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Umweltatlas Berlin

05.02 Vegetation

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Datengrundlage

Für den Westberliner Raum liegen seit 1960 eine Vielzahl von Vegetationsaufnahmen vor (vgl. Methode), die im Prinzip alle dort auftretenden Vegetationstypen der spontanen und halbspontanen Vegetation repräsentieren. Von besonderer Bedeutung für die Erarbeitung der vorliegenden mittelmaßstäblichen Vegetationskarte sind zusammenfassende Arbeiten, wie sie im Rahmen des Artenschutzprogrammes für Berlin (West) durchgeführt wurden (vgl. AG Artenschutzprogramm 1984). Dort wurde die Vegetation Berlins im Zusammenhang mit den festgesetzten Biotoptypen systematisch beschrieben und für den besiedelten Raum die Zusammenhänge mit der jeweiligen Flächennutzung herausgestellt, während im Außenbereich eine Abhängigkeit der Vegetation von den naturräumlichen Gegebenheiten noch erkennbar bleibt.

Eine der ersten kartenmäßigen Darstellungen der realen Vegetation einer Stadt in Deutschland entstand durch Böcker und Sukopp im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts "Ökologische Karten von Berlin (West)" der TU Berlin und als Karte im Umweltatlas Berlin (vgl. Karte 05.02, SenStadtUm 1985). Die pflanzensoziologische Abgrenzung vieler Vegetationseinheiten der vorliegenden Karte, besonders in den land- und forstwirtschaftlich sowie den anderen mehr naturräumlich geprägten Räumen, lehnt sich an die Vegetationskarte von 1985 an. Zum Verständnis städtischer Vegetation haben weiterhin stärker ökologisch orientierte Arbeiten beigetragen, wie sie für Berlin in Sukopp et al. 1980 und Sukopp 1990 zusammengefaßt sind.

Für den Ostteil der Stadt ist die Datenlage bei weitem schwieriger. Vor 1989 wurden keine systematischen Erhebungen zur Stadtvegetation durchgeführt (vgl. Klemm 1987). Lediglich einzelne Naturschutzgebiete waren vegetationskundlich untersucht. Dies hat sich auch in den letzten Jahren nicht umfassend geändert, auch wenn inzwischen vegetationskundliche Arbeiten zu den Naturschutzgebieten und einzelne zur Stadtvegetation im engeren Sinne vorliegen (vgl. Gründel et al. 1993). Diese Arbeiten wurden für die Erstellung der vorliegenden Vegetationstypenkarte mit herangezogen (Quellenverzeichnis in Seidling 1994).

Auf den angeführten Arbeiten aufbauend, wurden Ableitungsvorschriften zwischen Flächen(nutzungs)typen und Vegetationstypen entwickelt (vgl. Methode). Die Flächentypen und ihre räumliche Verteilung sind der Datei Flächentypen es Informationssystems Stadt und Umwelt (ISU) der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung entnommen und für die vorliegende Karte auf den Stand von Sept.1999 aktualisiert. Nur bei großflächig einheitlicher Nutzung, wie dies bei Wäldern, großen Parks und größeren Gewässern vorkommt, wurden innerhalb bestehender Blöcke weitere Unterteilungen wegen der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Vegetationstypen vorgenommen.

Bei vegetationsbezogen uneinheitlichen Flächentypen, wie "Sicherheit, Ordnung und Polizei", oder Freiflächentypen mit unterschiedlichen Vegetationsausprägungen (z.B. Friedhöfe, Parks, Brachflächen) mußten zusätzliche Kriterien zur Differenzierung des Vegetationstyps herangezogen werden. Diese zusätzlichen Informationen wurden z.B. bei Parks über Größenschätzungen gewonnen. Oft wurden auch Luftbilder zur Einordnung einzelner Flächen oder Abgrenzung ganzer Typen verwendet. Im Außenbereich trifft dies bei der Makrophytenvegetation im Oberspree-Dahme-Bereich (hier CIR-Luftbilder von 1990) oder bei vielen Trockenrasenflächen zu.

In landwirtschaftlich genutzten Bereichen konnte eine differenzierte Zuordnung meist über die Bodengesellschaften hergestellt werden (vgl. Karte 01.01, SenStadtUmTech 1997a, 1997b). Für viele kleinräumig auftretende Biotoptypen, wie Moore, Pfuhle, Trockenrasen, etc. wurde auf eine Vielzahl existierender Arbeiten zurückgegriffen, von denen hier beispielhaft die Karte 05.03 (SenStadtUmTech 1996a, 1996g) "Wertvolle Flächen für Flora und Fauna des Umweltatlasses" 1996 bzw. die dazugehörige Datensammlung (Plantage 1993) genannt seien. Ein ausführliches Quellenverzeichnis findet sich in Seidling 1994. Während für die Waldgebiete im Westteil Berlins sowohl die Vegetationseinheiten als auch deren räumliche Abgrenzungen aus Karte 05.02, SenStadtUm 1985 übernommen werden, sind in Anlehnung daran die Vegetationstypen der Wälder im Ostteil nach den Ergebnissen der Forstlichen Standortkartierung (LaFoBr 1992) und den kleinmaßstäblichen Karten von Scamoni et al. 1964 und Krausch 1992 konstruiert.

Für die Bildung der Kombinationsgesellschaften (vgl. Methode) zur Berücksichtigung der gepflanzten Vegetation wurde neben den schon erwähnten Arbeiten vor allem Heinrich und Rohner 1992 herangezogen, da dort biotoptypenorientierte Deckungsgradangaben zu einzelnen Straten (Schichten) gemacht werden.

Die jagenweise Einschätzung der Hemerobiestufen der Waldgebiete schließlich basiert im wesentlichen auf der bei Bornkamm 1980 erstellten Einteilung unter Verwendung aktueller Karten zur Alters- und Bestandesstruktur (vgl. Seidling 1993 und Karte 05.04, SenStadtUmTech 1996b, 1997c).

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