Geoportal  



 

Umweltatlas Berlin

03.03 Stickoxide - Emissionen und Immissionen (Ausgabe 1994)

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück weiter

Kartenbeschreibung

Emissionen und berechnete Immissionen 1989

In den drei Karten 03.03.1, 03.03.2 und 03.03.3 sind die Emissionen der Hauptemittentengruppen Industrie, Hausbrand und Verkehr für das Jahr 1989 jeweils in 1-km²-Rasterflächen dargestellt. Die Karten 03.03.4, 03.03.5 und 03.03.6 geben jeweils die berechneten Jahresmittelwerte der Immissionskonzentrationen von 1989 der genannten Hauptverursachergruppen an.

Industrie

Die Karte der Industrieemissionen (03.03.1) zeigt ein sehr uneinheitliches Bild. Es wird vor allem durch die zwölf öffentlichen und einige große private Kraft-, Heizkraft- und Heizwerke geprägt, die über die ganze Stadt verteilt sind und extrem hohe Emissionen aufweisen. Der höchste Rasterwert mit mehr als 8.000 t/km² und Jahr wird durch das Charlottenburger Spitzenlast-Heizkraftwerk erreicht. Er liegt mit fast 2.000 t über dem Wert von 1981 (vgl. Karte 03.03.3, SenStadtUm 1985).

Da die Industrieschornsteine nach den Vorschriften der TA-Luft um so höher sein müssen, je stärker die Schadstoffemission ist, werden die Schadstoffe dieser Anlagen in großer Höhe emittiert und gleichmäßig über das gesamte Stadtgebiet und das Umland verteilt. Deshalb werden in der näheren Umgebung der Anlagen in der Regel erhöhte Konzentrationen weder berechnet, wie Karte 03.03.4 zeigt, noch gemessen, wie Karte 03.03.8 dokumentiert.

Großräumige Unterschiede werden in der Karte der berechneten Immissionen der Verursachergruppe Industrie (03.03.4) dagegen deutlich. So liegen die Werte in der Innenstadt mit 20 µg/m³ etwa doppelt so hoch wie im Stadtrandgebiet. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die Berliner Innenstadt bei jeder Windrichtung hohen in Berlin verursachten Schadstoffbelastungen ausgesetzt ist, während an den Stadträndern dies nur zeitweise der Fall ist.

Hausbrand

Die Karte der Hausbrandemissionen (03.03.2) zeigt im Innenstadtbereich einen Ring erhöhter Stickoxid-Werte, der sich um ein relatives Minimum in der Stadtmitte legt. Die geringen Werte im Zentrum gehen auf den Einfluß des Großen Tiergartens und einen hohen Anteil an Fernheizungen zurück. Der Ring erhöhter Werte mit Maximalwerten von 20 bis 26 t/km² und Jahr in Prenzlauer Berg und in den nördlichen Teilen von Schöneberg und Neukölln wird durch einen hohen Anteil von öl- und kohlebetriebenen Einzel- und Zentralheizungen bei sehr hoher Wohndichte verursacht. Entsprechend der Abnahme der Wohndichte nehmen auch die Emissionen zu den Stadträndern hin ab. Die dichter besiedelten Ausläufer der Stadt in Richtung Westen (Spandau), Norden (Tegel), Südosten (Treptow) und Südwesten (Zehlendorf) sind an leicht erhöhten Werten zu erkennen. Die Großsiedlungen Märkisches Viertel, Hellersdorf und Marzahn sowie Gropiusstadt treten als Emissionsmaxima nicht in Erscheinung, weil sie mit Fernwärme versorgt werden. Die gleiche Verteilung zeigte beschränkt auf West-Berlin bereits der Umweltatlas von 1985, wobei die Einzelwerte in den hochbelasteten Gebieten bis zu 10 t/km² und Jahr höher lagen (vgl. Karten 03.03.2 und 03.03.5, SenStadtUm 1985).

Die Ergebnisse der Ausbreitungsrechnung im Bereich Hausbrand (Karte 03.03.5) zeigen im wesentlichen die gleiche Struktur wie das Emissionsfeld Hausbrand. Das Maximum liegt zusätzlich im gleichen Gebiet wie das der Industrie (Prenzlauer Berg). Und es ist mit 10 µg/m³ etwa halb so hoch.

Verkehr

In der Karte der Verkehrsemissionen (03.03.3) treten deutlich der halb offene Stadtautobahnring und die West-Ost-Achse im Zuge Bismarckstraße-Kaiserdamm im westlichen Teil der Stadt hervor. Am Schnittpunkt der beiden Straßenzüge gibt es maximale Stickoxidemissionen bis 380 t/km² und Jahr. Auch im Umweltatlas von 1985, der die Emissionswerte des Jahres 1981 wiedergibt, wies dieser Bereich den höchsten Wert auf, der damals allerdings um etwa 80 t/km² und Jahr geringer ausfiel (vgl. Karte 03.03.1, SenStadtUm 1985). Bei den Emissionen im Verkehrsbereich ist besser als bei den Emissionen aus dem Hausbrand eine sternförmige Struktur des Stadtgebietes mit erhöhten Werten zu erkennen. Sie breitet sich von der Innenstadt her im Zuge der Hauptverkehrsstraßen in alle Himmelsrichtungen aus. Am nordöstlichen Stadtrand ist der Verlauf der Autobahn Berliner Ring mit ihren Zufahrten und dem Abzweig nach Prenzlau und Stettin deutlich zu erkennen.

Die berechneten Immissionen für den Verkehrsbereich (Karte 03.03.6) bilden wie beim Hausbrand das Feld der Emissionen in stark geglätteter Form ab. Ein ausgeprägtes Maximum von 120 bis 150 µg/m³ wird für die Schnittstelle der Stadtautobahn mit dem Kaiserdamm berechnet, an der auch das Maximum der Emissionen liegt.

Die Schadstoffbelastung der Stadtluft wird nicht nur durch Emissionen im Stadtgebiet und im unmittelbaren Umland verursacht, sondern es gibt einen überregionalen Belastungspegel, der durch eine Vielzahl von Schadstoffquellen in Deutschland und Europa hervorgerufen wird. Nach der deutschen Vereinigung hat das Umweltbundesamt sein Meßnetz, mit dessen Hilfe dieser Hintergrundpegel bestimmt wird, auf die neuen Bundesländer ausgeweitet. In der Umgebung Berlins befinden sich die Stationen Kyritz, Neuglobsow und Angermünde nordwestlich bis nordöstlich der Stadt sowie Wiesenburg und Lindenberg südwestlich und südöstlich der Stadt. Für das Jahr 1992 stehen erstmals Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxidkonzentration zur Verfügung, die als Hintergrundwerte für Berlin herangezogen werden können (vgl. Umweltbundesamt 1992a). Die Werte liegen bei 10 bis 13 µg/m³. Sie decken sich mit dem Wert von 12 µg/m³, der in 300 m Höhe am Funkturm Frohnau ermittelt wurde. Aufgrund dieser Messungen wird für Berlin insgesamt mit einem überregionalen Belastungspegel von ca. 10 µg/m³ gerechnet.

Kartenansicht English Text available Inhalt    zurück weiter

umweltatlas_logo_klein