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Umweltatlas Berlin

03.04 Stäube - Emissionen und Immissionen

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Staubniederschlag einschließlich Inhaltsstoffe

Wegen der speziellen Anordnung der Staubniederschlagssammler müssen die Immissionsmeßergebnisse nach zwei Gruppen getrennt betrachtet werden.

Die erste Gruppe bilden die Sammler, die entsprechend den Vorgaben der TA-Luft in mehr als 20 m Entfernung von direkten Schadstoffquellen angeordnet sind. An Meßstellen dieser Gruppe werden minimale Jahresmittelwerte des Staubniederschlags von 50 bis 60 mg/m² und Tag gemessen, wenn die nähere Umgebung geschlossen begrünt ist oder wenn die Meßstelle von Wasser umgeben ist. Diese Niederschläge werden im wesentlichen von den Inhaltsstoffen des Regens und von Pollen bestimmt. Die Jahresmittelwerte der Staubniederschlagsmengen liegen in Berlin in Wohngebieten zwischen 70 und 210 mg/m² und Tag. Wenn in der Umgebung der Meßstellen verhältnismäßig viel Grün vorhanden ist, werden Werte unter 140 mg/m² und Tag festgestellt. Ist die Umgebung durch Straßen, Bürgersteige oder unbefestigtes Gelände geprägt, liegen die Werte zwischen 140 und 210 mg/m² und Tag. Bei geringer Begrünung und erhöhtem Verkehrsaufkommen steigen die Niederschlagswerte auf 210 bis 280 mg/m² und Tag.

Die Karte 03.04.7 (Staubniederschlag) legt den Schluß nahe, daß in Ost-Berlin tendenziell höhere Werte ermittelt wurden als in West-Berlin. Es ist aber festzustellen, daß in westlichen Stadtteilen wie Tegel, Steglitz und Neukölln bei vergleichbaren Umgebungsfaktoren der Meßstellen mit 200 bis 280 mg/m² und Tag ähnlich hohe Werte gemessen wurden wie in den östlichen Stadtteilen Pankow, Prenzlauer Berg, Mitte oder Treptow.

Als Sonderfälle sind die Standardmeßstellen mit mehr als 300 mg/m² und Tag einzustufen. Diese Stationen liegen entweder in vom Straßenverkehr stark frequentierten Industriegebieten wie Marienfelde und Tegel oder sie unterlagen im Meßzeitraum extremen Umfeldbedingungen (Großbaustelle in Kaulsdorf, Ausflugsparkplatz im Südwesten Berlins).

Die zweite Gruppe bilden die Sammler, die unmittelbar an oder auf dem Mittelstreifen von stark befahrenen Hauptverkehrsstraßen angeordnet sind. Diese Meßstellen dienen der Ermittlung der Staubniederschlags- und der Bleibelastung durch den Kraftfahrzeugverkehr. An ihnen werden die höchsten Staubniederschlagswerte mit bis zu 756 mg/m² und Tag am Rand der Stadtautobahn mit einem täglichen Verkehrsaufkommen von ca. 150.000 Kraftfahrzeugen festgestellt. Der dritthöchste Wert findet sich im Grunewald am Rand der AVUS, wo andere Quellen außer dem Kraftfahrzeugverkehr und Regen kaum eine Bedeutung haben.

Ein ähnliches Bild wie der Staubniederschlag zeigen die Karten 03.04.8 und 03.04.9, die die Jahresmittel von Blei und Cadmium im Staubniederschlag wiedergeben. Ein Vergleich mit den entsprechenden Karten des Umweltatlasses von 1985 bestätigt die Häufigkeit hoher Staubniederschlagsmengen und einen erhöhten Anteil an Blei und Cadmium innerhalb dieses Niederschlags in Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen.

Bemerkenswert sind zwei Meßstellen: Die Meßstelle auf dem Grunewaldturm zeigt im Vergleich zu der sehr geringen Staubniederschlagsbelastung (73 mg/m² und Tag) relativ hohe, über dem Umgebungsniveau liegende Blei- und Cadmiumbelastungen (47 bzw. 0,7 µg/m² und Tag). Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Werte durch den Korrosionsschutz (Cadmierung, Mennige) von Blitzableitern und Armierungen auf dem Dach des Grunewaldturms hervorgerufen werden. Daher ist diese Meßstelle für die Bestimmung von Staubinhaltsstoffen nicht geeignet.

Die Straßenmeßstelle im Bezirk Friedrichshain zeigt im Vergleich zur Staubniederschlagsbelastung und zu anderen Meßstellen eine erheblich höhere Bleibelastung. Hier kann sich im Jahr 1991 noch der höhere Bleigehalt im Benzin der ehemaligen DDR bemerkbar gemacht haben.

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