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Umweltatlas Berlin

03.03 Stickoxide - Emissionen und Immissionen (Ausgabe 1994)

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Entwicklung der Stickoxidimmisionen

In Berlin wurden Stickoxidmessungen seit 1979 vom Bundesgesundheitsamt im Westteil der Stadt an der Schloßstraße in Steglitz und von der Bezirkshygieneinspektion Berlin im Ostteil an der Parochialstraße im Bezirk Mitte durchgeführt. Im Rahmen des Berliner Luftgüte-Meßnetzes (BLUME) wurde 1984 mit Stickoxidmessungen auch an einer Station in Wedding begonnen.

Während die verkehrsnahe Messung an der Schloßstraße stark durch wechselnde Verkehrsverhältnisse geprägt ist und keine Trendaussage zuläßt, zeigen die Messungen an der verkehrsabgewandten Parochialstraße, die als repräsentativ für die mittlere Innenstadtbelastung gelten kann, bis 1987 im Mittel eine jährliche Zunahme der Konzentration um etwa 3,5 % (von 35 auf 45 µg/m³ in 8 Jahren). Seit 1987 deutet sich sowohl hier als auch an der Meßstelle Wedding ein leichter Rückgang an (vgl. Abb. 2).

Abbildung 2
Abb. 2: Verlauf der Jahresmittelwerte von Stickstoffdioxid 1979 - 1993

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Als Ursachen für die leichte Abnahme kommt die Einführung von Entstickungsmaßnahmen an den großen Kraft- und Heizkraftwerken (vgl. Tab. 2) sowie die Einführung des geregelten Dreiwege-Katalysators bei Personenkraftwagen in Frage. Die Umstellung auf Katalysatorfahrzeuge ist in Berlin besonders schnell vorangeschritten. 1992 lag der Anteil der mit Katalysator ausgerüsteten PKW in Berlin bei 40 %.

Tabelle 2
Tab. 2: Inbetriebnahme von Entschwefelungs- und Entstickungsanlagen in den Berliner Heizkraft- und Kraftwerken (Stand Januar 1994)

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Im Vergleich zu dieser positiven Emissionsentwicklung ist die Immissionsentwicklung bisher unbefriedigend verlaufen. Ursache ist, daß das Verkehrsaufkommen ständig zunimmt und daß die bodennahe Stickoxidemission etwa zur Hälfte von Lastkraftwagen und Bussen hervorgerufen wird. Für diese Fahrzeuge gibt es bisher keine technischen Verbesserungen, um den Ausstoß von Stickoxiden zu reduzieren. Deshalb muß davon ausgegangen werden, daß im Zeitraum 1987 bis 1992 die verkehrsbedingten Emissionen und Immissionen um weniger als 10 % abgenommen haben. Der Beitrag der Emittentengruppe Verkehr wird in Zukunft den entscheidenden Faktor zur Entwicklung der Berliner Luftbelastung durch Stickoxide darstellen.

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