Geoportal  



 

Umweltatlas Berlin

04.13 Langjährige Entwicklung ausgewählter Klimaparameter (Ausgabe 2015)

English Text available Inhalt    zurück weiter

Berlin-Tempelhof

Standort

Tab. 6.1: Kenndaten der Klimastation Berlin-Tempelhof
Koordinaten der aktuellen geographischen Lage in WGS 84 [EPSG 4326]:
R = 13° 24' 7,6" H = 52° 28' 2,8"
in ETRS89 UTM 33N [EPSG 25833]:
R = 391453,5 H = 5814232,3
Messhöhe 49 m über NN
Betreiber Deutscher Wetterdienst DWD
In Betrieb seit 01. Januar 1948
Jahresmittel der Lufttemperatur
(1981 bis 2010)
9,9 °C
Höchste je gemessene Temperatur
(bis Ende 2013)
38,1 °C am 11. Juli 1959
Niedrigste je gemessene Temperatur
(bis Ende 2013)
-22,5 °C am 09. Februar 1956

Ansicht der Station Berlin-Tempelhof; Foto: Andreas Machate
[Ca. 112 KB groß.]
Foto 6.2: Ansicht der Station Berlin-Tempelhof;
Foto: Andreas Machate
(Lage: vgl. auch Abb. 0.1)

Der Messstandort Tempelhof des Deutschen Wetterdienstes liegt im innerstädtischen Bereich etwa 2,5 km südlich des Zentrums City-Ost am Südrand des durch Grün- und Freiflächen geprägten Tempelhofer Feldes, dem ehemaligen Zentralflughafen Tempelhof. Die Windregistrierung erfolgt in einer Höhe von 10 m über Grund. Für die Station liegen seit Beginn des Jahres 1948 Messwerte vor.
Für die Messstation Berlin-Tempelhof liegen für diese Auswertungen Daten aus rund 65 Jahren Wetteraufzeichnungen vor; nur die Potsdamer Zeitreihe geht – allerdings deutlich – länger zurück.

Langjährige Mittelwerte

Die Tabelle 6.2 zeigt im Überblick die langjährigen Monatsmittelwerte ausgewählter Klimaparameter an der Station Tempelhof im betrachteten 30-Jahreszeitraum 1981 bis 2010.

Tab. 6.2: Station Berlin-Tempelhof
Monatsmittelwerte von Klimaparametern für den langjährigen Zeitraum 1981 bis 2010
Monatsmittelwerte Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahres-
mittel
Lufttemperaturen in 2 m Höhe in °C  
mittlere Lufttemperatur 0,8 1,5 4,9 9,6 14,6 17,3 19,8 19,2 14,9 10,0 4,9 1,6 9,9
höchstes
Monatsmittel
5,5 6,7 8,3 13,5 16,8 20,5 24,4 22,3 18,5 13,1 8,2 5,7 13,6
mittleres Tagesmaximum 3,2 4,4 8,6 14,2 19,4 21,9 24,6 24,1 19,3 13,8 7,5 3,7 13,7
niedrigstes Monatsmittel -6,9 -6,4 0,5 7,2 10,8 15,0 16,9 16,4 11,8 6,5 0,3 -4,0 5,7
mittleres Tagesminimum -1,9 -1,4 1,5 4,8 9,4 12,4 14,8 14,4 10,8 6,5 2,4 -0,8 6,1
Anzahl Sommertage (Maximum ≥ 25 °C) 0 0 0 0,8 4,2 7,9 13,9 12,9 3,1 0,1 0 0 42,8
Anzahl Hitzetage (Maximum ≥ 30 °C) 0 0 0 0 0,4 1,7 4,6 2,9 0,1 0 0 0 9,6
Anzahl Tropennächte (Minimum ≥ 20 °C) 0 0 0 0 0 0,1 0,8 0,4 0 0 0 0 1,5
Anzahl Frosttage (Minimum < 0°C) 17,4 16 10,7 2,3 0,1 0 0 0 0 1,6 8,6 16,5 73,2
Anzahl Eistage (Maximum < 0 °C) 7,8 4,8 0,6 0 0 0 0 0 0 0 1,1 6,3 20,7
Sonnenscheindauer in Stunden 52 74 116 181 222 220 238 220 157 118 56 41 1.693
Niederschlag Summen in mm 48 38 43 33 56 60 60 59 47 38 45 50 576
(Datengrundlage DWD, bearbeitet GEO-NET 2014)
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Das Klimadiagramm der Station Tempelhof ist in Abbildung 6.1 dargestellt. In Berlin-Tempelhof ist die Niederschlagsverteilung in den Sommermonaten etwas verschoben gegenüber den anderen Stationen. Der niederschlagsreichste Monate des gesamten Jahres ist bereits der Juni, nicht der August.


