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Umweltatlas Berlin

03.09 Verkehrsbedingte Luftbelastung durch Kohlenwasserstoffe

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Datengrundlage

Emissionskataster Kraftfahrzeugverkehr

Um die Ursachen der Luftbelastung in Berlin differenziert beurteilen und zu deren Beseitigung beitragen zu können, werden bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie für die Hauptverursachergruppen Emissionskataster geführt, so auch für die Verursachergruppe Verkehr.

Das Emissionskataster Kraftfahrzeugverkehr 1993 zeichnet erstmalig ein geschlossenes Bild der durch den Kraftfahrzeugverkehr verursachten Luftschadstoffemissionen für die gesamte Stadt Berlin.

Die für dieses Kataster entwickelte neuartige Emissionsberechnungsmethode ist auch als Grundlage für Ausbreitungsrechnungen zur Ermittlung der Schadstoffbelastungen an Straßen geeignet. Die weitreichende Neugestaltung der Berechnungsmethodik läßt Vergleiche mit vorhergehenden Emissionserhebungen auf der Grundlage einer wesentlich einfacheren Methode nur sehr eingeschränkt zu.

Erhebung der Verkehrsbelastung

Grundlagen sind die erstmals im Jahr 1993 flächendeckend durchgeführte Straßenverkehrszählung 1993 im Hauptverkehrsstraßennetz sowie die Fahrpläne des Busverkehrs. Damit stehen für jeden Straßenabschnitt im Hauptverkehrsstraßennetz folgende Angaben zur Verfügung:

  • durchschnittlicher täglicher Kfz-Verkehr (DTV) in Kfz/Tag,
  • durchschnittlicher täglicher Lkw-Verkehr in Lkw/Tag für schwere Lkw,
  • Omnibusbelegung im Linienverkehr.

Diese wurden ergänzt durch umfassende Bestands- und Fahrleistungsanalyen der in Berlin zugelassenen Kraftfahrzeuge und die diese Flottenzusammensetzung beschreibende Emissionsfaktoren für Pkw und Nutzfahrzeuge (vgl. Karte 07.01 SenStadtUm1995).

Erhebung der Emissionen

Zu den Schadstoffemissionen des Kfz-Verkehrs zählen die Auspuff- und Abriebsemissionen des fließenden Verkehrs, die Verdunstungsemissionen des ruhenden Verkehrs und Verdunstungsemissionen an Tankstellen. Abbildung 2 gibt eine Übersicht über die Erhebungssystematik. Die Emissionen an Tankstellen werden dem Kleingewerbe zugeordnet.

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Abb. 2: Erhebungssystematik des Emissionskatasters Verkehr 1993

Mit Hilfe von Emissionsmodellen werden die Schadstoff- und CO2-Emissionen für Linienquellen (Hauptverkehrsstraßen) und Flächenquellen (Nebenstraßennetz und Verdunstungsemissionen) berechnet.

Die Auspuff- und Abriebsemissionen treten als Linienquellen auf Hauptverkehrs- und Nebenstraßen auf. Sie werden jedoch nur für das Hauptverkehrsstraßennetz als Linienquellen berechnet, weil nur für diese Straßen die bereits erwähnten DTV-Werte und Angaben zur stündlichen Kapazität aus Zählungen vorliegen. Die Emissionen der Linienquellen werden anschließend dem Rasternetz als Flächenwerte zugeordnet. Die Emissionen im Nebenstraßennetz sind dagegen aus Annahmen zum Verkehrsaufkommen und zum Lkw-Anteil direkt für die einzelnen Raster abgeleitet.

HC-Verdunstungsemissionen entstehen durch Druckunterschiede im Gasraum der Kraftstoffbehälter und der Vergaser-Schwimmerkammer der Fahrzeuge. Sie treten auf:

  • beim stehenden Fahrzeug durch den Temperaturverlauf über den Tag als Tankatmungsemissionen,
  • beim Heißabstellen nach Langstreckenfahrten,
  • beim Warmabstellen nach Kurzstreckenfahrten.

Die Verdunstungsemissionen für HC und deren Benzol-Anteile werden ebenfalls für die Raster ermittelt. Ergänzend werden Verdunstungsemissionen beim Betanken der Fahrzeuge berechnet. Die Verdunstungsemissionen des fließenden Verkehrs können vernachlässigt werden, weil diese sehr gering sind.

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