiesen und Seddinsee (Nordostteil)” und ”Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug”. Diese drei Gebiete nehmen mit insgesamt fast 900 ha über 50 % der vorhandenen NSG ein. Nach Abschluß der begonnenen Schutzgebietsausweisungen (Stand April 1995) wird der Anteil der NSG in Berlin bei 1,9 % liegen (vgl. Tab. 1).

Tabelle 1 - Dummy
[Ca. 18 KB groß.]

Tab. 1: Naturschutzgebiete in Berlin (Stand April 1995)

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Die letzten in Berlin noch vorhandenen Moore sind Reste der ursprünglichen Vegetation. Hierzu zählen die Moore im Grunewald, die als NSG unter Schutz stehen, wie ”Barssee und Pechsee”, ”Teufelsfenn”, ”Postfenn”, ”Riemeisterfenn” und ”Hundekehlefenn”. Ein typisches Gebiet ist das NSG ”Barssee und Pechsee”. Der Pechsee entstand am Ende der Weichseleiszeit und liegt in einer Senke des westlichen Grunewalds. Teile des nördlichen Ausläufers sind vermoort, die übrige Fläche ist Wasserfläche. Der Pechsee, noch vor 50 Jahren als nährstoffarm eingestuft, entwickelte sich bis Mitte der 80er Jahre zu einem nährstoffreicheren Standort im Bereich des dort vorhandenen Schwingrasens. Damit verbunden war die Verarmung der Krautschicht im Waldbereich, die im nördlichen Teil durch die Spätblühenden Traubenkirsche (Prunus serotina) verdrängt wurde. Die Hauptursache für die Vegetationsveränderungen der Grunewaldmoore ist das starke Absenken des Grundwasserstandes durch die Trinkwassergewinnung, so daß viele Moore keinen Grundwasseranschluß mehr besitzen. Trotz der vielen negativen Veränderungen ist der Pechsee einer der letzten mesotrophen Seen Berlins. Im NSG ”Barssee und Pechsee” kommen eine Vielzahl seltener und gefährdeter Pflanzenarten vor. Floristische Besonderheiten dieses Gebietes sind die Schlamm-Segge (Carex limosa) und die Weiße Schnabelbinse (Rhynchospora alba). Neben den seltenen floristischen Arten existieren auch zahlreiche Tierarten, die an die spezifischen Bedingungen angepaßt sind. Das Gebiet ist Lebensraum für bemerkenswerte Tierarten, wie die Wasserspinne (Argyroneta aquatica), die Listspinne (Dolomedes fimbriatus) und den Laufkäfer Pterostrichus aterrimus. Der Barssee ist das bedeutendste Laichgewässer für den Moorfrosch und die Erdkröte im Westteil Berlins (vgl. SenStadtUm 1991).

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück weiter

umweltatlas_logo_klein