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Umweltatlas Berlin

03.01 Schwefeldioxid - Emissionen und Immissionen (Ausgabe 1994)

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Entwicklung der Schwefeldioxidimmissionen

In den Jahren 1968 und 1969 hat das Institut für Wasser- Boden- und Lufthygiene des Bundesgesundheitsamts mit kontinuierlichen Messungen der Schwefeldioxidkonzentration an drei Meßstellen in Berlin begonnen. Im Jahr 1975 wurde von der damaligen Senatsverwaltung für Gesundheit und Umweltschutz das Berliner Luftgüte-Meßnetz (BLUME) in Betrieb genommen. An 31 Meßstationen werden im Westteil der Stadt in einem 4-km-Raster flächendeckend Schwefeldioxidimmissionen gemessen.

Die zusammengefaßten Jahresmittelwerte der jeweils verfügbaren Stationen seit 1970 zeigt die Abbildung 2.

Abbildung 2
Abb. 2: Verlauf der Jahresmittelwerte von Schwefeldioxid 1970 - 1993
BGA-Mittel: Mittel der drei Stationen des Bundesgesundheitsamtes in Steglitz, Jungfernheide und Dahlem.
BLUME-Mittel: Mittel von 6 BLUME-Meßstationen in der westlichen Innenstadt.

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Insgesamt hat die Schwefeldioxidkonzentration in Berlin von 1970 bis 1992 um mehr als 75 % abgenommen. Die Abnahme verlief in mehreren Stufen. Sehr starke Rückgänge waren von 1970 bis 1974, von 1979 bis 1983 und seit 1989 zu verzeichnen. Dazwischen zeigt die Abbildung zwei Stagnationsphasen, die von 1974 bis 1979 und von 1983 bis 1989 anhielten.

Die verschiedenen Phasen des Rückgangs haben ihre spezifischen Gründe. Anfang der 70er Jahre wurden verstärkt Heizungsanlagen von Kohle auf leichtes Heizöl umgestellt. Ende des Jahrzehnts erfolgte eine Herabsetzung des Schwefelgehalts im leichten Heizöl und in der Braunkohle. In den letzten Jahren wirkte sich die Einführung von Rauchgasentschwefelungsanlagen in Kraftwerken im Zusammenhang mit der Umsetzung der Großfeuerungsanlagenverordnung aus (vgl. Tab. 2). Damit konnte der Schwefeldioxidausstoß erneut veringert werden. Nicht zuletzt hat sich die Emission auch in Folge des Zusammenbruchs der DDR und der damit verbundenen Betriebsstillegungen erheblich vermindert.

Daneben haben sich die kontinuierliche Ausweitung der Fern- und Gasheizung sowie verstärkte Anstrengungen zur Wärmedämmung und Energieeinsparung, unter anderem durch technisch verbesserte Heizungsanlagen, immissionsmindernd ausgewirkt. Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. So ist durch die Umsetzung der Großfeuerungsanlagenverordnung in den Neuen Bundesländern und dem Ablauf der Übergangsregelungen bis zum 1.1.1996 mit einer weiteren Verringerung der SO2-Emissionen zu rechnen. Durch das starke Absinken der Schwefeldioxidkonzentration in der Luft wird dieser Schadstoff seine Leitkomponentenfunktion für den Grad der Luftverschmutzung verlieren.

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