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Umweltatlas Berlin

05.03 Wertvolle Flächen für Flora und Fauna

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Methode

Es existieren eine Vielzahl von Kriterien, die zur Bewertung von Biotopen herangezogen werden können. Je nach Region, unterschiedlichen Nutzungseinflüssen und Biotoptypen differieren die Bewertungsmaßstäbe. Sie sind nur schwer standardisierbar. Die Quantifizierung, z.B. eine Artenkartierung, ist mit großem finanziellen und zeitlichem Aufwand verbunden. Die dann vorliegenden Daten sind meist nicht exakt klassifizierbar, weil nicht auf allgemein gültige Regeln zurückgegriffen werden kann. Im Vergleich dazu sind andere Naturhaushaltsfaktoren relativ einfach bewertbar: So kann z.B. ein nachgewiesener Schadstoff in der Luft nach einem gültigen Grenzwert der TA Luft klassifiziert werden.

Durch den hohen Aufwand ist eine gezielte Geländeerhebung häufig nicht möglich. Deshalb wird auf die Auswertung von Luftbildern zurückgegriffen. Hier müssen wiederum andere Kriterien bewertet werden als bei Geländeerhebungen. Die nicht vorhandene Systematisierung erfordert ein großes Fachwissen und viel Erfahrung des Gutachters und läßt demnach einen großen Spielraum für die subjektive Einschätzung.

Berlin

Für Berlin wurde vor diesem Hintergrund und unter der Maßgabe, nur den vorhandenen Sachstand auszuwerten, in folgender Weise vorgegangen:

Die Bewertungsmethodik basiert auf dem Artenschutzprogramm von 1984 und der Untersuchung von PLANTAGE 1992. Im Artenschutzprogramm wurden flächendeckend für Berlin (damals noch West) 57 Biotoptypen differenziert. In der vorliegenden Karte wurden davon die eher siedlungsgeprägten und die Sonderbiotoptypen nicht berücksichtigt. Im Gegensatz zur Umweltatlas Karte 85/87 wurden die 36 bewerteten Biotoptypen nicht mehr nach dem Merkmal natur- oder kulturgeprägt unterschieden, weil diese Unterscheidung nicht immer schlüssig erschien: Zum Beispiel kann der Wald im Ballungsraum Berlin nicht mehr uneingeschränkt als naturgeprägt bezeichnet werden. Statt dessen wurden die Biotoptypen in fünf Gruppen zusammengefaßt, die in der Karte auch farblich unterschieden werden. Dies ermöglicht einen grobe inhaltliche Einordnung. Darüber hinaus ist jede Fläche über eine Ziffer mit dem genauen Biotoptyp gekennzeichnet. Die fünf Gruppen sind:

  • Biotope der Gewässer, Gewässerufer, Moore,
  • Biotope der Wälder und Forsten,
  • Biotope der Kulturlandschaft,
  • Städtische Brachenbiotope,
  • Gärtnerisch geprägte Biotope.

Die Zuordnung der einzelnen Biotoptypen und ihr Wert nach dem Artenschutzprogramm ist Tabelle 1 zu entnehmen.

Tabelle 1 - Dummy
[Ca. 29 KB groß.]

Tab. 1: Wert der Biotoptypen (nach Artenschutzprogramm und PLANTAGE 1992)

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Der Wert der Biotoptypen beschreibt pauschal das Wertpotential eines Biotoptyps und ermöglicht auf dieser Ebene den Vergleich der Typen untereinander.

Die Bewertung der einzelnen Biotope erfolgt vergleichend innerhalb eines Biotoptyps. Der Biotoptypenwert findet hier keine Berücksichtigung. Es werden die Bewertungsstufen wertvoller Biotop und besonders wertvoller Biotop unterschieden. Nicht dargestellt werden Biotope, die zwar potenziale aufweisen, aufgrund ihres derzeitigen Zustands die Kategorie wertvoll aber nicht erreichen bzw. keine Entwicklungsmöglichkeiten besitzen.

Wenn eines oder mehrere der im folgenden genannten Kriterien in hohem Maße erfüllt sind, erfolgt eine Einordnung in die Kategorie besonders wertvoll.
Entsprechend bedingt eine durchschnittliche Erfüllung eines oder mehrerer Kriterien die Zuordnung zur Kategorie wertvoll. In der Praxis der Bewertung zeigte sich, daß oft nicht nur ein Kriterium, sondern meist mehrere erfüllt wurden.

