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Umweltatlas Berlin

03.04 Stäube - Emissionen und Immissionen

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Problemstellung

Wirkung von Staub

Staub ist eine auch ohne Meßgeräte für jeden feststellbare partikelförmige Luftverunreinigung. Grundsätzlich wird zwischen Schwebstaub und Staubniederschlag unterschieden. Besonders deutlich tritt der Staubniederschlag auf glatten horizontalen Flächen in Erscheinung, die der Außenluft ausgesetzt, aber gegen Regen und Wind geschützt sind. In der Luft macht sich Schwebstaub durch Trübung der Atmosphäre bemerkbar.

Die Staubpartikel sind unterschiedlichster Herkunft, haben sehr verschiedene Korngrößen und bestehen aus einer Vielzahl von Stoffen, so daß eine eindeutige Beschreibung nicht möglich ist. Beim Schwebstaub überwiegen die Anteile mit Korngrößen kleiner 10 µm. Beim Staubniederschlag hat die Korngröße keine Bedeutung.

Aufgrund unterschiedlicher Entstehungsmechanismen der Stäube besteht eine Einteilung in Primäraerosole, welche direkt als Staubpartikel emittiert werden und in ihrer räumlichen und mengenmäßigen Verteilung im Emissionskataster Gesamtstaub (Karte 03.04.1) geführt werden, sowie in Sekundäraerosole, die zunächst als Gase emittiert werden und erst in der Atmosphäre in Partikel umgewandelt werden.

Staub wirkt schädlich auf Menschen und Umwelt. Die staubförmigen Luftverunreinigungen reizen das menschliche Bronchialsystem. Art und Grad der Schädigung sind abhängig von Menge und Zusammensetzung des Staubes. Kommt es bei Smog-Perioden zu starker Beanspruchung des Reinigungsapparates im Atemwegsbereich, können längerfristige Einwirkungen zu Zell- oder Gewebeschäden führen (vgl. BMUNR 1987). Das gilt besonders für die Kombination von Schwebstaub mit anderen Luftschadstoffen, beispielsweise Schwefeldioxid (vgl. Kühling 1986).

Neben der gesundheitlichen Relevanz für den Menschen wirken sich die Stäube und ihre Inhaltsstoffe auf Fauna und Flora aus. Ihre Wirkung kann sehr unterschiedlich ausfallen: So werden sowohl bodenversauernde als auch diese Versauerung puffernde Wirkungen durch Staubemissionen hervorgerufen. Versauernd wirken alle Sulfat- und Nitrat-Ionen, während z. B. von den calciumhaltigen Staubemissionen, wie sie etwa von den östlich Berlins gelegenen Zementwerken Rüdersdorf verursacht werden, eine kalkende Wirkung ausgeht.

Grenzwerte

Mitte der 60er Jahre wurden Grenzwerte für die Staubkonzentration in der Luft und für als schädlich erkannte und meßbare Inhaltsstoffe festgelegt. In Deutschland gelten zur Zeit die Immissionswerte der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft) aus dem Jahr 1986. Außerdem sind die Grenzwerte der EG-Richtlinien für Schwefeldioxid und Schwebstaub aus dem Jahr 1980 sowie für Blei (als Bestandteil des Schwebstaubs) von 1982 bindend, die mit der 22. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes 1993 in nationales Recht überführt wurden (vgl. Tab. 1).

Tabelle 1 - Dummy
[Ca. 21 KB groß.]

Tab. 1: Grenz-, Richtwerte und Empfehlungen für die Immission von Schwebstaub, Staubinhaltsstoffen und Staubniederschlag

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Überschreitungen der Grenzwerte ziehen nach den Vorschriften der TA-Luft bzw. der 22. BImSchV Maßnahmen an Anlagen nach sich, die als Verursacher identifiziert werden. Wenn die Überschreitungen nicht einem speziellen Verursacher zugeordnet werden können, müssen die zuständigen Behörden einen Luftreinhalteplan aufstellen und bei der Genehmigung neuer Anlagen verschärfte Anforderungen bezüglich der zulässigen Emission stellen.

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