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Umweltatlas Berlin

03.10 Verkehrsbedingte Luftbelastung durch Benzol, Stickoxide und Dieselruß

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Immissionen - Ergebnisse der Straßenmessungen

Zur Erfassung der durch den Kfz-Verkehr verursachten Schadstoffbelastung werden im Rahmen des automatischen Luftgütemeßnetzes BLUME fünf Straßenmeßstationen betrieben; außerdem wurden Stichprobenmeßprogramme (1990, 1991, 1993/94, 1996) durchgeführt. Die Ergebnisse des im Jahre 1996 durchgeführten Stichprobenmeßprogrammes, bei dem an 16 Meßpunkten an Hauptverkehrsstraßen und an vier Meßpunkten in innerstädtischen Wohngebieten Benzol und Ruß gemessen wurden, enthält Tabelle 4.

Die Meßergebnisse zeigen, daß an den untersuchten Hauptverkehrsstraßen die Immissionsbelastung um das Zwei- bis Dreifache höher ist als in innerstädtischen Wohngebieten.

t310_04
Anmerkungen:
- Angaben zum Verkehrsaufkommen beruhen auf ´93er Zähldaten
- Die 98 % Werte für Stickstoffdioxid des Stichprobenmeßprogrammes 93/94 wurden aus Jahresmittelwerten hochgerechnet (Faktor 2.2).´
Tab. 4: Jahreskennwerte von Straßenmessungen (Stichprobenmeßprogramme 1993/94 und 1996)

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Die Höhe der Konzentration ist dabei nicht alleine von der Anzahl der Fahrzeuge und der dadurch bedingten Emissionen abhängig, sondern auch von den Bedingungen für den Luftaustausch, die einerseits durch meteorologische Parameter (z.B. den Wind), andererseits durch Art und Umfang der Bebauung gegeben sind. So werden hohe Immissionsbelastungen an beidseitig bebauten Straßen (Straßenschluchten) wie in der Silbersteinstraße in Neukölln oder der Schildhornstraße in Steglitz registriert, während an der Stadtautobahn, die ein wesentlich höheres Verkehrsaufkommen aufweist, geringere Schadstoffkonzentrationen zu verzeichnen sind. Die Abbildung 1 zeigt eine typische Schadstoffverteilung in einer Straßenschlucht. Eine solche Verteilung entsteht, wenn die Windrichtung (über Dach) vom Meßpunkt zur Straße zeigt und sich in der Straßenschlucht eine Wirbelströmung ausbildet. Diese treibt die Kfz-Emissionen auf die Straßenseite mit der Meßstation.

Die Ergebnisse der bis 1997 an Hauptverkehrsstraßen durchgeführten Messungen zeigen weiterhin

  • für Stickstoffdioxid (nur Dauermeßstationen) eine geringe Abnahme der Belastung seit 1990. Der Konzentrationswert der 23. BImSchV wird an der Meßstation in der Silbersteinstraße überschritten.
  • Für Benzol ist im Vergleich zu vorhergehenden Messungen (Stichprobenmeßprogramme 1990 und 1993/94) insgesamt eine Abnahme der Belastung zu erkennen. Diese Entwicklung ist zum Teil darauf zurückzuführen, daß der Anteil an Kfz mit Zweitaktmotoren, die sehr hohe Kohlenwasserstoffemissionen verursachen, in den letzten Jahren stark abgenommen hat. Weiterhin wird durch den steigenden Anteil von Pkw mit geregeltem Katalysator die Benzolemission deutlich vermindert. Überschreitungen des ab 1998 gültigen Konzentrationswertes für Benzol von 10 µg/m³ wurden im Stichprobenmeßprogramm 1996 an drei Straßen festgestellt, der seit 1.7.1995 gültige Konzentrationswert von 15 µg/m³ wurde nicht erreicht. Automatische Meßverfahren für Benzol sind erst seit wenigen Jahren verfügbar; entsprechend liegen für die Dauermeßstationen nur Daten für die Jahre ab 1995 vor.
  • Für Ruß zeigen sowohl die Dauermeßstationen als auch die Stichprobenmeßprogramme eine gleichbleibend hohe Belastung. An fast allen untersuchten Hauptverkehrsstraßen wird der ab 1.7.1998 gültige Konzentrationswert von 8 µg/m³ deutlich überschritten. An zwei Meßpunkten (Silbersteinstraße und Grünauer Straße) wird sogar der derzeitig gültige Grenzwert von 14 µg/m³ überschritten.

Eine deutliche Verminderung der Ruß-Belastung, die vorwiegend durch Dieselfahrzeuge und Reifenabrieb verursacht wird, ist in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.

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