Das Maß der Erfüllung ist für jedes Kriterium unterschiedlich definiert. Bei der Beschreibung der Kriterien wird dies anhand von Beispielen verdeutlicht. Es werden nicht alle Kriterien für jede Fläche abgefragt. Einige sind speziell zur Bewertung eines bestimmten Biotoptyps oder einer Biotoptypengruppe geeignet. Umgekehrt lassen häufig die wenigen vorhandenen Daten nicht das Abfragen der relevanten Kriterien zu. Deshalb wird eine grundsätzliche Unterscheidung im Bewertungsverfahren vorgenommen:

Für Biotope, über die ein oder auch mehrere Gutachten vorliegen, konnte nach den Kriterien a-h bewertet werden. Für Biotope, über die keine ausreichenden faunistischen oder floristischen Untersuchungen vorliegen, erfolgt die Bewertung auf der Grundlage von Luftbildern, Informationen von gebietskundigen Fachleuten und in Einzelfällen aufgrund von Geländebegehungen. Hier mußten entsprechend andere Kriterien erfüllt sein (i-l).

Bewertungskriterien für Biotope mit gutachterlichen Untersuchungen

a) Arten- und Gesellschaftsvielfalt

Beurteilt wird die Vielfalt an Arten und Gesellschaften, die für den jeweiligen Biotoptyp charakteristisch ist.

Die Einschätzung, ob es sich um hohe oder durchschnittliche Artenzahlen handelt und welche Organismengruppen herangezogen werden, ist abhängig von der Flächengröße und vom Biotoptyp:

Für Stadtbrachen von ca. 5 ha Größe ist die Zahl von ca. 140-150 Pflanzenarten ein durchschnittlicher Wert. So besitzt beispielsweise die ca. 1,2 ha große Brachfläche an der Hermsdorfer Straße in Reinickendorf mit 180 eine hohe Artenvielfalt. Das Südgelände, welches ebenfalls eine hohe Artenvielfalt besitzt, weist auf ca. 70 ha 395 Pflanzenarten auf.

Für kleine Grünanlagen des Biotoptyps 29 sind Artenzahlen von ca. 100 durchschnittlich, von 130-140 hoch, während für die großen Parkanlagen, die teilweise weit über 50 ha groß sind, ein Wert von ca. 330 Arten durchschnittlich ist. Der Schloßpark Charlottenburg weist mit 357 Pflanzenarten bei einer Größe von 53 ha eine hohe, die Rehberge mit 328 Arten auf ca. 70 ha eine mittlere Artenvielfalt auf.

Für Pfuhle, Kleingewässer und Gräben wird meistens die Anzahl der sich dort vermehrenden Amphibienarten herangezogen. Um in die Kategorie wertvoll eingeordnet zu werden, reicht es aus, daß sich mindestens eine Art im Gewässer in stabilen Beständen reproduziert. Die Zahl von 6 Amphibienarten wird als hoch eingestuft. Kommen weniger als 6 Arten vor, kann das Gewässer als besonders wertvoll eingestuft werden, wenn die Individuenzahlen einzelner Arten überdurchschnittlich hoch liegen. Der Rohrpfuhl in Rudow weist beispielsweise sehr hohe Moorfrosch- und Knoblauchkrötenzahlen auf, wobei hier noch hinzu kommt, daß 4 der 5 nachgewiesenen Arten gefährdet sind.

Auf Flächen, die von hoch spezialisierten Tier- und Pflanzenarten besiedelt werden, beispielsweise offene Brachflächen und Kiesgruben, ist die Artenvielfalt nicht immer ein geeignetes Kriterium. So kommen auf den offenen Brachen der ehemaligen Müllkippen nur relativ wenige Brutvogelarten vor. Diese sind allerdings zum großen Teil in ihrem Bestand gefährdet oder selten, da offene und vegetationsarme Flächen in der Naturlandschaft nur sehr selten vorkommen.

b) Anteil seltener und gefährdeter Arten in überlebensfähigen Populationen

Dieses Kriterium tritt meist in Verbindung mit der Artenvielfalt auf. Bei hohen Artenzahlen ist oft auch der Anteil der Rote-Liste-Arten hoch. Dies ist insbesondere bei artenarmen Organismengruppen wie den Amphibien der Fall, wo 10 der 13 noch aktuell in Berlin vorkommenden Arten gefährdet sind.

