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Umweltatlas Berlin

02.09 Entsorgung von Regen- und Abwasser (Ausgabe 2004)

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Kartenbeschreibung

02.09.1 Art der Kanalisation

Etwa 3/4 der Fläche des kanalisierten Stadtgebietes von Berlin wird durch die Trennkanalisation, 1/4 durch die Mischkanalisation entwässert. Gegenüber dem Beginn der 90er Jahre, wo noch 12 % der besiedelten Fläche (7 % des Westteils und 19 % des Ostteils) nicht an die öffentliche Schmutzwasser-Kanalisation angeschlossen waren, sind es nun nur noch ca. 7 %. Der einwohnerbezogene Anschlussgrad betrug für das Jahr 2000 im östlichen Teil ca. 96 % und im westlichen Teil ca. 99 %. Der Gesamtanschlussgrad der Stadt liegt bei 98 %. In den nicht kanalisierten Gebieten wohnen rd. 56.000 Einwohner, davon in Wasserschutzgebieten etwa 31.000 Einwohner.

Abbildung 1
Abb. 1: Art der Kanalisation in % der bebauten Flächen einschließlich Straßenland (436 km²) Stand 2001

Die Innenstadtbezirke Wedding, Tiergarten, Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg, Schöneberg, Teile von Neukölln und von Wilmersdorf, Westend, sowie die Spandauer Altstadt werden über die Mischwasserkanalisation entsorgt.

Die Außenbezirke Reinickendorf, Pankow, Weißensee, Hohenschönhausen, Marzahn, Hellersdorf, Lichtenberg, Köpenick, Neukölln, Tempelhof, Steglitz, Zehlendorf, Spandau sowie Teile von Wilmersdorf und Charlottenburg sind nach dem Trennsystem kanalisiert.

Die Regenwasserkanalisation mit Schmutzwasserkanalisation ist die am häufigsten vorkommende Art der Trennkanalisation in Berlin. Gebiete mit dieser Art Kanalisation befinden sich vor allem in der näheren Umgebung um den Innenstadtbereich. Die betreffenden Bezirke sind Spandau, Reinickendorf, Pankow, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenik, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf, sowie südwestliche Teile von Wilmersdorf-Charlottenburg, ein kleiner Bereich im Nordwesten von Mitte und die Halbinsel Stralau im Südosten von Friedrichshain.

Vereinzelte Siedlungsgebiete, in denen eine Regenwasserkanalisation ohne Schmutzwasserkanalisation angelegt wurde, liegen in den östlichen Bezirken von Berlin in den Ortsteilen Blankenburg, Biesdorf-Süd, Kaulsdorf, Mahlsdorf, Köpenick-Nord und Bohnsdorf.

Im Ortsteil Wilmersdorf wurden zur Entlastung der Mischkanalisation in einigen Gebieten nördlich der Stadtautobahn Regenwasserkanäle mit Einleitung in die Regenüberlaufkanäle der Mischwasserkanalisation angelegt. Das Schmutzwasser gelangt weiterhin in die Mischkanäle. Dies gilt auch für den Ortsteil Weißensee und Bereiche der Schloßstraße in Charlottenburg nördlich der Bismarckstraße.

Die Ortsteile Weststaaken, Kladow sowie Teile von Reinickendorf (westliche Randgebiete), teilw. Buchholz_West II, Weißensee Altsiedlung, Stadtrandsiedlung Malchow, Stadtrandsiedlung Buch, Biesdorf Nord, Kaulsdorf Nord, teilw. Kaulsdorf Süd, teil. Mahlsdorf Nord, teilw. Mahlsdorf Süd, teilw. Dammfeld West, teilw. Rahnsdorf, Müggelheim Nord, Johannistal, Dankmarsteig, teilw. Bohnsdorf und Schmöckwitz, Weißensee, Köpenick und Mahrzahn sind seit 1990 abwassertechnisch erschlossen worden.

