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Umweltatlas Berlin

02.19 Zu erwartender höchster Grundwasserstand (zeHGW) (Ausgabe 2015)

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Kartenbeschreibung

Die zeHGW-Karte für das Berliner Urstromtal und das Panketal (2015) umfasst gut die Hälfte der Fläche des Landes Berlin. Der zu erwartende höchste Grundwasserstand ist durch Linien gleicher Höhe in Metern über NHN dargestellt. Der Höhenabstand der Grundwassergleichen beträgt 0,1 m. Die Karte zeigt damit die Verteilung der Standrohrspiegelhöhen für den zeHGW-Fall des in diesem Gebiet überwiegend ungespannten Grundwassers des Hauptgrundwasserleiters (im Urstromtal GWL 1.3 und GWL 2 gem. Grundwasserleiter-Nomenklatur bzw. des Panketal-Grundwasserleiters (GWL 1.2) nach Limberg & Thierbach (2002)).

Aus dem Verlauf der Höhenlinien ist gut zu erkennen, dass Spree und Havel mit ihren Nebengewässern die Vorflut für das oberflächennahe Grundwasser bilden. Die Grundwasserfließrichtung verläuft senkrecht zu den Höhenlinien vom höheren zum tieferen Niveau. Der zeHGW variiert insgesamt zwischen ca. 58,7 m NHN im nördlichen Panketal an der Landesgrenze und 30,5 m NHN in der Nähe der kanalisierten Unterhavel in Spandau. Die engere Scharung der Höhenlinien im Panketal zeigt hier erwartungsgemäß ein größeres Gefälle des Grundwassers als im Urstromtal an. Der Verlauf der zeHGW-Isolinien liefert damit ein plausibles Bild für den Fall, dass weder Grundwasserentnahmen noch künstliche Grundwasseranreicherungen stattfinden. Insbesondere können dieser Karte auch realistische zeHGW-Werte im Bereich der großen Senktrichter der Berliner Wasserwerke entnommen werden, die ohne die modellberechneten Grundwasserstände bisher nur sehr grob abgeschätzt werden konnten (vgl. aktuelle Grundwassergleichenkarten, auf denen die Senktrichter zu erkennen sind).

Auf der digitalen Karte kann der zeHGW-Wert für einen bestimmten Ort per Maus-Klick auf dem Bildschirm angezeigt werden.

In Ufernähe der Spree, der Oberhavel und des Tegeler Sees befinden sich seitlich Uferstrei-fen (s. a. Methode). Diese Bereiche sind entsprechend der Höhe des zeHGW-Wertes farblich unterschiedlich ausgewiesen und können ebenfalls per Maus-Klick abgefragt werden.

Somit erhält der Benutzer auf einfache Weise einen zeHGW-Wert für seine jeweilige Fragestellung.

Auf Folgendes ist hinzuweisen:

Der Kartenwert gilt für den Grundwasserstand des obersten Grundwassers. Im dargestellten Bereich des Urstrom- und Panketales ist das oberste Grundwasser ganz überwiegend ungespannt. Damit gibt der Kartenwert im Regelfall die Höhe der Grundwasseroberfläche an, deren Kenntnis beispielweise bei der Bemessung von Bauwerksabdichtungen maßgeblich ist.

Stellenweise jedoch führen überlagernde, gering wasserleitende Schichten wie z. B. Geschiebelehm und Geschiebemergel, Ton, Schluff und organische Böden dazu, dass das Grundwasser gespannt ist (z.B. im auf der Karte ausgewiesenen Bereich einer Geschiebemergel-"Insel" in Charlottenburg). In diesen Fällen gibt die Karte nicht die Höhe der Grundwasseroberfläche an, sondern die der Grundwasserdruckfläche des gespannten Grundwassers.

