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Umweltatlas Berlin

04.04 Temperatur- und Feuchteverhältnisse in mäßig austauscharmen Strahlungsnächten (Ausgabe 1993)

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Schwülebelastung und Äquivalenttemperatur

Die Schwülebelastung wird durch verschiedene Klimaparameter verursacht; eine herausragende Bedeutung besitzen neben der Sonneneinstrahlung und dem Wind die Lufttemperatur und der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre. Daher bietet sich als Maß für die Schwüle die Äquivalenttemperatur an, die sich zusammensetzt aus der Lufttemperatur und der latenten Wärme, die bei der Kondensation des vorhandenen Wasserdampfgehaltes verfügbar wäre.

Wieder am Beispiel des sehr heißen Sommertages wird deutlich, daß die innerstädtischen Wohnareale in den Mittags-, aber auch noch bis in die Abendstunden sehr hohe Äquivalenttemperaturen aufweisen (s. Abb. 5). Die Station in Zehlendorf ist, besonders in den Abendstunden, schon wesentlich günstiger einzustufen. Die am wenigstens belastenden Tagesgänge weisen Außenbereiche wie der Grunewald und besonders das Dahlemer Feld auf.

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Abb. 5: Tagesgang der Äquivalenttemperatur an einem heißen austauscharmen Strahlungstag (8. Juli 1991) an verschiedenen Standorten in Berlin

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Aufgrund von Untersuchungen in Berlin (Wedler 1970) muß in Bereichen, in denen ein Tagesmittel der Äquivalenttemperatur von 50 °C überschritten wird, mit gesundheitlichen Belastungen gerechnet werden. Andere Autoren (Linke und Baur 1957) definieren die Schwülegrenze bei 56 °C. In der Kurortklimatologie wird nach Jendritzky u.a. (1979) die Grenze bereits bei 49 °C gefordert. Bezogen auf diese Werte ist die Anzahl der in den besonders schwülegefährdeten Monaten Juli und August in den innerstädtischen Wohngebieten festgestellten Stunden mit Überschreitungen sehr hoch (s. Tab. 1). Das gilt auch für die am Stadtrand gelegene Großsiedlung in Hellersdorf. In den stark durchgrünten Wohngebieten, wie auch an Wald- und Feldstandorten ist die Anzahl der belastenden Stunden erheblich geringer. Die absoluten Stundenzahlen unterliegen den jährlichen Schwankungen, jedoch dürften die relativen Unterschiede an den einzelnen Standorten repräsentativ sein.

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Tab. 1: Anzahl der Stunden mit einer Äquivaltemperatur über 49 °C bzw. über 56 °C als Maß für die Schwülebelastung an verschiedenen Standorten in Berlin

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

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