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Umweltatlas Berlin

03.12 Langjährige Entwicklung der Luftqualität (Ausgabe 2017)

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Problemstellung

Für die detaillierte und lückenlose Darstellung der langfristigen Entwicklung der Luftbelastung in Berlin werden in zahlreichen Einzelkarten

  • sowohl die Erhebungen der Emissionskataster seit 1989 (1x1 km Raster) ausgewertet,
  • als auch für ausgewählte Stoffe sämtliche seit Messbeginn 1975 verfügbaren Messwerte der Immissions-Messnetze BLUME und RUBIS (Jahresmittelwerte, bzw. Grenz- oder Zielwertüberschreitungen)
dargestellt.

Das Luftgütearchiv umfasst somit für einzelne Stoffe und Stationen einen mehr als 35-jährigen Erhebungszeitraum.

Mit der Erstellung der Emissionskatasters Industrie, Hausbrand und Verkehr 2015 wurde die bis dahin gesonderte Darstellung der einzelnen Verursachergruppen auf eine gemeinsame Kartenpräsentation im Geoportal unter dem Titel "Emissionen 2015" umgestellt (vgl. Kartenansicht).

Emissionen

Zur Einhaltung der Luftschadstoffgrenzwerte müssen Maßnahmen ergriffen werden, die zur dauerhaften Verminderung von Luftverunreinigungen geeignet sind. Die Maßnahmen sind entsprechend des Verursacheranteils unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit gegen alle Emittenten zu richten, die zum Überschreiten der Immissionsgrenzwerte beitragen. Hierfür ist eine detaillierte Kenntnis aller Berliner Emissionen erforderlich. § 46 BImSchG sieht deshalb das Führen eines Emissionskatasters vor.

Auf der Grundlage dieser Kataster können mit Hilfe von Ausbreitungsrechnungen die Anteile bestimmt werden, die die einzelnen Quellgruppen an der gemessenen Luftverunreinigung verursachen.

Die Emissionen der relevanten Luftschadstoffe Stickoxide (NOx) und Feinstäube (PM10, PM2,5) werden für die folgenden Verursachergruppen in einem Erhebungszeitraum von 1989-2015 dargestellt:

  • Genehmigungsbedürftige Anlagen (Industrie),
  • Nicht genehmigungsbedürftige Feuerungsanlagen (Hausbrand, Kleingewerbe),
  • Kfz-Verkehr,

Die vorliegenden Karten veranschaulichen auf der Basis der für alle Verursachergruppen vergleichbar zur Verfügung stehenden Emissionsdaten für die beiden Luftparameter Stickoxide (NOx) und Feinstäube (PM10, PM2,5) die Entwicklung seit 1989. Um den aktuellen Entwicklungen gerecht zu werden, wurden seit den Emissions-Erhebungsjahren 2008/2009 folgende Änderungen berücksichtigt:

  • zum einen werden Schwefeldioxid (SO2) -Emissionen nicht mehr dargestellt, da SO2 seit Jahren auf niedrigem Niveau stagniert und seine lufthygienische Bedeutung verloren hat,
  • zum anderen wird mit den beiden Stoffen Feinstaub PM10 sowie Feinstaub PM2,5 hinsichtlich der Emissionen eine neue Beobachtungsreihe im Umweltatlas begonnen. Hierfür sprechen die große Gesundheitsrelevanz und die Überschreitung von Luftqualitätsgrenzwerten.

Die Daten des Emissionskatasters 2015 sind darüber hinaus Grundlage für die Fortschreibung des Luftreinhalteplans 2011-2017 der die zusätzlichen Maßnahmen beschreibt, um die Luftqualität weiter zu verbessern und den Zeitraum und das Ausmaß der Überschreitung der Grenzwerte so weit wie möglich zu reduzieren.

Immissionen

Auch für den Bereich der Immissionen spielen die Europäischen Richtlinien zur Luftqualität eine große Rolle. Sie enthalten eine Vielzahl von Stoffen, die auf Grund der vermehrten anthropogenen Produktion die Luft besonders belasten. EU-weit gilt es diese weiträumige Verbreitung zu überwachen und zu vermindern und so die daraus folgenden Umweltschäden zu begrenzen. Die Luftqualitätsrichtlinien beinhalten festgelegte Immissionswerte als Grenz- und Schwellenwerte sowie Zielwerte, die innerhalb einer bestimmten Frist einzuhalten sind. Sie orientieren sich an denen der WHO (Weltgesundheitsorganisation), um eine gesundheitliche Beeinträchtigung für Menschen und Tiere zu begrenzen sowie Flora und Fauna vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen (vgl. Tabelle 2).

Die Luftqualitätsrichtlinie wird durch das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) in nationales Recht umgesetzt. Danach ist Berlin gemäß der §§ 44 bis 46 a des BImSchG verpflichtet Luftparameter, die für Mensch und Natur eine Gefahr darstellen, zu erheben und die ermittelten Messwerte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu gehören: Feinstaub (PM10, Stickstoffdioxid (NO2), Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid (CO), Benzol und Ozon (O3). Für den Großteil dieser Luftparameter gibt es Grenzwerte und ergänzend Toleranzmargen (gleitende Annäherung in Jahresstufen zum Grenzwert), die bei einer Überschreitung Maßnahmen zur Reduktion der Immissionskonzentration erzwingen. Dazu gehört insbesondere die bereits genannte Aufstellung des Luftreinhalteplans 2011-2017, in denen die erforderlichen Maßnahmen beschrieben werden.

Ein besonderes Augenmerk ist allen Emittenten und Emissionen zu widmen, die zum Überschreiten der Immissionswerte (maßgeblich) beitragen.

Die Luftverunreinigung Berlins wird seit 1975 mit Hilfe des Berliner Luftgüte-Messnetzes (BLUME) der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz kontinuierlich erfasst. Das Messnetz besteht derzeit (Stand September 2016) aus 16 ortsfesten Messstationen für Luftschadstoffe, zusätzlich einer meteorologischen Station und einem Messbus für den mobilen Einsatz. Von den einzelnen Stationen werden die 5-Minuten-Werte jedes Schadstoffes zur Messzentrale in der Brückenstraße (Mitte) übertragen und daraus die Stunden- und Tageswerte als Basis für die weitere Auswertung berechnet.

Die ermittelten Daten dienen

  • der Berechnung von Kennwerten der Luftverschmutzung zur Beurteilung der Luftqualität anhand von Grenz- und Leitwerten,
  • der Ermittlung der Schadstoffbelastung für Genehmigungsverfahren (nach TA Luft),
  • der Ursachenermittlung der Luftverunreinigung
  • der Verfolgung der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Luftreinhaltung und
  • der Information der Öffentlichkeit.

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