Bei den Farn- und Blütenpflanzen wird in der Regel ein Anteil von ca. 10 % gefährdeter Arten am Artenbestand als hoch gewertet. Das Südgelände weist beispielsweise 46 Rote-Liste-Arten auf. Das ist ein Anteil von 11,6 %. Der Schloßpark Tegel hat mit 54 gefährdeten Pflanzenarten sogar einen Anteil an 16,9 % des Artenbestandes.

c) Biogeographische Besonderheiten

Bei überregionaler Betrachtung lassen sich in Berlin Arealgrenzen bestimmter Arten feststellen. So hat beispielsweise die Graue Kratzdistel in der Malchower Aue ihr nördlichstes Vorkommen in Mitteleuropa. Dieses Kriterium wird entweder erfüllt oder nicht. Eine Abstufung ist nicht möglich.

Einige aus Südeuropa stammende Arten können in Mitteleuropa nur in den wärmebegünstigten Innenstädten leben. Beispielsweise kommt die Zerreiche wild nur vereinzelt nördlich der Alpen vor, auf dem Bahngelände zwischen Gleisdreieck und S-Bahnhof Papestraße tritt sie gehäuft auf.

In den Mooren kommen kälteliebende Arten vor, die hier als Relikte der Späteiszeit überdauert haben.

d) Alte, durch menschlichen Einfluß entstandene Strukturen

Sie tragen teilweise zur Erhaltung der Artenvielfalt bzw. zur Erhaltung seltener und gefährdeter Arten, zumindest aber zur Erhöhung der Gesellschaftsvielfalt bei. Dies gilt insbesondere für Elemente der traditionellen Agrarlandschaft, z.B. Hecken, Gräben, Alleen, einzelne Bäume auf den ehemaligen Rieselfeldflächen im Nordosten Berlins oder auf den Gatower Feldern. Dort sind die alten Strukturen noch gut erhalten, und das Kriterium ist in hohem Maße erfüllt. Sind nur einzelne Bestandteile erhalten, ist das Kriterium durchschnittlich erfüllt. Dieses Kriterium wird bei den Biotopen der Kulturlandschaft abgefragt.



e) Naturnähe

Die Naturnähe beschreibt den Grad der Veränderung durch menschlichen Einfluß. Innerhalb dieser Methode gilt dieses Kriterium nur für die noch vorhandenen Reste der ehemaligen Naturlandschaften, wie den Wäldern, Mooren, Pfuhlen, Seen. Nur wenig durch den Menschen veränderte Biotope werden als naturnah und somit besonders wertvoll eingestuft. Beispielsweise wird ein See mit unbefestigtem Ufer und einer gut ausgeprägten standorttypischen Vegetation mit einer hohen Naturnähe bewertet, während bei teilweiser Uferbefestigung und/oder nur teilweise standorttypischer Vegetation eine mittlere Naturnähe eingestuft wird. Ein Wald mit einem stufigen Aufbau aus Krautschicht, Strauchschicht und einem ungleichaltrigen Mischbestand aus heimischen Baumarten wird hoch bewertet, bei einschichtigem Aufbau und/oder nicht heimischen Baumarten oder Monokulturen oder starken Fremdeinflüssen durch Erholungsnutzung wird eine mittlere Naturnähe vergeben. Alle in Berlin noch vorhandenen Moore werden mit hoher Naturnähe bewertet.



f) Zeitliche Ersetzbarkeit

Dieses Kriterium wird nur bei Biotoptypen abgefragt, bei denen die Einzelflächen hinsichtlich der Ersetzbarkeit unterschiedlich einzustufen sind. Beispielsweise gibt es bei Stadtbrachen Unterschiede zwischen Flächen mit Pioniergesellschaften und Gehölzbeständen mit jahrzehntelanger Entwicklung. Entsprechendes gilt für die Forst- und Waldflächen, die mit steigendem Bestandesalter auch als wertvoller eingestuft werden. Im Unterschied dazu sind alle Moore in einem für Menschen erlebbaren Zeitraum unersetzbar.

Die folgenden Kriterien sind nicht allein wertbestimmend, sie werden ergänzend hinzugezogen und können wertsteigernd wirken:

g) Größe

Einige Arten benötigen bestimmte Mindestgrößen des Areals als Voraussetzung für ihre Ansiedlung, beispielsweise Greifvögel. Große Flächen weisen meist ungestörte Kernbereiche auf. Die äußeren Bereiche dienen als Puffer. Eine bestimmte Größe kann hier jedoch nicht festgelegt werden. Sie differiert je nach Biotoptyp. Das Kriterium wurde z.B. bei den Rieselfeldern Karolinenhöhe und bei den Gatower Feldern angewendet. Bei diesem Kriterium ist keine Wertabstufung vorgesehen, es ist entweder erfüllt oder nicht.



h) Lage

Einige Biotope werden aufgrund ihrer Ausprägung nur als bedingt wertvoll eingestuft. Da sie aber eine wichtige Funktion als Trittstein- oder Verbindungsbiotop, als Puffer für wertvolle Flächen oder als Rückzugsbiotop in lebensfeindlicher Umgebung haben, werden sie als wertvolle Fläche in die Karte aufgenommen. So wurden Ackerflächen in Hellersdorf trotz einer geringen Strukturvielfalt aufgrund ihres Verbundes zu den Kaulsdorfer Seen als wertvoll eingestuft. Auch wertvolle Flächen können bei entsprechender Funktion in ihrer Wertstufe angehoben werden.