Abbildung 6.1: Klimadiagramm für die Station Berlin-Tempelhof für den langjährigen Zeitraum 1981 bis 2010
(GEO-NET 2014, Knerr 2014)

[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]


Abbildung 6.2: Mittlere monatliche Sonnenscheindauer an der Klimastation Berlin-Tempelhof für den langjährigen Zeitraum 1981 bis 2010
(Datengrundlage DWD, bearbeitet GEO-NET 2014)

[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Die folgenden Abbildungen zeigen Windrichtungsverteilungen an der Station Tempelhof im Zeitraum von 2001 bis 2010. Neben der mittleren langjährigen Windrichtungsverteilung wurden Verteilungen für Schwachwindsituationen mit Geschwindigkeiten bis zu 2 m/s sowie Situationen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 2 m/s ausgewertet. Demnach wurden windschwache Situationen in dem betrachteten Zeitraum in 17,5 % der Fälle registriert. Kalmen wurden in 0,2 % der Situationen beobachtet. Windgeschwindigkeiten von mehr als 2 m/s traten in 82,5 % des ausgewerteten Zeitraums auf. Weiterhin wurden Windrichtungsverteilungen für das Sommer- und Winterhalbjahr ausgewertet. Für beide Halbjahre treten Winde aus 270 ° mit den größten Häufigkeiten auf. Während im Sommerhalbjahr Winde aus Osten das sekundäre Maximum bilden, treten im Winterhalbjahr Winde aus südwestlichen Richtungen am zweithäufigsten auf.

Die roten Ringlinien in den Diagrammen kennzeichnen die mittleren Häufigkeiten des Auftretens der Windrichtung in dem jeweils betrachteten Zeitraum in Prozent. Der Abstand der Ringlinien beträgt jeweils 1 %.


Abbildung 6.3: Mittlere Windrichtungsverteilung im Zeitraum 2001 bis 2010 an der Klimastation Berlin-Tempelhof (Messhöhe 10 m). Die Ringlinien kennzeichnen die Häufigkeiten des Auftretens der Windrichtungen, ihr Abstand beträgt 1 %
(Datengrundlage DWD, bearbeitet GEO-NET 2014)

[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]


Abbildung 6.4: Häufigkeiten der Windrichtungen im Jahresmittel für den Zeitraum 2001-2010 an der Klimastation Berlin-Tempelhof in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit (Messhöhe 10 m). Die Ringlinien kennzeichnen die Häufigkeiten des Auftretens der Windrichtungen, ihr Abstand beträgt 1 %
(Datengrundlage DWD, bearbeitet GEO-NET 2014)

[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]


Abbildung 6.5: Mittlere Häufigkeiten der Windrichtungen im Sommer- und Winterhalbjahr des Zeitraums 2001-2010 an der Klimastation Berlin-Tempelhof (Messhöhe 10 m). Die Ringlinien kennzeichnen die Häufigkeiten des Auftretens der Windrichtungen, ihr Abstand beträgt 1 %
(Datengrundlage DWD, bearbeitet GEO-NET 2014)

[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Entwicklungen, Trends

Abbildung 6.6 zeigt den Verlauf der Jahresmitteltemperatur der Jahre 1948 bis 2013. Der Trend ist wie bei allen anderen Stationen im Verlauf der Messreihe zunehmend um etwa 1 Kelvin. Auch hier erkennbar ist eine Periode von deutlich niedrigeren Temperaturen zwischen der Mitte der 1950er Jahre bis etwa 1970.


