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Umweltatlas Berlin

02.12 Grundwasserhöhen und Einzugsgebiete der Wasserwerke (Ausgabe 1993)

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Methode

Entwicklung der Darstellungsart

Aufgrund der beschriebenen, bisher ungeklärten Fragen wurde bei den flächendeckenden Grundwassergleichenkarten für Gesamt-Berlin vom bisherigen Darstellungsmaßstab von 1 : 50 000 des Gewässerkundlichen Jahresberichts abgewichen und die Grundwassergleichen im Maßstab 1 : 125 000 dargestellt.

Die Gleichenpläne des oberflächennahen Grundwassers wurden mit einem dv-gestützten Verfahren zur räumlichen Interpolation punktförmiger Ausgangsdaten erstellt. Als methodisches Instrument diente das in das Umweltinformationssystem Berlin eingebundene Verfahren zur Erstellung von Schichtstufenkarten (SCOP). Als Grundfunktion wurde eine lineare Funktion mit einem Grundraster von 700 m gewählt.

Zur Festlegung eines ausreichend dicht und gleichmäßig verteilten Datennetzes wurden aus dem Gesamtbestand an Beobachtungsrohren nach folgenden Kriterien Meßstellen ausgewählt:

  • Verfilterung im oberflächennahen Grundwasserleiter (soweit bekannt)
  • Lage der Meßstellen zueinander
  • möglichst langjährige Beobachtungszeiträume.

Es verblieben insgesamt 950 in Abbildung 1 dargestellte Beobachtungsrohre in Berlin und 50 Beobachtungsrohre im Umland.

Abbildung 1 - Dummy
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Abb. 1: Verteilung der Grundwasserbeobachtungsrohre zur Berechnung der Grundwasserhöhen

Zur Auswahl repräsentativer Zeitpunkte relativ hoher und niedriger Grundwasserstände kann für den Westteil der Stadt auf den Verlauf der mittleren Abweichung der Grundwasserstände vom langjährigen Mittel zurückgegriffen werden (vgl. Karte 02.07).

Für die Darstellung wurden folgende Zeitpunkte ausgewählt:

  • Mai 1976 (Zeitpunkt relativ niedrigen Grundwasserstandes)
  • Mai 1988 (Zeitpunkt relativ hohen Grundwasserstandes)
  • Mai 1990

Der Monat Mai (Winterende) gibt im Verlauf des wasserwirtschaftlichen Abflußjahres (November - Oktober) den Zeitpunkt vergleichsweise hoher Grundwasserstände wieder.

Gespannte Grundwasserverhältnisse

Insbesondere auf der Barnim-Hochfläche und deren Übergang in das Urstromtal sowie in den anderen Bereichen mit gespannten Grundwasserverhältnissen bereitete die Bestimmung des ersten Grundwasserleiters Probleme. Erschwert wurde diese Bestimmung durch sandigkiesige Einlagerungen, die in den Mergelschichten der Hochflächen auftreten, und in denen sich - unabhängig von den Grundwasserleitern - schwebendes Grundwasser ausbilden kann. Aufgrund dieser komplizierten geologischen Verhältnisse sind hier möglicherweise Fehleinschätzungen zu erwarten, die nach bereits vorliegenden Erkenntnissen besonders im Bereich der Barnim-Hochfläche zu von dieser Karte abweichenden Wasserständen im Meter-Bereich führen können.

Die Darstellung der Standrohrspiegelhöhe des Grundwassers führt dazu, daß in Bereichen mit gespanntem Grundwasser, in denen das Grundwasser unter einer mächtigen undurchlässigen bzw. schwer durchlässigen Mergelschicht liegt, die Gefahr der Fehlinterpretation, z. B. im Hinblick auf den dortigen Flurabstand sehr groß ist. In diesen Gebieten drückt das Grundwasser gegen die Deckschicht bzw. steigt bei durchbohrter Deckschicht in den Rohren der Grundwassermeßstellen auf den gemessenen freien Pegel. Daher wurden diese Gebiete aufgrund vorliegender Erkenntnisse gesondert ausgewiesen.

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