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Umweltatlas Berlin

04.13 Langjährige Entwicklung ausgewählter Klimaparameter (Ausgabe 2015)

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Zusammenfassende Betrachtung

Entwicklung der sommerlichen Lufttemperaturen im Raum Berlin bis 2013

Die zeitliche Entwicklung der Jahresmitteltemperaturen wurde bereits in den Kapiteln Methode und Ergebnisse der Stationsauswertungen dargestellt.

An dieser Stelle sollen nochmals die wesentlichen Ergebnisse der umfangreichen Auswertungen zusammengefasst werden, Abbildung 8.1 stellt dazu die wesentlichen klimatologischen Kenntage in ihrer Häufigkeit pro Station gegenüber.


Abbildung 8.1: Mittlere Häufigkeiten von Sommertagen, Hitzetagen und Tropennächten im langjährigen Zeitraum 1981 bis 2010 an den betrachteten Klimastationen im Berliner Raum (Zeitreihe für die Station Grunewald: 1988-2012).
(Datengrundlage DWD, SenStadtUm 2013, bearbeitet GEO-NET 2014)
  • Die maximalen Lufttemperaturen der einzelnen Messstandorte weichen nicht stark voneinander ab, während die nächtlichen Tiefstwerte an Sommertagen zum Teil deutliche Unterschiede zeigen. Typischerweise sind Temperaturunterschiede zwischen städtischen und ländlich geprägten Messstandorten bezüglich der Tagesmaxima geringer als hinsichtlich der nächtlichen Tiefsttemperaturen. Die nachmittags auftretenden Temperaturmaxima an Sommertagen unterscheiden sich deutlich weniger, da aufgrund der durchweg guten Durchmischung an Sommertagen Temperaturunterschiede während der Tagstunden eher ausgeglichen werden können. Nachts gibt die städtische Bebauung die gespeicherte Wärme nur langsam ab, die zunehmende Stabilität der Temperaturschichtung in den unteren Luftschichten und das „Einschlafen“ des Windes vermindern Ausgleichsprozesse.
  • Bei den durchschnittlichen nächtlichen Tiefsttemperaturen an Sommertagen zeichnet sich deutlich der beschriebene Einfluss der umgebenden Bebauung und damit der städtische Wärmeinseleffekt ab. Die höchsten nächtlichen Temperaturen wurden an der innerstädtischen Station Alexanderplatz registriert, während die niedrigsten Nachtwerte an den peripheren oder eher ländlich geprägt Standorten Dahlem und Potsdam gemessen wurden. In Relation zu den Standorten Dahlem und Potsdam steigt das nächtliche Temperaturniveau an der Station Grunewald im Laufe der Aufzeichnungsperiode insgesamt an. Die Standorte Tegel und Tempelhof nehmen in ihrem Temperaturniveau eine mittlere Position ein.
  • Bei den höchsten Temperaturen eines Sommers lässt sich die Lage der Messstandorte nicht eindeutig mit dem relativen Temperaturniveau, das die Stationen im Mittel untereinander aufweisen, verbinden. Während die Stationen Dahlem und Tempelhof häufig im unteren Bereich der Maximaltemperaturen zu finden sind, wurde an der Station Potsdam häufig die höchsten Maximalwerte erreicht. Das Temperaturniveau der innerstädtischen Station Alexanderplatz liegt ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. Die höchste Temperatur der betrachteten Messreihen wurde mit 38,6 °C am 09. August 1992 an der Station Potsdam erreicht.
  • Der mittlere Tagesgang an Sommertagen spiegelt analog zu den durchschnittlichen Tiefsttemperaturen die Lage der Stationen im Stadtgebiet wider. Je größer der Einfluss der umgebenden Bebauung ist, desto geringer ist im Mittel die Amplitude des Tagesgangs. Für die Station Dahlem zeigt sich ebenso wie für die Station Tempelhof im zeitlichen Verlauf eine Zunahme des mittleren Tagesgangs an Sommertagen. Für die Stationen Tegel und Potsdam blieb der Tagesgang im Mittel nahezu unverändert, während an der innerstädtischen Station Alexanderplatz die Amplitude des Tagesganges tendenziell abgenommen hat. Zu- oder auch Abnahmen in der Amplitude des Tagesganges können über lokale Veränderungen des Wärmeinseleffektes in der Umgebung des Messstandortes verursacht werden.
  • Eine Zunahme der aufgetretenen Sommertage zeigt sich für alle Stationen. Aufgrund der vergleichsweise homogenen sommerlichen Höchsttemperaturen innerhalb des Stadtgebietes weist die Anzahl der Sommertage an den unterschiedlichen Stationen keine großen Unterschiede auf. Die Verläufe der einzelnen Stationen sind z.T. nur schwer zu unterscheiden, da sich die Häufigkeiten der Sommertage nur unwesentlich unterscheiden. Auffällig ist, dass nicht nur das Temperaturniveau sondern auch die Häufigkeit von Sommertagen an der Station Potsdam bis Anfang der 90er Jahre im Vergleich zu den Stationen im Berliner Stadtgebiet vergleichsweise hoch ist.
  • Größere Unterschiede zeigen sich erwartungsgemäß bei der Anzahl der Tropennächte, da die nächtlichen Tiefsttemperaturen deutlicher den Bebauungsgrad der Umgebung widerspiegeln. Hier hebt sich die innerstädtische Station Alexanderplatz durch ihre deutlich höhere Anzahl an Tropennächten hervor.

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