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Umweltatlas Berlin

03.08 Organische Gase und Dämpfe - Emissionen und Immissionen

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Problemstellung

Wirkung von organischen Gasen

Mit dem Begriff organische Gase wird eine Vielzahl gasförmiger Kohlenwasserstoffverbindungen bezeichnet, z. B. Benzol, Toluol, Xylol, Hexan und Oktan. Sie stammen aus natürlichen und anthropogenen Quellen. Aufgrund der Vielzahl der möglichen Verbindungen ist eine definitive Eingrenzung bisher nicht möglich. Ebensowenig ist es möglich, sämtliche Kohlenwasserstoffverbindungen routinemäßig selektiv zu messen.

Methan wird bei der Betrachtung der Kohlenwasserstoffe ausgeklammert. Dieses Gas ist aufgrund seiner hohen Stabilität in großen Mengen in der Atmosphäre vorhanden. Es wird innerhalb dieser Karte nicht in die Betrachtungen einbezogen, weil der Beitrag der städtischen Emission zur Luftkonzentration nur gering ist.

Organische Gase und Dämpfe entstehen durch

  • unvollständige Verbrennung von Kohle und Öl,
  • Verdunstung und Verdampfung (Reinigung, Bindemittel, Farben und Lacke sowohl bei der Herstellung als auch im Gebrauch),
  • direkte Emission durch Leckage (Gasrohre) und
  • biologische Prozesse (Deponien, Landwirtschaft, Pflanzen).
Sie entstammen zum erheblichen Teil diffusen Quellen und sind nur schwer quantifizierbar.

Die in den letzten Jahren verstärkt geführte Diskussion um die Emissionen von Kohlenwasserstoffen und deren Wirkungen auf Mensch und Umwelt machte die Aufnahme dieser Stoffe in den Umweltatlas notwendig, zumal die krebserzeugenden Wirkungen einiger organischer Gase nicht mehr zu leugnen sind.

Wegen der Komplexität des Problems und den Schwierigkeiten bei der Erfassung der unterschiedlichen Stoffe wird zunächst nur die Summe der Kohlenwasserstoffe und als Einzelkomponente das Benzol betrachtet.

Benzol verursacht bei Menschen nachweislich Knochenmarkschädigungen, Leukämien und Lymphome (vgl. Kalker 1993). Eine ähnlich schädliche Wirkung kann beispielhaft für andere Stoffe dem Toluol angelastet werden (vgl. Blome 1986). Langfristige Exposition mit Trichlorethen (Tri) oder Tetrachlorethen (Per) wirkt sich schädlich auf das Zentralnervensystem, auf Leber und Niere aus, während Pentachlorphenol (PCP), das vielfach als Konservierungsmittel und zum Holzschutz verwendet wird, Leberzirrhose, Knochenmarkschwund und Nervenschädigungen hervorrufen kann (vgl. BMUNR 1987). Methan wirkt sich als klimarelevantes Gas aus.

In der Atmosphäre nehmen Kohlenwasserstoffe unter Lichteinwirkung an photochemischen Reaktionen teil, an denen auch Stickoxide und Wasserdampf beteiligt sind. Dabei entstehen Ozon und andere Oxidantien (vgl. Karte 03.06 SenStadtUm 1994d). Soweit die Kohlenwasserstoffe nicht bei den photochemischen Reaktionen in Methan und Kohlendioxid umgewandelt oder mit dem Regen aus der Atmosphäre ausgewaschen werden, setzen sie sich auf Oberflächen ab. Hier können sie eine zerstörende Wirkung entfalten.

Grenzwerte

Es gibt bisher keine gesetzlich festgelegten Immissionswerte für Kohlenwasserstoffe. Lediglich für Benzol wird im Entwurf für die 23. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes ein Konzentrationswert von 15 µg/m³ ab 1.7.1995 bzw. 10 µg/m³ ab 1.7.1998 als Jahresmittelwert festgelegt, bei dessen Überschreitung Einschränkungen des Kraftfahrzeugverkehrs geprüft werden sollen. Darüberhinaus existieren lediglich Orientierungswerte für einzelne organische Gase.

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