Über den wasserstauenden Schichten kann sich hier – eventuell auch nur zeitweise – geringmächtiges Grundwasser (im Sinne der Grundwasserdefinition der DIN 4049) bilden. Dieses sogenannte Schichtenwasser ist im bautechnischen Sinne gleichfalls "drückendes" Wasser und bei entsprechenden Fragestellungen zu berücksichtigen.

Die genannten beiden möglichen Abweichungen vom hydrogeologischen Regelaufbau sind auf der hinterlegten Geologischen Skizze aufgrund des Maßstabes und der im Einzelnen doch heterogenen Sedimentationsverhältnisse nicht bzw. nicht vollständig darstellbar. Sie sind jedoch im Rahmen von Baugrunduntersuchungen zu erkennen, die bei Baumaßnahmen grundsätzlich erforderlich sind. Darüber hinaus können im konkreten Fall Auskünfte über den geologischen Aufbau des Untergrundes bei der Senatsverwaltung eingeholt werden bzw. Schichtenverzeichnisse aus der geologischen Datenbank über das Internet eingesehen werden.

Ferner ist darauf hinzuweisen, dass der zeHGW durchaus auch über der Geländeoberfläche liegen kann. In diesem Fall ist die Bildung sogenannter Grundwasserblänken (kleine Grundwasserseen) nicht auszuschließen.

In der Nähe von Oberflächengewässern können örtlich neben hohen Grundwasserständen auch kurzfristige Überschwemmungen auftreten, die der zeHGW-Karte nicht entnommen werden können. Hierzu finden sich Informationen unter: Hochwasser.

Der aktuelle Grundwasserstand kann im Internet für den Monat Mai abgerufen werden. Aktuellere Grundwasserstände teilt der Landesgrundwasserdienst auf Anfrage mit.

Sollte an einem bestimmten Ort der aktuelle Grundwasserstand nur sehr wenig unter dem Wert der zeHGW-Karte oder sogar etwas darüber liegen, was im Urstromtal sehr unwahrscheinlich aber nicht völlig auszuschließen ist, kann dies an der unterschiedlichen Datenbasis der Karten liegen. Auch in diesen Fällen können bei beim Landesgrundwasserdienst ausführlichere Informationen eingeholt werden.

Im Panketal, insbesondere seinem nördlichen Bereich, liegen die Grundwassermessstellen in Anbetracht der Heterogenität des Grundwasserleiters und des meist großen natürlichen Grundwassergefälles z.T. relativ weit auseinander. Das hat zur Folge, dass die zeHGW-Karte hier mit etwas größeren Unsicherheiten behaftet ist als im Gebiet des Urstromtals. Das betrifft auch Gebiete in unmittelbarer Nähe von Oberflächengewässern (Panke und ihre kleinen Nebengewässer). Diesem Umstand wurde zwar durch die o.g. Zuschläge Rechnung getragen, lokal begrenzte Abweichungen des Kartenwertes von einem tatsächlich auftretenden höchsten Grundwasserstand sind dadurch aber nicht völlig auszuschließen. Wenn in solchen Bereichen neue Untersuchungen (Bohrungen, Grundwasserstandsmessungen) Ergebnisse liefern, die in deutlichem Widerspruch zum zeHGW-Wert der Karte stehen (aktueller Grundwasserstand über dem Kartenwert oder auch im Meterbereich darunter), ist eine ortsbezogene Modifikation des zeHGW durch einen Sachverständigen vorzunehmen. In solchen Fällen bittet der Landesgrundwasserdienst um Mitteilung.

Es ist auch weiterhin vorgesehen, die Karte fortlaufend durch die Ergebnisse des Berliner Landesgrundwasserdienstes und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zu prüfen und ggf. zu modifizieren. Damit sollen etwaige Änderungen der hydrologischen Randbedingungen, die gegenwärtig nicht vorhersagbar sind (z.B. infolge von allgemeinen Klimaänderungen) möglichst zeitnah erkannt und berücksichtigt werden.

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