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Umweltatlas Berlin

03.07 Bioindikatoren

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Datengrundlage

Flechtenkartierung

Im passiven Flechtenmonitoring wurde die an freistehenden Bäumen natürlich vorkommende Flechtenvegetation im Jahr 1991 untersucht und hinsichtlich der auftretenden Arten und deren Häufigkeit ausgewertet (Linders 1991, SenStadtUm 1993b). Das Basismeßnetz des immissionsökologischen Wirkungskatasters wurde um vier Transekte erweitert, so daß ca. 12 000 km² des Großraumes Berlin und des weiteren Umlandes zur Ermittlung von Daten zur Hintergrundbelastung repräsentativ bearbeitet werden konnten. Hierbei wurde der Flechtenbewuchs an 64 Meßstellen jeweils von zehn Bäumen hinsichtlich vorkommender Arten, Deckungsgrad, Frequenz und Vitalität ermittelt.

Die Erfassung erfolgte als rasterpunktorientierte, standardisierte Vegetationskartierung zur Ermittlung des "Index of Atmospheric Purity" (vgl. De Sloover u. LeBlanc 1968) und parallel dazu als flächenorientierte, floristische Stichprobenkartierung. Nach Herausgabe des Entwurfs der VDI-Richtlinie 3799 Blatt 1 "Flechtenkartierung zur Ermittlung des Luftgütewertes" im August 1993 konnte nachträglich eine Ermittlung von "Luftgüteklassen" im Sinne der Richtlinie vorgenommen werden.

Flechtenexponierung

Im aktiven Flechtenmonitoring sind 1981 an 15 Standorten West-Berlins (Cornelius et al. 1984) und 1991/92 bzw. 1993/94 an den 48 Punkten des Basis-Meßnetzes Exemplare der Blattflechte Hypogymnia physodes der Immissionsbelastung ausgesetzt worden (Mezger 1992, 1995, SenStadtUm 1993b). Während der fünf- und zwölfmonatigen Exponierungszeit wurde der Zustand der Flechten monatlich fotografisch dokumentiert, so daß der zeitliche Verlauf von Schädigungsereignissen nachzuvollziehen ist. Neben der Feststellung des Absterbegrades wurde seit 1991 mit der Bonitierung der Flechtensorale (Organe zur vegetativen Vermehrung) ein empfindlicheres Merkmal zur Bestimmung von Immissionseinflüssen genutzt (vgl. Mezger 1992). Durch Analyse des in dieser Zeit akkumulierten Schadstoffes Schwefel können mögliche Belastungsursachen räumlich differenziert werden.

Analyse von Kiefernnadeln

Einjährige Kiefernnadeln wurden nach dem Ende der Nadelschütte Ende Oktober/Anfang November 1991 von 25- bis 30jährigen Kiefern (Pinus silvestris) gewonnen, die im Nahbereich der Schnittpunkte des Basis-Meßnetzes an gut durchlüfteten und nicht unmittelbar emissionsbeeinflußten Stellen wuchsen. Da an der Meßstelle "Mitte" in der Nähe des Alexanderplatzes keine Kiefern der Art Pinus silvestris zu finden waren, konnten Proben nur von 47 Stellen gewonnen werden. Zur Bestimmung der Inhaltsstoffe wurden die Zweigabschnitte aus allen Exponierungsrichtungen zu Mischproben vereinigt.

Standardisierte Weidelgraskultur

Die Exponierung der Weidelgraskulturen erfolgte innerhalb der Vegetationszeit von Mai bis Oktober 1981 an 15 Meßpunkten in West-Berlin (Cornelius et al. 1984) und von Juni bis September 1993 an 48 Meßpunkten (Kuznik 1993). Aufzucht, Kultur und Exponierung der Weidelgraskulturen erfolgte in Anlehnung an VDI 3792, wobei statt der empfohlenen zehn bis zwölf Exponierungsserien nur sechs Exponierungen durchgeführt wurden.

Grünkohlexponierung

Innerhalb des Basismeßnetzes wurde ein 64 km langer Transekt in West-Ost-Ausrichtung bestimmt, in dem entlang eines vermuteten Schadstoffgradienten zwischen der Innenstadt und dem weniger belasteten Umland ausgewählte organische Schadstoffe durch achtwöchige Exponierung von Grünkohlpflanzen im Oktober/November 1993 und im Juli/August 1994 ermittelt wurden (vgl. Karte 03.07.4). Die Meßpunkte dieses Transektes weisen Rasterabstände von vier bzw. acht km auf. Die erfaßte Fläche beträgt ca. 260 km².

Zur Bestimmung des Kfz-Einflusses, einer der Hauptquellen für PAK, wurde die "Kfz-Maßzahl" eingesetzt (TÜV-Umwelt Berlin-Brandenburg 1995). Sie basiert auf einem Mittelwert der Herbst- sowie der Sommerexposition.

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