Bewertungskriterien für Biotope ohne gutachterliche Untersuchungen

Für die Wertbestimmung der jeweiligen Fläche reicht auch hier die Erfüllung eines der Kriterien aus. Nur das Kriterium "besondere Pflanzenbestände" ist nicht allein wertbestimmend, sondern wirkt wertsteigernd. Die Bewertungskriterien sind:



i) Naturnähe der Ufer- und Gewässerbiotope

Bewertet wird der Verbauungsgrad von Ufer und Sohle und das Vorkommen von Wasserpflanzen und Röhrichtbeständen. Diese Informationen werden überwiegend der Karte "Ökologischer Zustand der Gewässerufer" des Umweltatlas entnommen. Gewässer mit unbefestigten, meist flachen Ufern und gut ausgebildeter standorttypischer Vegetation werden als besonders wertvoll eingestuft. Als wertvoll gelten Gewässer, die überwiegend unverbaute Ufer und Reste standorttypischer oder gut ausgebildeter standortfremder Vegetation aufweisen.



j) Nutzungs- und Pflegeintensität

Vorkommen ungestörter oder extensiv genutzter Teilflächen bei Biotoptypen, die intensiver Nutzung und häufigen Pflegemaßnahmen unterliegen. Dies gilt vor allem für Parkanlagen und Friedhöfe aber auch für Biotope der Kulturlandschaft. Größere Biotope weisen in der Regel eher ungestörte oder verwilderte Bereiche auf. Bei extensiver Pflege und/oder verwilderten und ungestörten Teilbereichen wird die Pflegeintensität als gering bewertet, das Kriterium ist überdurchschnittlich erfüllt. Sind nur Teilflächen extensiv gepflegt, liegt eine mittlere Pflegeintensität vor.



k) Strukturvielfalt

Insbesondere im Ostteil der Stadt wird bei vielen Brachen, Biotopen der Kulturlandschaft und teilweise auch bei Parkanlagen und Friedhöfen die Wertigkeit aufgrund der Vielfalt vorhandener Strukturelemente bzw. Vegetationsformationen bestimmt. Unterschiedliche Vegetationsschichten konnten z.B. auf Luftbildern abgelesen werden. Eine hohe Strukturvielfalt bietet bei den genannten Biotoptypen einen Anhaltspunkt dafür, daß hier potentiell auch mit Arten- und Gesellschaftsvielfalt zu rechnen ist. Sie wird als besonders wertvoll eingestuft. Eine mittlere Strukturvielfalt wird als wertvoll gewertet.



l) Besondere Pflanzenbestände

Das Vorkommen besonderer Pflanzenbestände, wie alter Baumbestand (Parkanlagen, Friedhöfe), Röhrichtbestand (Gräben, Kleingewässer) und Trockenrasen (Parkanlagen, Brachen), wirkt sich wertsteigernd aus.

Da die Informationen nicht immer ausreichen, um die Biotope eindeutig nach einzelnen Kriterien zu bewerten, werden im Einzelfall oft mehrere Faktoren gegeneinander abgewogen.

Einen Sonderfall stellt der Wald dar. In Abstimmung mit der Forstverwaltung wird jede Waldfläche als mindestens wertvoll eingestuft, d.h. daß alle Waldflächen, auch vergleichsweise naturferne Abschnitte, in die Karte als wertvoll aufgenommen werden. Begründet ist dies darin, daß die Wälder als große zusammenhängende Biotope geschützte Lebensräume bieten und zeitlich nur sehr langfristig zu ersetzen sind.

Brandenburg

Im Rahmen der selektiven Biotopkartierung werden für das Land Brandenburg landesweit bedeutsame Flächen aufgenommen. Dabei wird einheitlich nach dem Kartierschlüssel "Biotopkartierung Brandenburg" vorgegangen. Dieser beruht auf einem Ende der 80er Jahre für die DDR entwickelten Kartierschlüssel. Die Zuordnung der kartierten wertvollen Bereiche erfolgt dabei vor allem anhand pflanzensoziologischer Kriterien, die sich an größeren Vegetationseinheiten (Klassen, Ordnungen oder Verbände) orientieren.

