Geoportal  



 

Umweltatlas Berlin

04.04 Temperatur- und Feuchteverhältnisse in mäßig austauscharmen Strahlungsnächten (Ausgabe 1993)

Kartenansicht English Text available Inhalt    kein zurück weiter

Problemstellung

Bestimmende Faktoren zur Charakterisierung des örtlichen Klimas stellen die Parameter Temperatur, Wasserdampfgehalt und relative Luftfeuchte dar, die in einem engen Abhängigkeitsverhältnis stehen. Als bioklimatischer Aspekt ist zusätzlich die Schwülegefährdung von Bedeutung. Die Überwärmung der Stadt gegenüber dem Umland und auch kleinräumige lokalklimatische Effekte innerhalb der Stadt zeigen sich ausgeprägter als im langjährigen Mittel in extremen Einzelsituationen. Gerade nachts, bei geringer Bewölkung und windschwachen Wetterlagen zeigen sich die stadtklimatischen Veränderungen besonders deutlich. Außerdem entfallen nachts einige örtlich sehr stark variierende Einflüsse wie z. B. der Schattenwurf bzw. die Besonnung, wodurch die flächendeckende generalisierte Darstellung von Klimaparametern erheblich erleichtert wird.

Lufttemperatur

Der Tagesgang der Lufttemperatur der bodennahen Atmosphäre in Städten und Ballungsgebieten verläuft bei austauscharmen Wetterlagen je nach Lage des Standorts, Vegetationsanteil, Bebauungsstruktur und Nutzung unterschiedlich. Die Maxima in dicht bebauten Stadtstrukturen sind mäßig überhöht und verschieben sich zeitlich in die Nachmittagsstunden. Die nächtliche Abkühlung verzögert sich hierdurch beträchtlich und erreicht nicht das Niveau des klimatisch unbeeinflußten Umlands. So treten an sehr heißen Strahlungstagen die höchsten Temperaturen in Kreuzberg, am Alexanderplatz und in der Großsiedlung Hellersdorf auf. Die Temperaturabnahme in den Nachtstunden fällt in Hellersdorf, beeinflußt durch die landwirtschaftlich strukturierte Umgebung, deutlicher aus als in anderen dicht bebauten Gebieten (s. Abb. 1). Ganztägig günstiger erweisen sich locker bebaute und stark durchgrünte Wohngebiete wie Zehlendorf. Über dem im Grunewald gelegenen offenen Dahlemer Feld sinken die Nachttemperaturen gegenüber Kreuzberg um mehr als 8 °C tiefer ab, während der Waldstandort erwartungsgemäß eine Dämpfung des täglichen Temperaturganges erfährt.

a404_01
Abb. 1: Tagesgang der Lufttemperatur in 2 m Höhe an einem heißen austauscharmen Strahlungstag (8. Juli 1991) an verschiedenen Standorten in Berlin

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Für denselben Sommertag sind in Abbildung 2 die Temperaturdifferenzen verschiedener Klimastationen zum kältesten Standort Dahlemer Feld aufgeführt. Um 4.00 Uhr MEZ liegen die Werte an der Station Leibnizstraße 9 °C über den Werten des Dahlemer Feldes; an anderen Wohnstandorten sinken die Differenzen kontinuierlich bis auf die niedrigen Werte in Zehlendorf (5,2 °C) und Frohnau (4,8 °C) ab. Bemerkenswert tief sind die Nachttemperaturen innerhalb des in der Innenstadt gelegenen Großen Tiergartens.

a404_02
Abb. 2: Temperaturdifferenzen einiger Klimastationen zur kältesten Station Dahlemer Feld um 4.00 Uhr MEZ an einem heißen austauscharmen Strahlungstag (8. Juli 1991)

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Kartenansicht English Text available Inhalt    kein zurück weiter

umweltatlas_logo_klein