Abbildung 6.6: Verlauf der Jahresmitteltemperatur am Standort Berlin-Tempelhof im Messzeitraum 1948 bis ins Jahr 2013
(GEO-NET 2014, Knerr 2014)

[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Bei den sommerlichen Kenntagen erkennt man in den Abbildungen 6.7 und 6.8 unabhängig von der Spanne des jeweiligen Messzeitraumes eine starke Zunahme an Sommertagen, im längeren Trend seit 1948 um 17 Sommertage. Die Zahl der Hitzetage steigt um ca. sechs Tage. Der Verlauf der Anzahl der Tropennächte weist zwar keinen Trend auf, auffällig ist jedoch für diesen offenen Standort die relativ hohe Anzahl der Nachtstunden mit Temperaturen nicht unter 20 °C. Im Sommer 1994 trat bislang die höchste registrierte Anzahl mit 10 Tropennächten auf. Die wärmste Sommernacht wurde mit einer Minimum-Temperatur von 23,4 °C im Sommer 2010 am 11. Juli gemessen.


Abbildung 6.7: Verlauf der Kenntage Sommertag, Hitzetag und Tropennacht an der Station Berlin-Tempelhof im Messzeitraum 1948 bis 2013
(GEO-NET 2014, Knerr 2014)

[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]


Abbildung 6.8: Verlauf der Kenntage Sommertag, Hitzetag und Tropennacht an der Station Berlin-Tempelhof für den langjährigen Zeitraum 1981 bis 2010
(GEO-NET 2014, Knerr 2014)

[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Trotz der hohen Anzahl an Tropennächten, treten diese meist einzeln auf, und nicht aufeinanderfolgend. Ein "besonderes" Jahr mit Rekordwerten stellt 1994 dar: vom 26. Juli bis 2. August fiel die Temperatur in acht aufeinanderfolgenden Nächten nicht unter 20 °C; auch tagsüber herrschte eine Hitzewelle, so dass an elf zusammenhängenden Tagen (22. Juli bis 1. August 1994) die Tageshöchstwerte bei über 30 °C lagen (vgl. Abb. 6.9).


Abbildung 6.9: Häufigkeit für das Auftreten von aufeinanderfolgenden Sommertagen, Hitzetagen und Tropennächten für den langjährigen Zeitraum 1981 bis 2010 an der Station Berlin-Tempelhof
(GEO-NET 2014, Knerr 2014)

[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Die winterlichen Kenntage Frost- und Eistag zeigen auch an der Station Berlin-Tempelhof einen negativen Trend. Die Frosttage verzeichnen einen Rückgang um rund sieben Tage seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen in Tempelhof, bei den Eistagen gibt es einen Rückgang im Trend um 4 Tage pro Jahr (vgl. Abb. 6.10).


Abbildung 6.10: Verlauf der Kenntage Frosttag und Eistag an der Station Berlin-Tempelhof im Messzeitraum 1948 bis 2013
(GEO-NET 2014, Knerr 2014)

[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Konzentriert man die Darstellung auf den 30-Jahreszeitraum 1981 bis 2010, dann fällt auf, dass dort im Trend ein Anstieg der Frosttage festzustellen ist. Hierfür ist die in den Jahren 1996 und 2010 sehr hohe Anzahl dieser Kenntage verantwortlich (vgl. Abb. 6.11 sowie Abb. 5.9 für die Station Tegel).


Abbildung 6.11: Verlauf der Kenntage Frosttag und Eistag an der Station Berlin-Tempelhof für den langjährigen Zeitraum 1981 bis 2010
(GEO-NET 2014, Knerr 2014)

[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

English Text available Inhalt    zurück weiter

umweltatlas_logo_klein