Die Kartierung oblag den unteren Naturschutzbehörden in den Landkreisen. Nach einer speziellen Einweisung wurde sie von Mitarbeitern, ABM-Kräften, beauftragten Firmen oder ehrenamtlichen Naturschutzmitarbeitern durchgeführt.

Die Alleen wurden im Unterschied zur Berliner Einordnung der Gruppe "Biotope der Kulturlandschaft" zugeordnet.

Für die Einstufung einer Fläche als landesweit bedeutsamer Biotop gelten dabei folgende Kriterien:

  • Vorkommen von mindestens einer vom Aussterben bedrohten Tier- oder Pflanzenart,
  • Vorkommen mehrerer gefährdeter Tier- oder Pflanzenarten mit einem geringeren Gefährdungsgrad,
  • seltene, gefährdete oder besonders gut ausgebildete und/oder besonders artenreiche Pflanzengesellschaften,
  • gefährdete Biotope (Liste des Landes Brandenburg),
  • Biotope, die eindrucksvoll historische Nutzungsformen dokumentieren (z.B. Heiden, Streuobstwiesen, Plenterwaldbestände etc.) und
  • für Brandenburg besonders typische und reich ausgestattete Biotope.

Die Biotope wurden in den drei Wertstufen bedingt wertvoll, wertvoll und sehr wertvoll kartiert. Als bedingt wertvoll werden die Biotope eingeschätzt, die meist kleinflächig, artenarm und/oder stärkeren Beeinträchtigungen ausgesetzt sind. Ihre Bedeutung liegt meist nur im Rahmen des Biotopverbundsystems. Die wertvollen Biotope sind meist artenreich und/oder besonders typisch ausgebildet. Sie liefern einen wichtigen Beitrag zur landschaftlichen Vielfalt. Die Beeinträchtigung ist gering. Sehr artenreiche Biotope mit keinen oder sehr geringen Beeinträchtigungen als Lebensraum für gefährdete Arten werden als sehr wertvoll eingestuft.

In der Karte wird dies nicht differenziert dargestellt, sondern alle Flächen haben die gleiche Farbintensität wie die "besonders wertvollen Flächen " innerhalb Berlins. Dies beruht auf der Aussage des Landesumweltamtes Brandenburg, daß die meisten in Brandenburg kartierten Biotope von der Qualität her mit den besonders wertvollen Flächen innerhalb Berlins vergleichbar sind, bzw. Qualitäten aufweisen, die in Berlin nicht mehr vorkommen.

Unabhängig vom gegenwärtigen Zustand werden im Rahmen der Biotopkartierung auch alle in Brandenburg gefährdeten Biotoptypen aufgenommen. Als gefährdete Biotope gelten:

  • Biotope mit einer besonders hohen Artenzahl einer oder verschiedener Organismengruppen,
  • von gefährdeten Arten geprägte Biotope,
  • besonders seltene bzw. selten gewordene Lebensräume und
  • Biotope mit besonderer Bedeutung für den Biotopverbund (vgl. Tab. 2).

Tabelle 2
Tab. 2: Gefährdete Biotope in Brandenburg

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Für die Darstellung der einzelnen Biotoptypen werden folgende Mindestgrößen festgelegt:

  • Gewässer ab 0,25 ha,
  • Grünlandbiotope ab 0,5 ha und
  • Wälder ab 1 ha.

Lineare Biotope wie Hecken und Gräben werden nicht flächengetreu, Biotope unter 0,25 ha als Symbole dargestellt (dies gilt insbesondere für Kleingewässer).

Einige Gebiete östlich von Berlin wurden nicht im Rahmen der selektiven Biotopkartierung des Landes Brandenburg erfaßt, sondern bereits in den Jahren 1986-1989 im Rahmen der Erarbeitung des "Planungsatlas der Stadt-Umland-Region von Berlin" kartiert. Diese Daten wurden nach entsprechender Auswertung und Anpassung an den weiterentwickelten Kartierschlüssel für die landesweite Kartierung übernommen.

Im Unterschied zur Abgrenzung der Berliner Biotope kann bei Gewässern die gesamte Wasserfläche kartiert worden sein. Dies wurde bei einem rund um das Gewässer gut ausgeprägtem Schilfgürtel so gehandhabt, weil angenommen wird, daß bei einem ungestörten Uferbereich auch die gesamte Wasserfläche als Lebensraum für Vögel wertvoll ist. Bei teilweise beeinträchtigten Uferbereichen wurden ebenso wie in Berlin nur die wertvollen Uferabschnitte dargestellt.

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