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Umweltatlas Berlin

05.02 Vegetation

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Vegetation forstwirtschaftlich genutzter Flächen

Forstflächen sind uns im weit höherem Maß als Felder erhalten geblieben, auch wenn darauf meist keine naturnahen Wälder, sondern forstlich begründete und entsprechend gepflegte Baumbestände stocken. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass die Baumbestände in Struktur und Zusammensetzung am stärksten abgewandelt sind, während die Krautschicht abgesehen von Unkrautbekämpfungsmaßnahmen den höchsten Grad an eigenständiger Entwicklung aufweist. Die Krautschicht bringt deshalb das eigentliche Standortpotential auch am besten zum Ausdruck. Über den zusätzlich dargestellten Hemerobiegrad wird der Anteil von vor allem jüngeren Forstbeständen oder von Beständen aus florenfremden Baumarten zum Ausdruck gebracht, wodurch generell eine Einschätzung der Naturnähe einzelner Jagen ermöglicht wird.

Als Beispiel sei die weitverbreitete Gesellschaftsreihe des Nabelmieren-Kiefern-Traubeneichenwaldes (Pino-Quercetum moehringietosum) angeführt (vgl. Abb. 11): Sie findet sich auf Standorten mit geringer Basen-, Nährstoff- und Wasserversorgung, die jedoch gegenüber den Standorten der Gesellschaftsreihe des Typischen Kiefern-Traubeneichenwaldes leicht höher liegen. Zu den Gesellschaftsreihen des Typischen Kiefern-Traubeneichenwaldes und des Heidelbeer-Kiefern-Traubeneichenwaldes (403 und 402) bestehen fließende Übergänge, zumal schon forstliche Eingriffe, wie die Auflichtung der Kronenschicht, das Vorkommen der kennzeichnenden Art des Nabelmieren-Kiefern-Taubeneichenwaldes, die Nabelmiere (Moehringia trinervia), erhöhen können. Neben der Nabelmiere sind weitere, eher hygromorphe Arten wie das Kleinblütige Springkraut (Impatiens parviflora) oder das Schattenblümchen (Maianthemum bifolium) immer wieder anzutreffen, doch fehlen die allgemein verbreiteten Arten des Kiefern-Traubeneichenwaldes wie die Drahtschmiele (Avenella flexuosa) keineswegs.

In dieser, den flächenmäßig größten Teil der Berliner Forsten ausmachenden Gesellschaftsreihe haben weitgehend Kiefernforstgesellschaften die naturnäheren Ausprägungen ersetzt, wobei es aufgrund des Strukturverlustes und der Nivellierung kleinsträumiger Standortunterschiede, z.B. durch das vor Bestandesbegründung durchgeführte Tiefpflügen, zur Ausbildung monospezifischer Kraut- und Strauchschichten kommt. Hier spielt die Drahtschmiele eine große Rolle, doch kann in diesen Forstbeständen auch das Landreitgras größere Herden aufbauen. Neben reinen Kiefernforsten lassen sich auch Pflanzungen der Roteiche, der Robinie oder auch der Buche und Winterlinde als dienende Baumarten auf größerer Fläche beobachten. Jede dieser Forstkulturen ist mit mehr oder weniger spezifischen Veränderungen der Krautschicht verbunden.

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Abb. 11: Halbschematischer Schnitt durch ein Waldgebiet mit den Gesellschaftsreihen des Typischen Kiefern-Traubeneichenwaldes und des Nabelmieren-Kiefern-Traubeneichenwaldes; Beispiel: Grunewald, Jagen 96 (nach SenStadtUm 1985, Abb. 5)

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