Ortsteile, die bisher nicht oder nur teilweise kanalisiert sind und bis Ende 2005 vorraussichtlich abwassertechnisch erschlossen sein sollen und dann zumindest über eine Schmutzwasserkanalisation verfügen werden sind: Buchholz Altsiedlung, teilw. Karow Altsiedlung, Hohenschönhausen Altsiedlung, Wartenberg Altsiedlung, Falkenberg Altsiedlung, Gehrensee, Gartenstadt Hohenschönhausen, Biesdorf Nord, Rest Kaulsdorf Süd, teilw. Mahlsdorf Nord III, Mahlsdorf Süd, Stadtrandsiedlung Biesdorf Süd, Kaulsdorf Süd, Biesdorf Süd, Elsengrund, , Hirschgarten, Siedlung Späthsfelde, Johannistal Süd, Siedlung Weiss, Grünau Nord, Altglienicke Süd, Falkenberg, Falkenhorst, Rest Grünbergallee, Bohnsdorf West, Bohnsdorf Nord, Müggelheim Süd, Rahnsdorfer Mühle West, Rahnsdorf Nord, Hessenwinkel, Weststaaken-Fahrlander Weg und Weststaaken-Zeestower Weg.

Gebiete, in denen zwar eine Schmutzwasserkanalisation vorhanden ist, das Regenwasser aber versickert, findet man in den Randbezirken vor allem in den Gebieten Gatow, Spandau, Konradshöhe, Heiligensee, Frohnau und vereinzelt auch in anderen Ortsteilen am Stadtrand.

02.09.2 Einzugsgebiete der Regenwasserkanalisation

Die Einzugsgebiete der Regenwasserkanalisation befinden sich je nach aufnehmendem Hauptgewässer im Fließgebiet von Spree und Dahme im Osten und Südosten Berlins, im Fließgebiet der Havel im Norden, Nordwesten und Südwesten Berlins und im Fließgebiet des Teltowkanal im Süden Berlins.

Landseen, Parkseen, Teichgewässer und andere abflusslose Gewässer sind durch ihre Lage auf das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Da im Bereich des inneren S-Bahnringes das Mischsystem vorherrscht und dieses Gebiet überwiegend über keine Trennkanalisation verfügt, wurde es auch keinem Einzugsgebiet der Regenkanalisation zugeordnet. Ausnahmen bilden die Bereiche des Flughafen Tempelhof und Teile von Wilmersdorf nördlich der Autobahn, welche in die Kanäle südlich der Spree (Neuköllner Schifffahrtskanal und Landwehrkanal) entwässern.

Tabelle 2
Tab. 2: Regenwasserableitung in die Kanalisation - Einzugsgebiete und Abflüsse (langjährige Mittel, Stand 2001)

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Mit mehr als 80 km² besitzt der Teltowkanal (einschließlich Rudower Arm) das größte Einzugsgebiet; im langjährigen Durchschnitt nimmt er jährlich mehr als 9 Millionen m³ Regenwasser aus der Trennkanalisation auf. Danach folgt die Wuhle mit einer Einzugsgebietsfläche von 21 km² und 2,5 Mio. m³ Abfluss und die Panke (ab Verteilerbauwerk) mit 16 km² und gut 2 Mio. m³ Abfluss. Aus dem ca 58 km² großen Bereich der Mischkanalisation gelangen die ca 18 Mio. m³ Regenwasser überwiegend in die Klärwerke.

Zum Teil müssen sehr kleine Gewässer die Regenwassermengen sehr großer Stadtflächen aufnehmen. Bei stärkeren Regenfällen übersteigt diese Menge z. T. das normale Wasservolumen um ein vielfaches. Dies gilt z.B. für den Schäfersee und den Flughafensee in Reinickendorf, den Dreipfuhl in Zehlendorf, den Obersee in Hohenschönhausen, den Biesdorfer Baggersee in Marzahn oder kleine Fließgewässer wie das Tegeler Fließ, den Nordgraben, den Zingergraben und die Panke in Reinickendorf und Pankow, die Wuhle in Marzahn/Hohenschönhausen oder das Neuenhagener Mühlenfließ in Köpenick.

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