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Umweltatlas Berlin

03.01 Schwefeldioxid - Emissionen und Immissionen (Ausgabe 1994)

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Verursacher und Mengen von Schwefeldioxidemissionen

In Berlin werden die Schwefeldioxidemissionen überwiegend durch Verbrennung von Kohle und Öl zur Erzeugung von Wärme und Strom verursacht. Schwefeldioxid wird dabei als Bestandteil von Rauchgasen in die Atmosphäre abgegeben. Es entsteht aus Schwefel, der mit Anteilen von 0,2 bis 3 % in den Brennstoffen enthalten ist. Wegen seiner Verbrennungseigenschaften ist es möglich, die Schwefeldioxidemission sehr genau aus dem Schwefelgehalt der Brennstoffe abzuleiten.

Erste Daten über die Schwefeldioxidemission sind in Berlin für das Jahr 1892 aus dem Brennstoffverbrauch ermittelt worden. Damals lag der Ausstoß bereits bei 43.700 Tonnen pro Jahr (t/a). Die Emission stieg mit kriegsbedingten Unterbrechungen bis zum Jahr 1970 kontinuierlich auf mehr als 80.000 t/a allein für West-Berlin. Seit 1970 sinkt dort die SO2-Emission (vgl. Karte 03.01, SenStadtUm 1985).

Abbildung 1
Abb. 1: Schwefeldioxid-Emissionen der einzelnen Verursachergruppen in Berlin 1951 - 1989. (Für die Jahre 1951 - 1985 nur für West-Berlin, für das Jahr 1989 für West- und Ost-Berlin) (Tonnen pro Jahr)

Excel
[Die Datengrundlage der Abbildung liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Abbildung 1 läßt einen starken Rückgang der Emissionen im Westteil der Stadt und im Vergleich der beiden Stadthälften sehr hohe Emissionen im Ostteil erkennen. Den größten Anteil an den Gesamt-Emissionen von 70.446 t hatten im Jahr 1989 in beiden Stadthälften mit etwa 80 % die genehmigungsbedürftigen Anlagen (60.470 t), vorrangig mit weitem Abstand die Kraft-, Heizkraft- und Heizwerke. An zweiter Stelle stand mit 8.526 t der Hausbrand mit etwa zehn, gefolgt vom Kraftfahrzeugverkehr (1.440 t) mit mit etwas mehr als zwei Prozent.

Die unterschiedlich hohen Emissionsmengen in den beiden Stadthälften sind auf den sehr unterschiedlichen Brennstoffeinsatz zurückzuführen. Im Ostteil wurde 1989 neben Gas sowohl in genehmigungsbedürftigen Anlagen als auch im Hausbrand zum überwiegenden Teil noch Braunkohle eingesetzt. Im Gegensatz zum Westteil der Stadt gab es für den Schwefelgehalt der Brennstoffe im Ostteil noch keine Begrenzungen, so daß in erheblichen Mengen Braunkohle mit sehr hohen Schwefelgehalten (bis zu 3 %) aus dem Leipzig/Bornaer Revier verwendet wurde. Im Westteil ist dagegen der Schwefelgehalt in der Braunkohle durch die Braunkohleverordnung vom 13.1.1981 auf 1 % begrenzt worden. Es wurde seit dieser Zeit nur noch Braunkohle aus der Niederlausitz und aus dem Rheinland mit einem Schwefelgehalt von etwa 0,6 % verfeuert, der sich in Folge der Einbindung von Schwefel in die Asche auf 0,3 % reduziert. Außerdem wurde in West-Berlin im Hausbrand überwiegend leichtes Heizöl mit einem Schwefelgehalt von weniger als 0,3 % verbrannt, und in mehreren Heizkraftwerken waren seit 1988 schon Rauchgasentschwefelungsanlagen in Betrieb (vgl. Tab. 2).

Tabelle 2
Tab. 2: Inbetriebnahme von Entschwefelungs- und Entstickungsanlagen in den Berliner Heizkraft- und Kraftwerken (Stand Januar 1994)

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

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