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Umweltatlas Berlin

03.07 Bioindikatoren

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Methode

Flechtenkartierung

Die Darstellung der Ergebnisse der Flechtenkartierung basiert auf den Vorgaben der VDI-Richtlinie 3799 Blatt 1. Dieses Verfahren beinhaltet eine bundeseinheitliche Belastungsskala (vgl. Tab. 1), die unmittelbare Vergleiche mit Untersuchungen in anderen Regionen Deutschlands zuläßt (vgl. Kirschbaum & Windisch 1995). Sie basiert auf einer Bewertung des Vorkommens und des Deckungsgrades der verschiedenen Flechten.

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Tab. 1: Bewertung der allgemeinen Immissionsbelastung anhand der Flechtenvegetation (nach VDI 3799 Blatt 1)

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[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Die in Karte 03.07.1 dargestellten Flächen stellen interpolierte Werte dar, die sich aus den zur besseren Übersicht ebenfalls wiedergegebenen Meßdaten der einzelnen Meßpunkte ergeben. Es ist zu berücksichtigen, daß die in der VDI-Richtlinie 3799 Blatt 1 vorgesehenen Bereiche "sehr geringer", "geringer" und "mäßiger" Belastung im Untersuchungsbereich nicht vorhanden sind und die kartografische Darstellung infolgedessen nur einen Ausschnitt der möglichen Belastungsklassen umfaßt.

Flechtenexponierung

In der kartografischen Darstellung der Flechtenexponierung wurden Daten aus den Jahren 1981/82 und 1991/92 berücksichtigt.

Flächenhaft ist der Absterbegrad von Soralen dargestellt, da hierdurch Wirkungen der Luftbelastung relativ kleinräumig differenziert werden können. Es handelt sich um ein Verfahren, das im Rahmen der Arbeiten zum immissionsökologischen Wirkungskataster entwickelt wurde und aufgrund noch fehlender allgemeiner Standards nur orientierenden Charakter hat.

Der an den Rasterpunkten wiedergegebene Absterbegrad des Thallus läßt Vergleiche über die Verbesserung der Luftqualität innerhalb einer Dekade zu und dokumentiert gleichzeitig den aktuellen Status im gesamten Untersuchungsraum. Die Skalierung der Werte basiert auf dem durch VDI 3799 Blatt 2 vorgegebenen Rahmen (vgl. Tab. 2) und enthält eine Abschätzung des Gefährdungsgrades höherer Pflanzen durch die nachgewiesene Luftschadstoffbelastung.

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Tab. 2: Flechtenabsterbegrade als Maß für die Gefährdung höherer Pflanzen (VDI 3799 Blatt 2)

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Die ergänzende Angabe der Schwefelkonzentrationen im Jahr 1991/92 ist als qualitative Information zu interpretieren, die Hinweise auf räumliche Belastungsbereiche gibt, jedoch nicht im Hinblick auf die Belastungshöhe zu bewerten.

Analyse von Kiefernnadeln

Von den in Kiefernnadeln analysierten Schwermetallen, Halogenen und Nichtmetallen mit Nähr- und Schadstoffcharakter (Kratz 1991, Markan 1992) werden kartografisch nur die Konzentrationen der Elemente Blei, Fluor und Schwefel dargestellt, da deren Anreicherung deutliche räumliche Unterschiede der Belastung dokumentiert. Die Befunde der übrigen Stoffe lassen nur geringe Unterschiede zwischen der Stadt Berlin und ihrem Umland erkennen, so daß eine kartografische Abbildung nicht sinnvoll ist.

Da keine verbindlichen Richtwerte zur Einschätzung der nachgewiesenen Konzentrationen vorliegen, werden die Ergebnisse im Sinne einer Orientierung über Belastungsschwerpunkte genutzt. Zusätzlich werden aus der Literatur Vergleichswerte für Überernährung bzw. starker oder toxischer Immissionseinfluß angegeben (vgl. Tab. 3).

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Tab. 3: Stoffgehalte in Kiefernnadeln (1991) in mg/kg TS (nach Kratz 1991, Markan 1992, SenStadtUmTech 1996a)

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Standardisierte Weidelgraskultur

Als relevante Immissionskomponenten, die durch die Weidelgrasexponierung nachgewiesen wurden, sind die Konzentrationen der Elemente Blei und Fluor in Karte 03.07.3 dargestellt worden. Die Skalierung der Einzelwerte berücksichtigt die Häufigkeit der ermittelten Konzentrationen. Da die ökotoxikologisch relevanten Richt- bzw. Toleranzwerte für Blei (8 mg/kg Trockensubstanz [TS]) bzw. Fluor (30 mg/kg TS) (vgl. BGA 1986, FMV 1990) im Rahmen der durchgeführten Untersuchungen nicht erreicht wurden, dient die Skalierung vornehmlich der räumlichen Differenzierung der Immissionssituation (vgl. Tab. 4).

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Tab. 4: Stoffgehalte in Weidelgras 1993 im Vergleich zu Richt- bzw. Grenzwerten (in mg/kg TS) (nach Kuznik 1993)

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Grünkohlexponierung

Karte 03.07.4 gibt die Konzentrationsbereiche der untersuchten Stoffgruppen sowie eine dimensionslose Maßzahl für den Kfz-Einfluß im Bereich des analysierten Transektes wieder. Da für die behandelten Schadstoffe keine Grenzwerte vorliegen, bilden die definierten Belastungsstufen einen orientierenden Bewertungsrahmen zur Kennzeichnung von Immissionsschwerpunkten, der aus dem Vergleich mit anderen Untersuchungsergebnissen als "gering", "mittel" und "hoch" klassifiziert wurde.

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