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Umweltatlas Berlin

03.08 Organische Gase und Dämpfe - Emissionen und Immissionen

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Verursacher und Entwicklung der Emissionen organischer Gase

Abbildung 1 gibt die Entwicklung der Kohlenwasserstoff-Emissionen in Berlin in den 80er Jahren wieder.

Abbildung 1
Abb. 1: Kohlenwasserstoff-Emissionen der einzelnen Verursachergruppen in Berlin (Tonnen pro Jahr)

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Aus Gründen der bundeseinheitlichen Systematik der Katasterführung sind in dieser Aufstellung nicht die Emissionen aus Haushalten (Gebrauch von Farben, Lacken und Lösemitteln) in Höhe von ca. 8.000 bis 10.000 t/a für den Westteil Berlins und 4.000 bis 6.000 t/a für den Ostteil enthalten. Sie werden aber in der Karte 03.08.4 dargestellt und in die Ausbreitungsrechnung einbezogen. Die Verdunstungsemissionen aus dem Kraftfahrzeugverkehr sind erst ab 1985 berücksichtigt. Außerdem findet in den Angaben keine Berücksichtigung, daß die Kohlenwasserstoffemissionen des Hausbrands und des Verkehrs mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem erheblichen Prozentsatz schon kurz nach der Emission nicht mehr gasförmig, sondern als Aerosole auftreten.

An den Emissionsangaben für das Jahr 1989 fällt auf, daß die Kohlenwasserstoffemissionen des Verkehrs und des Hausbrands im Ostteil der Stadt, trotz der nur etwa halb so hohen Bevölkerungszahl und der geringeren Zahl von Kraftfahrzeugen, fast genauso hoch bzw. höher sind als im Westteil. Dies ist auf die hohen Kohlenwasserstoffemissionen der bis 1989 in Ost-Berlin fast ausschließlich genutzten Zweitaktfahrzeuge und der Kohlefeuerungen zurückzuführen.

Abbildung 1 ist außerdem zu entnehmen, daß der Kraftfahrzeugverkehr mit 51.900 t über 60 % der Gesamt-Emissionen an organischen Gasen (77.472 t) ausmacht. Demgegenüber stammen nur etwa 7 % (5.250 t) aus dem Hausbrand.

Wenn man annimmt, daß der Kraftfahrzeugverkehr Mitte der 50er Jahre nur etwa 15 % des heutigen Ausmaßes betrug (der Bestand an Kraftfahrzeugen ist in West-Berlin von 110.000 im Jahr 1955 auf ca. 800.000 im Jahr 1989 angestiegen), dafür aber im Hausbrand noch fast ausschließlich Kohle eingesetzt wurde, ergibt sich für diesen Zeitraum eine Zunahme der Verkehrsemission von ca. 8.000 auf 52.000 t und eine Abnahme der Hausbrandemission von ca. 14.000 auf 5.300 t. Die Summe der Emissionen aus dem Hausbrand und dem Kraftfahrzeugverkehr hat sich nach dieser Rechnung seit 1955 fast verdreifacht.

Es ist allerdings zu berücksichtigen, daß die spezifischen Kohlenwasserstoffemissionen der Kraftfahrzeuge durch die technische Verbesserung der Motoren, die mit der Abgassonderuntersuchung (ASU) auch von Kontrollen begleitet wurde, etwa seit Ende der 70er Jahre erheblich zurückgegangen sind. Auch die Einführung des Abgaskatalysators für PKW hat zu einer weiteren Verminderung der Emissionen von Kohlenwasserstoffen beigetragen (vgl. Umweltbundesamt 1989).

Insgesamt hat sich das Spektrum der Kohlenwasserstoffemissionen von Inhaltsstoffen der Kohle auf die von Benzin verschoben.

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