Geoportal  



 

Umweltatlas Berlin

03.04 Stäube - Emissionen und Immissionen

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück weiter

Datengrundlage

Emissionen

Um die Ursachen der Belastung der Berliner Luft durch Staub differenziert beurteilen und zu deren Beseitigung beitragen zu können, werden bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz für die Hauptverursachergruppen (Industrie, Hausbrand und Straßenverkehr) Emissionskataster geführt.

Zur Erstellung des Emissionskatasters Industrie werden die Daten der großen Einzelemittenten, wie Kraft-, Heiz-, Heizkraftwerke sowie Industrieanlagen, den Emissionserklärungen entnommen, die von den Betreibern entsprechend den Vorschriften des Bundes-Immissionsschutzgesetzes im Abstand von zwei Jahren den Immissionsschutzbehörden vorgelegt werden müssen.

Das Emissionskataster Hausbrand für die Vielzahl kleiner Heizungsanlagen im Stadtgebiet ist statistisch angelegt. Für sämtliche Wohnhäuser werden aus dem umbauten Raum der Wärmebedarf und die Anteile der Heizungsarten, wie Kohle-Einzelöfen, Öl-Sammelheizungen, Gas-Etagenheizungen, Elektro- und Fernheizungen, ermittelt. Mit Hilfe von spezifischen Emissionsfaktoren für die Heizungsarten wird daraus die Emission jedes einzelnen Häuserblocks bestimmt. Für Öl- und Gasheizungen sind die Staub-Emissionsfaktoren um den Faktor 100 bis 1000 geringer als für Kohleheizungen, so daß diese Heizungsarten nur unwesentlich zur Emission beitragen. Der mit Elektroheizungen und Fernwärme befriedigte Wärmebedarf wird hierbei nicht berücksichtigt, wenn die Wärme in genehmigungsbedürftigen Anlagen produziert wird.

Das Emissionskataster Verkehr basiert auf Verkehrszählungen seitens der Verkehrsverwaltung sowie auf Angaben über den Kraftfahrzeugbestand und die mittlere Fahrleistung der Kraftfahrzeuge. Die Emission wird mit Hilfe von Faktoren berechnet, die für verschiedene Fahrzeugklassen festgelegt sind. Dabei unterscheidet man zwischen Personenkraftwagen und Lieferfahrzeugen mit Viertaktmotoren mit und ohne Abgasreinigung, mit Zweitakt- oder Dieselmotoren sowie schweren Lastkraftwagen und Bussen. Die mit Abstand größten Emissionen treten bei schweren Lastkraftwagen und Bussen auf. Außerdem finden der Reifenabrieb und die Verdunstung von Kraftstoff Berücksichtigung.

Alle Abschätzungen und Berechnungen werden mit der Energiebilanz abgeglichen, in der der gesamte Verbrauch an Brenn- und Kraftstoffen in der Stadt zusammengestellt ist.

Die Ergebnisse von Ausbreitungsrechnungen für Schwebstaub und Staubniederschlag werden im Umweltatlas nicht dargestellt, weil die flächenhafte Belastung nur zu einem kleinen Teil durch die erfaßten Emissionen verursacht wird.

Gemessene Immissionen

Schwebstaub

In Berlin wurde Schwebstaub im Jahr 1991 an 39 Stationen des Berliner Luftgüte-Meßnetzes kontinuierlich gemessen.

Im Dauerbetrieb werden automatische Meßgeräte eingesetzt, die ihre Daten im Dreiminutentakt über Telefonstandleitungen an den Zentralrechner des Berliner Luftgüte-Meßnetzes übermitteln.

In den Meßgeräten wird die Luft mit einem Durchsatz von einem Kubikmeter pro Stunde durch Filter gesaugt, die im Abstand von mehreren Stunden automatisch gewechselt werden. Radioaktive Beta-Strahlen sehr geringer Intensität durchstrahlen die Filter. Die mit zunehmender Staubbelegung wachsende Abschwächung der Strahlung wird in ein Meßsignal umgewandelt, aus dem mit Hilfe des Luftdurchsatzes der Geräte die Staubkonzentration abgeleitet werden kann.

Zusätzlich wurden im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz vom TÜV Berlin-Brandenburg Stichprobenmessungen nach der Referenzmethode für die Schwebstaubmessung mit halbautomatischen Meßgeräten durchgeführt. Die Luft wird jeweils 24 Stunden lang mit etwa 3 m³/h durch Filter gesaugt, auf denen sich der Staub abscheidet. Die Filter werden vor und nach der Probenahme getrocknet und gewogen. Aus der Gewichtsdifferenz und der hindurchgesaugten Luftmenge wird die Staubkonzentration in der Luft bestimmt. Nach der Konzentrationsbestimmung werden die Filter auf ihre Inhaltsstoffe untersucht.

