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Umweltatlas Berlin

02.07 Flurabstand des Grundwassers (Ausgabe 1998)

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Methode

Zur Ermittlung der Flurabstände wurde zunächst aus den Daten der Grundwassermeßstellen ein Modell der Höhe des Grundwasserspiegels über dem Meeresspiegel errechnet. Das Verfahren ist im Text zur Karte Grundwasserhöhen beschrieben (vgl. Karte 02.12). In Bereichen mit gespanntem Grundwasser ist der Flurabstand als Abstand zwischen der in der Höhenlage unterschiedlichen Unterkante der Deckschicht (bzw. der Oberkante des Grundwasserleiters) und der Geländeoberfläche definiert. In diesen Bereichen wurden daher die Meßwerte durch die aus den geologischen Bohrungen ermittelten Werte der Untergrenze der Deckschicht ersetzt, die hier die Oberkante des Grundwassers darstellt. Auf der Barnim-Hochfläche wurden ca. 100, auf der Teltow-Hochfläche knapp 40 Bohrungen berücksichtigt. Hierdurch erhält man ein Modell der Grundwasseroberfläche, das in Form von Hydroisohypsen (Linien gleicher Grundwasserhöhe) sichtbar gemacht werden kann. Zur Interpolation wurde SICAD-SCOP verwendet.

Anschließend wurde ebenfalls mit SICAD-SCOP aus dem Modell der Grundwasseroberfläche und dem Höhenmodell des UIS, das die Höhe der Erdoberfläche über dem Meeresspiegel angibt, ein Differenzmodell errechnet. Die Rasterweite betrug 100 m. Der Flurabstand des Grundwassers wurde in sieben Abstandsklassen eingeteilt und als Schichtstufenkarte ausgegeben. Diese Berechnungen wurden mehrmals durchgeführt, da erst die Ausprägung des Flurabstandes regionale Unzulänglichkeiten des Höhenmodells offenbarte. Diese offensichtlichen Fehler wurden dann im Höhenmodell korrigiert und die Verrechnung zum Flurabstandsmodell wiederholt. Um die Flurabstände vor allem in dem für die Vegetation wichtigen Bereich bis zu 4 m differenziert angeben zu können, wurde eine ungleichmäßige Klasseneinteilung gewählt.

Für kleinräumige Betrachtungsweisen wäre es unter Verwendung kleinerer Rasterweiten bei der Interpolation möglich mit den gleichen Ausgangsdaten genauere Ergebnisse zu erzielen, sofern die Datendichte des Höhenmodells dies zuläßt. Auch die Klassengrenzen für die Flurabstandsklassen sind im Prinzip frei wählbar.

Die Aussagegenauigkeit des Flurabstandsmodells ist unmittelbar abhängig von der Qualität des Höhenmodells; deshalb sind die dort angegebenen Modellfehler im Prinzip auch für die Flurabstandskarte gültig.

Um möglichen Fehlinterpretationen vorzubeugen, sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Schmale Streifen an Gewässerrändern, die zum Teil Grundwasseranschluß haben, sind in dem gewählten Maßstab nicht darstellbar.
  • Das verwendete Höhenmodell weist aufgrund der Datenlage z.T. Ungenauigkeiten auf. Dies betrifft einerseits Gebiete im Außenbereich (Wälder und landwirtschaftliche Flächen), in denen zu wenig Höhenpunkte vorlagen und andererseits Gebiete, in denen Höhenpunkte verwendet wurden, deren Zeitpunkt der Einmessung möglicherweise vor der Bebauung der Fläche liegt. Da im Rahmen der Baumaßnahmen aufgeschüttet wurde, sind einige in der Karte ausgewiesene Senken mit geringem Flurabstand eventuell nicht mehr vorhanden.
  • In Bereichen, in denen Grundwasser unter mächtigen schlecht durchlässigen grundwasserhemmenden Geschiebemergelschichten ansteht (gespanntes Grundwasser), ist in der Regel von Flurabständen von mehr als 10 m auszugehen. Die Unterkante des Grundwasserhemmers wurde dort als Oberfläche des Grundwassers angenommen. Sandige Einlagerungen in diesen Geschiebemergelschichten, in denen auch oberflächennah schwebendes Grundwasser auftreten kann, sind räumlich eng begrenzt, in ihrem Vorkommen kaum lokalisierbar und nicht dargestellt.
  • Im Nahbereich der Brunnen unterliegt die Grundwasseroberfläche je nach Förderleistung starken Schwankungen. Aus diesem Grunde können hier Flurabstände von mehr als 10 m auftreten, die in ihrer flächenmäßigen Ausdehnung im gewählten Maßstab ebenfalls nicht darstellbar sind.
  • Es ist zu beachten, daß in der Flurabstandskarte nicht alle feuchten, für den Biotop- und Artenschutz potentiell wertvolle Flächen abgelesen werden können (Flurabstand < 1,0 m). Dies betrifft z.B. Flächen, die keinen Grundwasseranschluß besitzen und durch Stauwasser bzw. periodisch auftretende Überflutungen vernäßt werden (z.B. die Tiefwerder Wiesen).

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