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Umweltatlas Berlin

02.20 Zu erwartender mittlerer höchster Grundwasserstand (zeMHGW) (Ausgabe 2016)

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Kartenbeschreibung

Die zeMHGW-Karte für das Berliner Urstromtal und das Panketal (2015) umfasst gut die Hälfte der Fläche des Landes Berlin. Der zu erwartende mittlere höchste Grundwasserstand ist durch Linien gleicher Höhe in Metern über NHN dargestellt. Der Höhenabstand der Grundwassergleichen beträgt 0,1 m. Die Karte zeigt damit die Grundwasseroberfläche für den zeMHGW des in diesem Gebiet überwiegend ungespannten Hauptgrundwasserleiters bzw. seine Druckfläche im gespannten Fall. Im Urstromtal ist es der GWL 1.3 und GWL 2, im Panketal ist es der GWL 1.2 gem. Grundwasserleiter-Nomenklatur nach Limberg & Thierbach (2002)).

Aus dem Verlauf der Höhenlinien ist gut zu erkennen, dass Spree und Havel mit ihren Nebengewässern die Vorflut für das oberflächennahe Grundwasser bilden. Die Grundwasserfließrichtung verläuft senkrecht zu den Höhenlinien vom höheren zum tieferen Niveau. Der zeMHGW variiert insgesamt zwischen ca. 58,0 m NHN im nördlichen Panketal an der Landesgrenze und 30,5 m NHN in der Nähe der kanalisierten Unterhavel in Spandau. Die engere Scharung der Höhenlinien im Panketal zeigt hier erwartungsgemäß ein größeres Gefälle des Grundwassers als im Urstromtal an. Der Verlauf der zeMHGW-Isolinien liefert damit ein plausibles Bild für den Fall, dass weder Grundwasserentnahmen noch künstliche Grundwasseranreicherungen stattfinden.

Auf der digitalen Karte kann der zeMHGW-Wert für einen bestimmten Ort per Maus-Klick auf dem Bildschirm angezeigt werden.

Somit erhält der Benutzer auf einfache Weise einen zeMHGW-Wert für seine jeweilige Fragestellung.

Auf Folgendes ist hinzuweisen:

Der Kartenwert gilt für den Grundwasserstand des obersten Grundwasserleiters. Im dargestellten Bereich des Urstrom- und Panketales ist das Grundwasser im obersten Grundwasserleiter ganz überwiegend ungespannt. Damit gibt der Kartenwert im Regelfall die Höhe der Grundwasseroberfläche an. Stellenweise jedoch führen überlagernde, gering wasserleitende Schichten wie z. B. Geschiebelehm und Geschiebemergel, Ton, Schluff und organische Böden dazu, dass das Grundwasser gespannt ist (z.B. im auf der Karte ausgewiesenen Bereich einer Geschiebemergel-"Insel" in Charlottenburg). In diesen Fällen gibt die Karte nicht die Höhe der Grundwasseroberfläche an, sondern die der Grundwasserdruckfläche des gespannten Grundwassers.

Die genannten beiden möglichen Abweichungen vom hydrogeologischen Regelaufbau sind auf der hinterlegten Geologischen Skizze aufgrund des Maßstabes und der im Einzelnen doch heterogenen Sedimentationsverhältnisse nicht bzw. nicht vollständig darstellbar. Sie sind jedoch im Rahmen von Baugrunduntersuchungen zu erkennen, die bei Baumaßnahmen grundsätzlich erforderlich sind. Darüber hinaus können im konkreten Fall Auskünfte über den geologischen Aufbau des Untergrundes bei der Landesgeologie eingeholt werden bzw. Schichtenverzeichnisse aus der digitalen Bohrkarte im Internet eingesehen werden.

Ferner ist zu bemerken, dass der zeMHGW durchaus auch über der Geländeoberfläche liegen kann. In diesem Fall ist die Bildung sogenannter Grundwasserblänken (kleine Grundwasserseen) nicht auszuschließen.

In der Nähe von Oberflächengewässern können örtlich neben hohen Grundwasserständen auch kurzfristige Überschwemmungen auftreten, die der Karte des zu erwartenden mittleren höchsten Grundwasserstands nicht entnommen werden können. Hierzu finden sich Informationen unter: Hochwasser.

Im Panketal, insbesondere seinem nördlichen Bereich, liegen die Grundwassermessstellen in Anbetracht der Heterogenität des Grundwasserleiters und des meist großen natürlichen Grundwassergefälles z.T. relativ weit auseinander. Das hat zur Folge, dass die zeMHGW-Karte hier mit etwas größeren Unsicherheiten behaftet ist als im Gebiet des Urstromtals. Das betrifft auch Gebiete in unmittelbarer Nähe von Oberflächengewässern (Panke und ihre kleinen Nebengewässer). Wenn in solchen Bereichen neue Untersuchungen (Bohrungen, Grundwasserstandsmessungen) Ergebnisse liefern, die in deutlichem Widerspruch zum zeMHGW-Wert der Karte stehen (z.B. aktueller Grundwasserstand im Meterbereich über dem Kartenwert), ist eine ortsbezogene Modifikation des zeMHGW durch einen Sachverständigen vorzunehmen. In solchen Fällen bittet der Landesgrundwasserdienst um Mitteilung.

Regelung für die Planung von Versickerungsanlagen im Bereich der Wasserschutzgebiete

Außerhalb der Wasserschutzgebiete ist bei der Planung von Versickerungsanlagen von Niederschlagswasser in weiten Teilen Berlins der zeMHGW als Bemessungsgrundwasserstand zugrunde zu legen. Innerhalb der einzelnen Schutzzonen eines Wasserschutzgebietes gelten jedoch folgende Bestimmungen:

  • weitere Schutzzone III B
    Um innerhalb der weiteren Schutzzone III B einen erhöhten Schutz des Grundwassers zu gewährleisten, ist hier das schadlose Versickern von abfließendem und gesammeltem Niederschlagswasser unter den Voraussetzungen der Niederschlagswasserfreistellungsverordnung erlaubnisfrei möglich. Es muss aber anstelle des zeMHGW der in der Regel um wenige Dezimeter höher liegende zeHGW zugrunde gelegt werden.
  • weitere Schutzzone III A
    Hier ist die erlaubnisfreie Versickerung von Niederschlagswasser nicht möglich. Es muss eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der Wasserbehörde beantragt werden.
  • weitere Schutzzone III
    Hier ist die erlaubnisfreie Versickerung von Niederschlagswasser nicht möglich. Es muss eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der Wasserbehörde beantragt werden.
  • engere Schutzzone II
    Hier herrscht ein generelles Bauverbot, das auch für Niederschlagswasserversickerungsanlagen gilt.

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