Weil seit dem Beginn der intensiven Messungen im Jahr 1984 regelmäßig Überschreitungen von Immissionswerten der TA-Luft festgestellt wurden, waren die Meßstationen bis 1989 im Westteil der Stadt in einem regelmäßigen 4 x 4-Kilometer-Raster angeordnet, das das bebaute Stadtgebiet bis zu den Stadträndern flächendeckend überzog. Nach der Wende in der DDR sind im Ostteil Berlins sechs zusätzliche BLUME-Stationen eingerichtet worden. Da im Ostteil höhere Konzentrationen von Schwebstaub festgestellt wurden und im Westteil inzwischen Immissionswertüberschreitungen nur noch an den Innenstadtstationen zu beobachten sind, wurden bis Ende 1993 zehn weitere Stationen von Westen nach Osten verlagert. Entsprechend den TA-Luft-Vorschriften zur Messung und Beurteilung der Belastung sind die Stationen mit zwei Ausnahmen in mehr als 20 m Abstand von Schadstoffquellen angeordnet.

An zwei Stationen wird unter direktem Verkehrseinfluß gemessen. Eine Station (14, Charlottenburg) liegt in unmittelbarer Nähe der Stadtautobahn und eine Station (74, Friedrichshain) in Verkehrsnähe an der Kreuzung Frankfurter Allee/Warschauer Straße.

Zusätzlich wird die im Grunewald liegende Waldstation 32 betrieben. Hier wird die Schwebstaubkonzentration unterhalb der Baumkronen in einer Höhe von 4,5 m gemessen.

Staub-Inhaltstoffe

In den Jahren 1984 und 1988 sind die Staub-Inhaltstoffe flächendeckend an allen Schwebstaubmeßstellen gemessen worden. Da sowohl die Bleikonzentration als auch die Konzentration von Cadmium so weit unterhalb der Immissionswerte der TA-Luft liegen, daß nicht mit Überschreitungen gerechnet werden muß, und weil auch bei den anderen Inhaltsstoffen keine besonderen Belastungen erkennbar sind, ist die Zahl der Meßstellen auf insgesamt zwölf reduziert worden, von denen jeweils sechs im West- und im Ostteil der Stadt liegen.

Die Filter werden auf insgesamt 17 Inhaltsstoffe untersucht, von denen eine Auswahl in den Karten 03.04.4, 03.04.5 und 03.04.6 dargestellt wird. Die Analyse der dargestellten Stoffe erfolgt mit Hilfe der Methode der Atomemissionsspektrometrie (Chrom und Blei) und der Atomabsorptionsspektrometrie (Arsen, Kobalt, Cadmium und Nickel).

Staubniederschlag

Der Staubniederschlag wurde im Jahr 1991 an 72 Meßpunkten ermittelt, von denen 54 im Westteil der Stadt und 18 im Ostteil liegen. Elf Standorte im Westteil liegen in unmittelbarer Nähe oder auf dem Mittelstreifen von Hauptverkehrsstraßen.

Zur Probenahme werden Einweckgläser auf etwa 1,5 m hohen Ständern offen aufgestellt und monatlich ausgewechselt. Im Labor wird das Regenwasser eingedampft, der Rückstand gewogen und auf die Inhaltsstoffe Blei und Cadmium untersucht. Zur Inhaltsstoffanalyse werden die gleichen Methoden eingesetzt wie beim Schwebstaub.

Das in Gläsern aufgefangene Material stammt vor allem aus zwei Quellen, deren Anteile an der Immission sehr variabel sind. Einerseits sammeln sich in den Behältern relativ große Partikel mit Korngrößen von mehr als 20 µm, die in der näheren Umgebung der Meßstellen aufgewirbelt werden und verhältnismäßig schnell wieder aus der Atmosphäre ausfallen. Andererseits werden mit dem Regen in Wasser suspendierte oder gelöste Stoffe gesammelt, die im wesentlichen aus den Wolken stammen und deshalb zum Teil von sehr weit entfernten Schadstoffemittenten stammen können. Zu diesen Stoffen gehören vor allem Sulfat und Nitrat aber auch organische Verbindungen, die in der Atmosphäre durch Umwandlung aus gasförmigen Emissionen entstehen.

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück weiter

umweltatlas_logo_klein