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Umweltatlas Berlin

03.10 Verkehrsbedingte Luftbelastung durch Benzol, Stickoxide und Dieselruß

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Kartenbeschreibung

Emissionen im gesamten Straßennetz und auf Hauptverkehrsstraßen 1993, Stickoxide (NOx)

Die für ein Flächenraster von 1x1 km ermittelten Werte aus dem Emissionskataster Verkehr weisen die innerhalb des S-Bahn-Ringes gelegene Innenstadt als Hauptbelastungsgebiet aus. Dort werden im Jahr zwischen 50 und 100 t/km² NOx erzeugt. Mit über 150 t/km²·a werden auf der Stadtautobahn im Bereich des Funkturm-Dreiecks die höchsten Schadstoffmengen emittiert. Mit der Verkehrsdichte nehmen die NOx-Emissionen zum Stadtrand hin bis auf Werte unter 10 t/km²·a ab.

Die Belastung des Hauptverkehrsstraßennetzes zeigt hingegen eine relativ homogene Verteilung. Vor allem die großen Ausfallstraßen weisen auch am Stadtrand ein mit der Innenstadt vergleichbares Emissionsniveau auf. Mit über 30 kg/m²·a deutlich höhere Emissionen werden wiederum auf den meisten Abschnitten der Stadtautobahn registriert.

Emissionen auf Hauptverkehrsstraßen 1993, Auspuff-Partikel, Dieselruß, Reifenabrieb

Grundsätzlich spiegelt die Höhe des Emissionsniveaus die unterschiedlichen Quantitäten der Verkehrsmengen wider, die auf den verschiedenen Abschnitten des Hauptverkehrsstraßennetzes bewältigt werden. Die höchsten Werte für alle drei Schadstoffe wurden auf fast allen Abschnitten der Stadtautobahn ermittelt. Die durchschnittliche Verkehrsmenge beträgt dort konstant über 150 000 Kfz pro Tag. Die niedrigsten Werte weisen diejenigen Hauptverkehrsstraßen am Stadtrand auf, die hauptsächlich der Erschließung der Stadtrandbezirke dienen und keine Funktion für den Durchgangsverkehr haben. Dies sind vor allem Straßen in Zehlendorf, Spandau, Reinickendorf, Pankow, Weißensee, Köpenick, Neukölln, Tempelhof und Steglitz. Ausnahme sind dagegen auf den Straßen zu verzeichnen, die der Anbindung der Stadtrandbezirke Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf sowie des Stadtzentrums von Spandau dienen.

Bis auf wenige Ausnahmen zeigen fast alle Hauptverkehrsstraßen der Innenstadt mittlere bis hohe Belastungen. Auf den großen Ausfallstraßen, wie der Heerstraße, der Avus, dem Tempelhofer/Mariendorfer Damm, den Straßenzügen Schnellerstraße/Adlergestell oder Karl-Marx-/Frankfurter Allee setzten sich die hohen Emissionen, im Gegensatz zu den übrigen Hauptverkehrsstraßen, bis zum Stadtrand fort.

Für die Emissionshöhe beim Reifenabrieb ist neben der Anzahl der Kfz auch die Rauhigkeit des Straßenbelages von Bedeutung. In der Karte 03.10.5 sind aus diesem Grunde - im Vergleich zu Dieselruß und Auspuff-Partikeln - auch einige Straßen am Stadtrand, z.B. durch die Köpenicker Forsten, mit höheren Reifenabriebsemissionen ausgewiesen.

65 % der Dieselrußemissionen werden durch den Lkw- und Bus-Verkehr erzeugt. Besonders deutlich treten folgerichtig in der Karte 03.10.4 die hohen Dieselruß-Emissionen auf den oben genannten großen Einfall- bzw. Ausfallstraßen hervor.

Berechnete Immissionen auf Hauptverkehrsstraßen 1993, Benzol, Dieselruß, Stickstoffdioxid (NO2)

Die Ergebnisse der Immissionsberechnungen für das Hauptverkehrsstraßennetz belegen sowohl die räumlichen Belastungsschwerpunkte als auch das davon ausgehende Gefährdungspotential bzw. die notwendigen Handlungsprioritäten bezüglich der untersuchten Luftschadstoffe. Unter Berücksichtigung der ab Juli 1998 in der 2. Stufe geltenden Vorgaben der Konzentrationswerte-Verordnung (23. BImSchV) zeigen die Karten der berechneten Immissionen die herausragende Bedeutung der Belastung mit Dieselruß, gefolgt von Benzol und Stickoxiden.

Bei Anwendung des Konzentrationswertes von 8 µg/m³ wurden für Dieselruß 537 Straßenabschnitte (18 %) ermittelt, deren Belastung möglicherweise bzw. mit Sicherheit weitere Untersuchungen nach der 23. BImSchV erforderlich machen. Die Abschnitte sind über die ganze Stadt verteilt, konzentrieren sich aber ringförmig um die Innenstadt bzw. auf die großen Ausfallstraßen nach Süden und Osten, wie den Mariendorfer/Lichtenrader Damm, die Köpenicker Landstraße oder das Adlergestell. Die Karte zeigt aber auch, daß ca. 90 % dieser Abschnitte den Prüfwert nur knapp über-, bzw. unterschreiten und nur bei relativ wenigen (48) Abschnitten mit Sicherheit überschritten werden.

Für Benzol wurden an insgesamt 2,3 % (71) aller Straßenabschnitte Konzentrationen ermittelt, die Anlaß zu weiteren Untersuchungen geben. Auch hier liegen die meisten der Abschnitte nur knapp über dem Prüfwert, nur drei kurze Bereiche in der Innenstadt und auf der Stadtautobahn werden deutlich überschritten. Schwerpunkte der Belastungen sind der äußere Innenstadtrand in Charlottenburg und Schöneberg.

Aufgrund der errechneten Stickstoffdioxid-Konzentrationen müssen auf nur 0,3 % (9) der untersuchten Hauptverkehrsstraßenabschnitte weitere Untersuchungen veranlaßt werden.

Berechnete Immissionen Ist-Fall 1993 und Szenario 2010 Benzol und Dieselruß

Zur Abschätzung des Zustandes nach Ausbau des Straßennetzes 2010 sind in der Karte 03.10.9 für insgesamt 14 Straßenabschnitte die im Vergleich zu 1993 für das Jahr 2010 zu erwartenden Benzol- und Dieselrußbelastungen dargestellt. Für alle Straßenabschnitte, mit Ausnahme der Brückenstraße und der Danziger Straße, ist mit einem deutlichen Rückgang unter die ab 01.07.1998 geltenden Grenzwerte zu rechnen. Für Benzol fällt der Rückgang infolge der dann vollständigen Ausrüstung der Otto-Motor-Pkw mit geregelten Katalysatoren wesentlich deutlicher aus. Die deutlich langsamere Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion von Dieselrußemissionen aus Lkw und anderen Dieselfahrzeugen, läßt hier nur ein vergleichsweise geringes Sinken der Belastungen erwarten. Infolge des aktuell sehr hohen Belastungsniveaus in der Brückenstraße wird dort der Grenzwert von 8 µg/m³ auch 2010 noch überschritten sein. In der Danziger Straße ist infolge des zu erwartenden Anstiegs der Verkehrsmengen nach jetzigem Erkenntnisstand sogar mit einem absoluten Anstieg der Dieselrußbelastung zu rechnen.

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