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Umweltatlas Berlin

04.13 Langjährige Entwicklung ausgewählter Klimaparameter (Ausgabe 2015)

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Problemstellung

Berlin liegt in der gemäßigten Klimazone, kennzeichnend hierfür ist eine deutliche Ausprägung von Jahreszeiten mit einem Niederschlagsmaximum in den Sommermonaten.
Das Klima in Berlin wird vorrangig bestimmt durch herantransportierte Luftmassen aus Süd- bzw. Nordwesten, hauptsächlich vom Atlantik kommend. Charakteristisch für diese Luftmassen ist feuchte Meeresluft, welche aus südlichen Richtungen für milde Temperaturen sorgt, aus Norden eher kühlere Luft mit sich bringt. Kommen die Luftmassen aus östlichen und somit kontinentalen Richtungen, sind diese meist sehr trocken und können im Winter sehr kalte und im Sommer sehr heiße Wetterperioden hervorrufen.

Jedoch wird dieser natürliche Einfluss in großen Ballungsräumen wie Berlin durch verschiedene anthropogene Einflussfaktoren, die unter dem Begriff "Wärmeinseleffekt" zusammengefasst werden, zumindest zeitweise überprägt.

Die Intensität dieses Wärmeinseleffekts ist abhängig von verschiedenen städtebaulichen Strukturen (Gebäudehöhe, Bebauungsdichte etc.), aber auch von der vorherrschenden meteorologischen Situation (d.h. der Wetterlage). Besonders stark ist dieser Wärmeinseleffekt bei windschwachen, sommerlichen Hochdruckwetterlagen ausgeprägt, bei denen die Luft innerhalb einer dicht bebauten Stadt kaum zirkulieren kann. Im weniger dicht bebauten Umland der Stadt sind die Temperaturwerte dementsprechend niedriger. Die allgemeine Erwärmung durch den Klimawandel hebt das Temperaturniveau nochmals an (vgl. Kapitel: Exkurs: Abschätzung möglicher Klimawandeleffekte). Dies geschieht im städtischen wie ländlichen Bereich gleichermaßen, so dass die relativen Temperaturunterschiede zwischen Stadt und Land im Wesentlichen erhalten bleiben. Mit einem Anstieg des allgemeinen Temperaturniveaus werden allerdings vor allem in den Städten vermehrt bioklimatisch belastende Temperaturwerte erreicht werden.
Vor allem ältere Menschen reagieren sehr empfindlich auf extreme Temperaturen. Dabei spielen in unseren geographischen Gebieten besonders die sommerlichen Extrem-Wetterlagen eine große Rolle.

Um solche Belastungen besser zu quantifizieren, werden in der Meteorologie verschiedene Kennwerte nach folgenden Definitionen unterschieden:

  • Sommertag: Maximum-Temperatur erreicht mindestens 25 °C
  • Hitzetag: Maximum-Temperatur erreicht mindestens 30 °C
  • Tropennacht: Minimum-Temperatur nicht unter 20 °C
  • Frosttag: Minimum-Temperatur unter 0 °C
  • Eistag: Maximum-Temperatur unter 0 °C.

Anmerkung: Im Rahmen dieser Auswertungen werden Hitztage gleichzeitig auch als Sommertage bewertet.

Während die Analyse des Ist-Zustandes der Verteilung klimatologischer Parameter sowie für die Simulation bzw. Szenarienbildung zukünftiger Zustände mit Hilfe sehr aufwändiger Klimamodelle möglich ist (vgl. DWD 2010, SenStadt 2009a-b, SenStadt 2010), liegen für die Analyse zurückliegender Betrachtungszeiträume mehr oder weniger umfangreich Messdaten vor.

Im Berliner Raum werden bereits seit Beginn des 18. Jahrhunderts Temperaturwerte regelmäßig registriert. Die Berliner Klima-Messreihe gehört damit zu den ältesten in der Welt. Selbstverständlich waren die damaligen Messmöglichkeiten hinsichtlich Genauigkeit und Konstanz (des Messortes) begrenzt, zumal diese Beobachtungen nicht durch Fachinstitute, sondern in Berlin zunächst durch Einzelpersonen wie den Pfarrer der Parochialkirche bzw. den Lehrer und Astronomen Johann Heinrich Mädler durchgeführt wurden (ausführlich in Pelz 2007).

Die längste durchgehende klimatologische Messreihe im Berliner Raum ist diejenige in Potsdam, sie beginnt im Jahre 1893. 1908 setzt dann die Berliner Referenzstation in Dahlem mit Klimaaufzeichnungen (drei Termine pro Tag) ein, wiewohl Dahlem damals noch nicht zu Berlin gehörte.

Die an dieser Stelle veröffentlichten statistischen Analysen beruhen im Wesentlichen auf Teilergebnissen des Projektes "GIS-gestützte Modellierung von stadtklimatisch relevanten Kenngrößen auf der Basis hochaufgelöster Gebäude- und Vegetationsdaten" (GEO-NET 2014) Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Berlin (Projektnummer: 027EFRE GDI) für Maßnahmen zum Aufbau der Geodateninfrastruktur (GDI) gefördert. Weitere Auswertungen erfolgten im Rahmen eines Studienpraktikums (Knerr 2014).

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